09.02.2005 · Das Parkticket einfach mit dem Handy bezahlen? Bei einem Modellversuch in Berlin wird jetzt das „Handy-Parken“ getestet. Auch Fahrscheine für öffentliche Verkehrsmittel könnten bald per SMS erhältlich sein.
Mit mehr als 1100 Anmeldungen hat am Dienstag in Berlin der Modellversuch „Handy-Parken“ begonnen. In den Bezirken Mitte, Charlottenburg-Wilmersdorf und Tempelhof-Schöneberg können nun Parkgebühren per Handy bezahlt werden, wie der Geschäftsführer der Betreiberfirma Mobile Parking, Thomas Tampier, erläuterte. Nach Anmeldung im Internet muß beim Abstellen des Autos lediglich eine kostenlose Telefonnummer angewählt werden, beim Losfahren ebenso. Möglich ist auch eine Meldung per SMS. Die Parkgebühren werden jeweils zum Monatsende vom Bankkonto eingezogen. Der Berliner Modellversuch läuft zunächst ein Jahr lang. Der ADAC sieht einen Vorteil darin, daß die Kleingeldsuche an Parkscheinautomaten ein Ende hat.
Die Berliner BVG plant sogar Kurzstrecken- und Einzelfahrscheine sowie Tagestickets künftig auch per SMS verkaufen. „Im Laufe des nächsten Jahres wollen wir das System am Markt haben“, sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz der „tageszeitung“. Man verhandle bereits mit einem Anbieter. „Ist das nicht erfolgreich, schreiben wir noch in diesem Jahr ein Angebot aus.“ Der SMS-Fahrschein wird dem Bericht zufolge folgendermaßen funktionieren: Jedes der drei angebotenen Tickets erhält eine eigene Codenummer. Der BVG-Kunde schickt den Code an eine Telefonnummer, postwendend erhält er eine Antwort-SMS mit Einstiegsort und Uhrzeit. Diese Kurznachricht gilt dann als Fahrschein. Das Verfahren funktioniere völlig anonym, sagte Reetz. Bezahlt werde per Handyrechnung. Die geplante elektronische Offerte geht auf einen Feldversuch im Oktober 2002 zurück: In dem Monat verkaufte die BVG 8000 Fahrausweise per SMS, jeder zehnte davon war eine Tageskarte.