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Designer-ABC Balenciaga, Cristóbal

In den fünfziger Jahren entwickelte er die I-Linie: gerade und ganz ohne Taille. Auch ansonsten war die Mode des spanischen Designers Cristóbal Balenciaga, der stets einen blauen Arbeitskittel trug, spartanisch und reduziert.

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Der Spanier Cristóbal Balenciaga gehörte Zeit seines Lebens zu den wichtigsten Modedesignern. Er bestimmte maßgeblich die Haute Couture der vierziger und fünfziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Seine Mode zeichnete sich nicht nur durch ein hohes Maß an Perfektion, sondern auch durch einen bewusst künstlerischen Anspruch aus.

Balenciaga war seiner Zeit voraus und schuf in den vierziger Jahren eine äußerst moderne Linie. Er setzte nicht die Taille in den Mittelpunkt, sondern entwarf Kostüme mit langen Jacken und runden Schultern, die am Rücken blousonartig fielen. In den fünfziger Jahren entwickelte er die I-Linie: gerade und ganz ohne Taille. Typisch für seinen Modestil waren Kimonoärmel, die für mehr Bewegungsfreiheit sorgen sollten, und locker fallende Cape-Boleros. Balenciaga ließ sich auch von der Flamenco-Mode seiner Heimat inspirieren, präsentierte sie aber so schlicht, wie es seinem Stil entsprach. „Ein Couturier muss ein Architekt für den Schnitt, ein Bildhauer für die Form, ein Maler für die Farben, ein Musiker für die Harmonie und ein Philosoph für den Stil sein“, sagte er. Für ihn bestand das Geheimnis von Eleganz im Weglassen.

Atelierchef des „Magazin du Louvre“

Cristóbal Balenciaga wurde am 21. Januar 1895 in Guetaria nicht weit von San Sebastian als Sohn eines baskischen Fischers geboren. Er interessierte sich von Kind an für Kleider und lernte bei seiner Mutter nähen. Der Marquesa de Casa Torres kopierte der damals 14 Jahre alte Balenciaga ein Kostüm von Christoph Drecoll, einem berühmten Schneider der Belle Epoque. Das gelang ihm so ausgezeichnet, dass die Marquesa daraufhin zu seiner Gönnerin wurde. Sie ermöglichte ihm eine Schneiderlehre in Madrid und schenkte ihm eine Reise nach Paris, wo er sich die Präsentationen der großen Couturiers anschauen konnte, die er aber schon damals als zu verspielt empfand.

Balenciaga arbeitete zunächst als Volontär und Atelierchef des „Magazin du Louvre“ in San Sebastian, bevor er dort seinen ersten Schneidersalon eröffnete, dem zwei weitere in Madrid und Barcelona folgten. Als 1936 der spanische Bürgerkrieg ausbrach, verließ er seine Heimat und eröffnete mit finanzieller Hilfe aus Madrid ein Haute-Couture-Haus in Paris. Bald gehörte er zu den angesehensten Modeschöpfern.

Modeschöpfer im blauen Arbeitskittel

Balenciaga, der stets einen blauen Arbeitskittel trug, galt als scheu und zurückhaltend. Er gab kaum Interviews und ließ sich nur selten fotografieren. Seine Defilées waren spartanisch und reduziert – nichts sollte von seinen Kreationen ablenken. Geladen waren bis auf wenige Journalisten nur Privatkunden. Seine Klientel stammte vornehmlich aus dem spanischen Hochadel, aber auch Königin Fabiola von Belgien, die Herzogin von Windsor und Fürstin Gracia Patricia gehörten zu seinen Kundinnen. Zu seinen Assistenten gehörten später berühmt gewordene Modeschöpfer wie André Courrèges, Emanuel Ungaro und Oscar de la Renta. Er beeinflusste zudem andere Designer wie Christian Dior, der ihn zeitlebens verehrte und über ihn sagte: „Die Haute Couture ist wie ein Orchester, dessen Dirigent Balenciaga ist. Wir anderen Couturiers sind die Musiker und folgen den Anordnungen, die er gibt.“

1968 schloss Balenciaga sein Atelier und zog sich nach Spanien zurück. 1971 erklärte er: „Das Leben, das die Haute Couture getragen hat, ist vorüber. Wirkliche Haute Couture ist ein Luxus, ein Luxus den man heute nicht mehr machen kann.“ Balenciaga starb 1972 in Valencia. Nach seinem Tod wechselte das Modehaus mehrmals seinen Besitzer und gehört seit 1997 zu der Gucci-Gruppe, die wiederum eine Tochter des französischen Luxuskonzerns Pinault-Printemps-Redoute (PPR) ist. Seit 1997 ist der Franzose Nicolas Ghesquière Chefdesigner des Hauses. Der Franzose gilt als einer der wichtigsten Modemacher der Zukunft und führt den Balenciaga-Stil fort, indem er Nüchternheit mit Überfluss und Schlichtheit mit Dramatik verbindet.

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