Home
http://www.faz.net/-guu-qzq1
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER
 

Designer-ABC Zegna, Ermenegildo

Ein Porträt des Herrenausstatters Ermenegildo Zegna aus Italien, der 1910 den bis dahin einzigartigen britischen Maßanzügen den Kampf ansagte. Inzwischen führt der gleichnamige Enkel die Geschäfte.

Artikel Lesermeinungen (0)

Das italienische Unternehmen gehört zu den führenden Marken in der Luxus-Herrenbekleidung. Gegründet wurde es 1910 von Ermenegildo Zegna im norditalienischen Trivero, einer kleinen Region in den Biellesischen Alpen.

Der damals erst 20 Jahre alte Unternehmer hatte das kleine Textilgeschäft seines Vaters übernommen und sich zum Ziel gesetzt, hochwertige Stoffe zur Herstellung von Herrenbekleidung zu produzieren. Ein schwieriges Unterfangen, denn damals wurde der Textilmarkt für Herrenkonfektion von England und Schottland dominiert.

Eigene Herrenkollektion

Zegna begann die Produktion mit nur drei Webstühlen, aber schon in den dreißiger Jahren exportierte er seine feinen Stoffe in 40 Länder weltweit. In den sechziger Jahren übernahmen seine Söhne Angelo und Aldo die Leitung und weiteten das Angebot aus: Bei Zegna wird nun auch selbst geschneidert.

Man brachte eine eigene Herrenkollektion mit Anzügen heraus, die von Geschäftsleuten oder zu besonderen Anlässen getragen wurden. Zegna wurde zum Symbol für Qualität und Stil in der gehobenen Konfektion und lieferte annähernd so hohe Qualität wie Maßanzüge. Accessoires, Strickwaren und Sportbekleidung kamen hinzu.

Zegna ist einer der exklusivsten Marken in der Herrenkonfektion, dabei vermeidet man, allzu modisch zu sein. Die Kollektion ist exklusiv, lebt aber auch vom Understatement. Die Wintermode des italienischen Unternehmens präsentiert den modernen Gentleman im zeitlosen Shetlandlook und verarbeitete aufwendige Stoffe wie Wolle, Mohair und Kaschmir. Elegant ist die Silhouette der Zegna-Anzüge durch schmale Schultern und eine enge Taille.

Zukunft auf dem chinesischen Markt

Bis heute ist das Unternehmen in Familienbesitz. Seit 1998 führt es der gleichnamige Enkel des Gründers Ermenegildo Zegna gemeinsam mit seinem Cousin Paolo in der dritten Generation, aber auch weitere Cousins, Cousinen, Neffen und Nichten arbeiten bei dem zweitgrößten Herrenausstatter der Welt mit, der 1980 sein erstes Geschäft in Paris eröffnet und mittlerweile überall auf der Welt Stores hat.

Früh entdeckte man bei Zegna den chinesischen Markt und eröffnete in schon 1991 den ersten Markenshop in Peking – 2012 gab es dort zehn Geschäfte, In Deutschland acht.

Buchtipp: „Reclams Mode- und Kostümlexikon“, von Ingrid Loschek, Reclam-Verlag, Neuauflage 2005.

Quelle: FAZ.NET
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren (0) Merken Drucken
Weitere Empfehlungen
Modelabel Marc Cain „Mode muss verführen“

Marc Cain setzt auf Mode und Qualität. Hinter dem klangvollen Namen steckt solider deutscher Mittelstand. „Was wir in den vergangenen Jahren verdient haben, steckten wir wieder ins eigene Haus.“ Mehr

20.04.2014, 12:39 Uhr | Lebensstil
Uniqlo-Gründer Tadashi Yanai „Ändere dich – oder stirb“

Tadashi Yanai hat mit seinem Modekaufhaus Uniqlo die Märkte in Asien aufgemischt, jetzt zieht es ihn nach Deutschland. Was treibt diesen Mann? Mehr

11.04.2014, 15:07 Uhr | Lebensstil
Uniqlo eröffnet in Berlin Gekommen, um zu bleiben

Der japanische Textilriese Uniqlo eröffnet in Berlin seine europaweit größte Dependance und will mit „slow fashion“ die schnelllebige Konkurrenz das Fürchten lehren. Mehr

11.04.2014, 03:36 Uhr | Lebensstil
Weitersagen