04.03.2013 · Lange glaubten diese Kerle, sie seien die Coolsten. Aber jetzt ist langsam Schluss mit dem Spuk. Denn wenn hier einer spießig ist, dann ist es der Hipster.
Von Daniel HaasRichtlinien für Lesermeinungen
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... nicht mit seinem Gewissen vereinbaren kann, dass Kinder seine
Kleidung herstellen, nur damit er weniger zahlen muss,
... stattdessen auch mal Kleidung Second-Hand kauft,
... den Mainstream heutiger Musik nicht ertragen kann und deshalb zu
alter Musik greift,
... statt mit dem Auto mal mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt, um die
Umwelt zu schonen,
... oder fair gehandelten Kaffee trinkt, bei dem die Bauern mehr Geld sehen,
dann bin ich gern einer!
hipster vom grunge bis hin zum street style hat(te) was. nun alles passee und statt auf den armen bommelmuetzentraeger einzuhacken, lasst euch doch was neues einfallen. persoenlich finde ich "hipster" mit ende 30 aehnlich bizarr wie die "ewig jungen" 60, die auf peter kraus machen - egal ob in berlin oder stuttgart. und nun, alt und jung (geblieben), weg vom "screen", rein in dies sonne!
in meiner Jugend waren es Fiorucci, Alessi und Sony. Von der Mode der 70er und frühen 80er will ich gar nicht reden :)) Mal sehen ob ich mit ein paar Hipstern ins Gespräch kommen kann, die würden mich wenigstens um meine Plattensammlung beneiden...
Ich kannte den Ausdruck nicht und hätte ihn eher als Bezeichnung für Babybrei-Süchtige gehalten, aber es fehlte ein p. Jetzt weiß ich wenigstens, was gemeint ist. Soll jeder nach seiner Facon glücklich werden.
Jugendliche Individualitätsprothesen und Zugehörigkeitsuniformen
Hipster sind in einem Alter, in dem die eigene Persönlichkeit noch
relativ schwach ausgebildet ist. Entsprechend stylish wird solche
Unsicherheit häufig kompensiert und mündet dabei in die
paradoxe Dualität von „Ich will ganz anders als all die
anderen (Spießer) sein“ und „Ich will aber unbedingt
irgendwo zugehören“.
Das Ergebnis dieser jugendlichen Identitätssuche ist derzeit nun
mal dieser Hipsterlook mit dem diese Generation sich von ihren Papas und
Mamas abzusetzen hofft. Früher waren es Hippies, Popper oder Punks.
Ich kann zwar verstehen, dass diese Nonkonformismusshow nach 0815-Rezept
Erwachsenen auf die Nerven fällt. Doch sollte man die Angelegenheit
auch mit milderem Verständnis für die Schwachheit
postjugendlicher Entwicklungsphasen betrachten können: Wo allzu
viel Coolness demonstriert wird, herrscht oft ein reziprokes
Bedürfnis nach Orientierung und Anerkennung. Es gilt deshalb auch
die spirituelle, kulturelle und intellektuelle Notlage unsicherer
Menschen zu tolerieren.
Wenn man das mit dem "sie kaufen Platten" Cliché...
weggelassen hätte wäre es ein netter Meinungsbericht eines
einzelnen Redakteurs geworden.
Es gibt Menschen die sind nicht bei Facebook, tippen nicht in jeder
freien "Langeweileminute" auf Ihrem Samrtphone rum derweil sie
an der Welt vorbeilaufen, oder vielmehr die Welt an Ihnen. Manche von
Ihnen tragen sogar Nerdbrillen weil sie Ihnen stehen und es eher mit
persönlichem Geschmack zu tun hat. Wir grenzen allerorts den
Individualismus aus und tarnen es mit Stil, Modebewußtsein oder
anderen Clichés. Wir diskutieren unsere Gesellschaft in
Schubladen. Also kommt auch nix anderes raus als Schubladendenken. Gibt
ein schönes Bild von Dali dazu.
er kann auch englisch schreiben. 'crazy'
Wofür die Schwaben in Berlin wieder herhalten müssen...
Aber vielleicht haben wir bei uns im Schwäbischen deswegen so wenig Hipster, weil es die alle nach Berlin gezogen hat?
Sido hat ein Lied über dieses verhasste Klientel gemacht: "Gib mir mein Berlin zurück!" Einfach mal
auf Youtube eingeben. Sehr amüsant auch für Leute, die keinen
HipHop mögen, wirklich!
Bekanntes Sprichwort in B & PDM: "Es wird Winter und die
Hipster hängen ihren Schal zurück in den Schrank." ^^
... Max weiß wo's langgeht ...
Wenn jemand glaubt, er müsse sich aus der Masse hervortun (mit
Eisen im Gesicht, bunten Haaren, seltsamem Bart, komische
Essgewohnheiten, was-weiß-ich) sagt uns das logischerweise was? =
Dass er zu Masse gehört.
Aber Max Goldt kann das viel besser schreiben:
"Natürlich kann nur einer, der der Masse angehört, den
Drang empfinden, sich von der Masse abzuheben. Wer sowieso nicht der
Masse angehört, braucht keinen bunten Plunder und wirre Frisuren.
