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Design-Export Michalsky, fernöstlich

18.07.2009 ·  Der Berliner Designer Michael Michalsky entwirft in Zukunft Mode für eine chinesische Marke. Für die China-Dongxiang-Gruppe entwickelt er eine komplette Sportkollektion für Männer und Frauen, Schuhe und Accessoires. Seine eigene Marke führt er weiter.

Von Alfons Kaiser
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Michael Michalsky entwirft in Zukunft Mode für eine chinesische Marke. Der 42 Jahre alte Berliner Designer sagte dieser Zeitung, er habe einen Vertrag mit der China-Dongxiang-Gruppe unterschrieben. Seine eigene Marke Michalsky führt er weiter. Für Dongxiang entwickelt er nun eine komplette Sportkollektion für Männer und Frauen sowie Schuhe und Accessoires. In der nächsten Woche wird der Designer abermals nach Peking reisen, um mit den Produktmanagern den Kollektionsplan für Sommer 2010 zu erstellen.

Nach Jil Sander, die im Herbst die ersten Ergebnisse ihrer Zusammenarbeit mit dem japanischen Billiganbieter Uniqlo präsentieren wird, ist Michalsky erst der zweite deutsche Designer, der für eine große ostasiatische Bekleidungsmarke arbeitet. Seine Berufung ist als ein weiteres Zeichen dafür zu verstehen, dass sich China von seiner Rolle als Produktionsstandort emanzipiert und auch vom Design her international wettbewerbsfähig sein möchte. Erst vor drei Jahren war es Frankie Xie als erstem chinesischen Modemacher geglückt, auf den offiziellen Schauenkalender des Pariser Prêt-à-porter zu gelangen. "Für viele große chinesische Marken", sagt Michalsky, "ist der nächste Schritt die internationale Ausrichtung. Früher machte China ,Me-too'-Produkte, heute wollen sie designerisch eigenständig sein."

Der chinesischen Textilindustrie fehlt es an Stil

Die China-Dongxiang-Gruppe ist die führende Sportswear-Marke Chinas. Aufgebaut wurde sie von Chen Yihong, nach "Forbes"-Angaben im Jahr 2008 auf dem 743. Rang der reichsten Menschen und dem 46. Platz unter den reichsten Chinesen. Öffentlich bekannte Chen mehrfach, dass es der chinesischen Textilindustrie nicht an technischer Expertise fehle, sondern an Stil. Offenbar will er anhand der Sportswear-Marke Kappa, für die er die Rechte in China, Japan und Macau hält, seine modische Kompetenz ausbauen. Chen, der Michalsky vor einem Jahr erstmals kontaktierte und auch andere internationale Designer in der Auswahl hatte, will zunächst die Indoor-Sportswear (wie Basketball und Tischtennis) vom Design her besser aufstellen. Im Februar wird die Kollektion präsentiert. Das Großunternehmen, das mehrere Sportswear-Kollektionen in Tausenden Geschäften vertreibt, erhofft sich auch Einflüsse auf die anderen Marken.

Zeitlich nicht begrenzter Vertrag

Die Zusammenarbeit ist das bisher wichtigste Projekt der Michalsky-Abteilung "designlab", die Auftragsarbeiten übernimmt und zum Beispiel für Sony-Laptops Taschen entworfen hat. Bislang ist die im Jahr 2006 gegründete Marke Michalsky, deren Schau für Frühjahr und Sommer einer der Höhepunkte der Berliner Modewoche Anfang Juli war, noch nicht profitabel. Der zeitlich nicht begrenzte Vertrag mit Dongxiang wird Michalsky also nach dem Auslaufen des Designvertrags mit Tchibo auch dazu dienen, seine eigene Marke zu finanzieren. Gemeinsam mit seinem Investor Volker Tietgens, der an der Marke mit einer substantiellen Minderheit beteiligt ist (die anderen Anteile hält Michalsky selbst), hat der Designer in China schon Marktforschung betrieben. In Peking, Schanghai, Guangzhou und Jinjiang beobachteten die beiden, was junge Leute auf der Straße tragen, welche Produkte zu welchen Preisen die Wettbewerber anbieten, wie die Waren in den Läden präsentiert werden. Dabei stellten sie fest, dass sich die modischen Unterschiede einebnen: "Die Kids in Peking sehen nicht mehr anders aus als die in Bangkok", sagt Michalsky. Einige Sportschuhe brachten die beiden zurück nach Berlin, um sie dort auseinanderzunehmen. "Die Qualität ist gut", sagt Tietgens. "Was fehlt, ist Design."

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Jahrgang 1965, verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Deutschland und die Welt“.

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