Wer nicht der Masse angehört, wird sich hüten, sich irgendwie
auffällig zu gebärden, um von der Masse nicht völlig in
den Abgrund getrieben zu werden."
Es ist erstaunlich wieviele Menschen sich über das äußere anderer Menschen echauffieren und damit deutlich ihre Oberflächlichkeit und Intoleranz demonstrieren. Schade eigentlich, denn dabei können Hipster einem den Tag aufhellen, eben weil sie anders sind als der grau gekleidete große Rest der Gesellschaft. Es lebe die Intolleranz, es lebe der Stereotyp, es lebe die Monotonie!
es ist mainstream nicht mainstream zu sein.
antihipster sind auch hipster! individualität beführworten
anstatt mainstream zu verurteilen
Live and let live... that's cool !
Netter Kommentar werter Daniel Haas. Sehr amuesant.
Aber hey, lasst doch den Hipsterspuk. Und wenn es den Leuten Spass
macht mit Wollmuetze und Jutetasche durch das Leben zu flanieren. So be
it. Istdoch deren Spass.
Die sind mir lieber als die Typen die man in NYC und anderne
Metropolen sieht, die ihre Hoodies tragen und ihre Wollmuetzte under der
Haube ihrer Jacken verstecken. Das ist der sogenannte Gangsta-Look.
Die kommen mir weniger cool vor, als gefaehrlich. Dazu tragen die
gerne ihre Hose tief genug dass deren Derriere an die frische Luft
kommt. Das soll auch cool sein.
Nach meiner Sicht: It's okay to be cool -- mit und ohne Wollmuetze,
Tennisschuhen, Brille und sonstige Accessoires. Jedem das Seine.
Was soll ich wohl tragen zum Besuch beim Polo Club?
Jodpur Hosen? Aviator Glasses? Polohemd, Riding Helm?
Baseball Cap mit NY Rangers Logo?
Oder macht mich das zum Spiesserspuk?
SOS
Live is not simple.
Pax vobiscum
... toller Kommentar, Egon ohne, sorry: Egon 1
Noch toller: sie können sogar etwas Englisch. Waaahnsinn. Oder, in
Ihrem lingo: Crazy!
.
.
.
Thelonius Monk war hip, und das bereits vor 70 Jahren; aber doch nicht
diese zugereisten "Berliner".
Warmlufterwärmer---------bestenfalls
Der Hipster, die erste Stufe auf der Lebens-,und Karriereleiter zum
profillosen Social-Climber der übelsten Sorte. Was sind das
für arme Geschöpfe, die sich in jungen Jahren nichts Schöneres
vorstellen können, als ihren Wert an den Marken zu messen die sie
tragen.......irgendwann werden die Marken durch Geld ersetzt und dann
heisst es erst recht.... zeig mir was du hast, und ich sage dir wer du bist.
Wenn jemand etwas tut, weil es ihm Spaß macht (Schallplatten des
Klangs wegen kaufen, etwas anziehen, weil es ihm gefällt), viel
Freude dabei.
Wenn jemand etwas tut, weil es alle tun; wenn jemand nciht in sein will,
weil alle nciht in sein wollen - auch viel Freude dabei.
...da darf man als Mann endlich mal wieder Bart tragen und die F.A.Z.
macht es einem wieder madig.
Das nervt.
Ja, wie jetzt ?!?
Sie können mir nichts unterstellen. Mein Bart ist
ordnungsgemäß angemeldet, geprüft und genehmigt. Seit
der Privatsierung des Bartwuchsaufsichtsamts lassen die
Prüfagenturen mittlerweile zum Glück nicht mehr nur Koteletten
und Kaiser-Wilhelm-Bärte zu. Mein leicht gestutzter Vollbart wurde
sogar bei der ersten Vorstellung durchgewunken. (Tipp: Die
Prüfstelle mit Flohhalsband betreten, dann lassen die meistens die
Hygieneprüfung ganz fallen!) Da ich desletzt die Bartwichse
gewechselt habe, muss ich aber bald wieder hin. Die ungarische bringt Super-Resultate!
Die Sache ist nur, dass ich mich bald für einen Krawattenjob
bewerben werde und so wie ich gehört habe, lassen sich die
Gesichtsnudisten in der dortigen Personalabteilung auch von einem
lückenlosen Serviceheft des deutschen Barbierverbandes nicht im
Geringsten beeindrucken.
"darf"?
Lassen Sie sich vorschreiben, ob Sie einen Bart tragen dürfen? Warum? Und vor allem: Von wem?
Kids, die Ironie zelebrieren wollen, aber ihre eigene Lächerlichkeit nicht sehen
Vielen Dank, Herr Haas - das war schnurrig geschrieben und auf den Punkt
gebracht. Ich habeeinen Katzensprung vom hier erwähnten Hackeschen
Markt entfernt gewohnt (Ecke Münzstraße) und bin irgendwann
dort weggezogen - unter anderem, weil diese nicht enden wollende Parade
selbstverliebter Clowns an meinen Nerven zu zerren began.
Nichts gegen „Style“ - ich habe auch meine Zeit in London
verbracht und weiß Menschen mit Stilbewusstsein zu schätzen.
Rudel bizarr verkleideter Twens aus ganz Europa hingegen, die mit Papas
Geld ihren Nonkonformismus feiern (und nicht einmal *verstehen*, dass
die Übung misslungen ist, sobald Massen Gleichgesinnter daran
teilnehmen ...) - das muss man sich nicht antun.
Sind das also (wie Herr Schulin fragt) gepamperte Nachkommen der Dandys?
Ich würde es noch etwas tiefer aufhängen: Das sind die zu
spät geborenen Popper der frühen Achtziger - nur noch etwas
geschmackloser unterwegs.
Die Münzstraße: „Logan’s Run“ in Adidas-Schühchen
„Kids“, liebe Fr. Rauscher, nenne ich (u.a.) jene, die mit
tendenziell lächerlichem Auftreten ihr Alter unter das per
Personalausweis nachweisbare zu drücken versuchen. In traurigen
Fällen sind die auch schon mal über 30.
Infantilismus, halt.
Ansonsten: „Menschen, die sich nicht dem Spießertum hingeben?“
Im Ernst?
Sie können natürlich Ihre eigenen Maßstäbe anlegen;
aber ich habe nur wenige „Scenes“ erlebt, die
spießiger, konformistischer, oberflächlicher durchs Leben
tänzeln als die Latte-Macchiato-Fraktion zwischen Hackeschem Markt
und Kollwitzplatz.
Dieses freudlose Nachäffen von Dingen, die man mal in der Wallpaper
oder bei Pinterest gesehen hat. Das Zusammenstellen von
Lifestyle-Accessoires, um die innere Ödnis zu
übertünchen, die leider in jedem unfreiwillig mitgehörten
Dialog durchschimmert.
„Voll toll, voll schön, voll leer, das Glas.“
Womit ich nicht sagen will, dass ich selber mit paarundzwanzig mehr
Inhalte und weniger Pose zu bieten gehabt hätte. :)
Mit 30 dann schon.
Darf ich antworten...
mit mitte 20 kann ich David nur voll und ganz recht geben...diese kids wollen doch eigentlich anders sein als der rest...aber sie sind so lächerlich gleich und der absolute mainstream!
Darf ich fragen,...
...Herr Winter, wie steinalt sie sein müssen, um Menschen zwischen
20 und 30 (die aus dem Artikel) als "Kids" zu bezeichnen? Oder
ist das nur ein hipper Ausdruck für Menschen, die sich nicht dem
Spießertum hingeben?
Es grüßt
Frau Rauscher.
Seltsamer Text. Was will der Autor jetzt genau sagen? Dass er Personen, die eine Hornbrille und ein Flanellhemd tragen, nicht ausstehen kann? Oder haben Berliner Hipster etwa zu Herrn Haas gesagt, er wäre ein Spießer und er will sich jetzt rächen? Da Herr Haas ja in Berlin lebt möchte ich ihm direkt noch ein paar Stichworte für die nächsten Texte geben. Damit lassen sich sicher auch noch ein paar Leser gewinnen: 1. Schwaben, 2. BER, 3. Gentrifizierung. Viel Spaß mit der Inspiration!
Die Kindheit ausleben wird nie gelingen, wenn man immer wieder den selben Strukturen, den selben Bildern folgt. Es ist vielleicht auch so, dass jemand den "Urhipster" sieht und das "cool" findet. Dann ahmt er ihn nach, weil er glaubt, dass das ihn vollkommen ausdrückt. Dieses bei sich oder anderen zu erkennen, muss jeder für sich selbst. (Eine Hilfe ist Die Kunst des Zuhörens von E. Fromm.) Ist es nicht paradox, so einen Schwanengesang zum Thema Hipster in der Rubrik Mode zu lesen? Mode, für ehrlich, souveräne Menschen, hat immer etwas kindisches, es muss so sein! Vielleicht sollte der Autor das eher so sehen, dass der sogenannte Hipster einfach nur sehr konsequent und damit erstaunlicherweise erfolgreich ist. So wie wichtige Leute Mini's fahren oder SUV's oder Sushi essen und bei Alnatura einkaufen um grün zu sein usw. und glauben, durch ihren Konsum etwas besseres gegenüber sich (und anderen) zu sein, genauso verkrampft und scheitert jede Mode vor demjenigen, der Ratio als Kultur bet
Unklar, was der Text aussagen will. Geht von dieser Gruppe irgendein politischer, ästhetischer oder philosophischer Impuls aus, der bedenkenswert wäre? Oder handelt es sich schlicht um gepamperte Nachkommen der Dandys und Flaneure, die leider zu ungebildet sind, um die Genealogie ihres Daseins zu reflektieren und die auch sonst nichts Wichtiges oder zumindest Interessantes zu sagen haben?
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 04.03.2013 13:50 UhrFür mich ...
... sind sie einfach nur albern, wenn sie sogar im Fitnessclub mit Mütze auf dem Laufband stehen. Aber jeder, wie er / sie mag.