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Misslungene Restauration Seht her, ein Affe!

 ·  Sie wollte doch nur ein gutes Werk tun: Weil das Christusgemälde in der Dorfkapelle nicht mehr gut aussah, griff die Spanierin Cecilia Giménez zum Pinsel. Nach der Restaurierung aber war das alte Bild nicht wiederzuerkennen - und die Hobby-Malerin wurde zum Gespött der ganzen Welt.

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Reinhard Wolf

So könnte es also sein, dass Cecilia Giménez, [...] zu hohen Ehren und überraschendem Ruhm kommt.

Wieso "könnte"? Sie IST bereits zu hohen Ehren und überraschendem Rum gekommen! Oder wann in der Kunstgeschichte haben sich zuvor schon einmal so viele Menschen in so kurzer Zeit mit einem Gemälde auseinandergesetzt ... und vor allem so viel Spaß gehabt? Ich behaupte: Die "Venus von Willendorf" kennen weniger Menschen als bereits heute "Ecce mono"!

... und Kunst kommt nicht von Können: Cecilia Giménez ist mit Ihrem Kunstwerk Ecce mono der Beweis dafür!

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Karl S. Walter

»Gespött der Welt« vs Urheberin eines Weltlachens

Cecilia Giménez gerät nicht »zum Gespött der Welt«. Welch ein unreflektierter Unsinn. Ihr ist gelungen, der Welt ein befreiendes und befreites Gelächter zu entlocken. Welcher der Spötter dieser frommen alten Dame hat das je vollbracht?

Wenn Cecilia Giménez' Händen - ob freiwillig oder unfreiwillig - ein die Welt erheiternder Art Brut-Ecce Homo gelungen ist, ist das sehr berichtenswert. Das könnte anmaßungsfreien Nachrichtenprofis auch ohne Entwürdigung einer alten Frau gelingen. Solche Überlegenheitsgesten fallen in aller Regel den Autoren tonnenschwer auf die Füße.

N. b. sind schon bedeutendere Kunstwerke mit belangloseren und uninspirierteren Bildern übermalt worden.

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Marie Louise

zuerst *Lachtränen abtrocknen*

dieses köstliche Beispiel zeigt sehr anschaulich, wie leicht man sich selbst überschätzt und die Fähigkeiten anderer unterschätzt.
Ich würde, wenn es meine Kirche wäre und ich nicht beliebig viel Geld hätte, einen ganz normalen Künstler in meiner Gemeinde (den gibt es ganz sicher) fragen, ob er das alte schöne Gemälde wieder malen möchte, zu einem ganz normalen Stundenlohn.

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Martin Frosch
Martin Frosch (totalk) - 23.08.2012 22:51 Uhr

durchaus eine nette Begebenheit,

aber wie in 'Herrgottes'namen hat es diese Belanglosigkeit in die internationalen Medien geschafft?

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Winfried Böhme

Wieso eigentlich bloß „Trashkultur“ ? Ist nicht die Grenzziehung längst bloße Formalität geworden?

Zitat: „So könnte es also sein, dass Cecilia Giménez, die bisher mit ihren HobbyArbeiten keine besondere Anerkennung gefunden hat, im Zeichen der Trashkultur zu hohen Ehren und überraschendem Ruhm kommt.“

Wieso eigentlich bloß Trashkultur? Die FAZ schreibt doch auch schon darüber! Wäre die Übermalung etwa von Meeze, würde die Kunstwelt jubeln und die Sache mindestens nach Kassel und auf die Documenta bringen. Für die Kunstfonds und die Kunstanleger wäre es ein Millioneninvestment und unseren Kuratoren und Kunsthistorikern gäbe es Gelegenheit für seitenlange Jubelbetrachtungen in unseren Kunstzeitschriften, wo man es zum wichtigen Ausdruck unserer Gegenwart erklären würde etc., etc. Der Kunstmarkt hat lediglich versäumt, die Dame vorher zur Marke aufzubauen. Deshalb erklärt er eilig, es wären bloß „Hobbyarbeiten“ und „Trashkultur“, obwohl es doch, vom Werk her gesehen, gar keinen Unterschied zu den Markenprodukten des heutigen Kunstbetriebs gibt.

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Eugen Burljaev

Traurig, aber...

ich hatte vor Lachen tränen in den Augen! Es ist zwar moralisch schwer zu erklären, warum die Verunstaltung von historischen Kunstwerken amüsant sein soll. Aber mal ehrlich, wer hatte beim lesen des Artikels nicht zumindest ein Lächeln im Gesicht? Dies gehört klar in die Kathegorie: "Die besten Geschichten schreibt das Leben". Endlich mal etwas zum schmunzeln in Zeiten der Eurokrise und des Syrienkonflikts. Herrlich!

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Holger Schreck
Holger Schreck (Osztrak) - 23.08.2012 21:10 Uhr

Die gute Frau ist wohl Darwinistin

Ist doch mal eine ganz unverkrampfte Interpretation. Kauf ich!

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franz  feldmann

Aussehen wie ein Affe

Man soll ehrlich sein: das Original gehört in eine grausliche weltentschwebte Tradition, akademisch und geistlos. Das neue Original ist quasi art brut und von der geistigen Ausstrahlung liebenswert, irdisch. Es mag aussehen wie ein Affe. Spötter am Christentum freuen sich wie Kinder über ein neues Spielzeug angesichts der dadurch möglichen Polemik. Nun, wenn sie es denn nötig haben, sich gegenüber anderen Primaten abzugrenzen...

Die Sache hat einen Clou! Wir leben in einer Zeit, die die Natur nicht mehr als Feind des Menschen sieht, den er sich zu unterwerfen habe. Das Tier ist Gefährte und nicht mehr Sklave- jedenfalls gedanklich. Und jetzt hat jemand mit einer gewissen Tolpatschigkeit Christus, den Sohn Gottes in dieses Zwielicht gestellt. Das ist, mit Verlaub, unbewusst genial!
Philosophisch stellt sich immer mehr die Frage nach einer Ethik bei Primaten, Mitfühlen u. Lachen sind nachgewiesen. Wir selbst sind biolog. nichts anderes als eine tierische Spezies.

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Armin Geißler
Armin Geißler (navras) - 23.08.2012 19:46 Uhr

deshalb mag ich kunst

jeder hat ja seinen eigenen kunstbegriff. kunst kommt von können, sagen viele. und besagte hobby-malerin kann es offenbar nicht.

ja, gut möglich. aber ihr "verhunztes" werk ist trotzdem toll. nicht weil es gut aussieht, sondern weil es eine geschichte erzählt. dieses bild regt zu gesprächen an, es ist ein sehr persönliches statement über das verhältnis einer frau zu ihrer kirche. außerdem reden wir hier über das bild von jemandem, der sich wohl nie darum gekümmert hat, ob andere mit seinem aussehen zufrieden sind.

jemand malt also sein eigenes jesus-bild. etwas unorthodox eben. ich musste trotzdem lächeln.

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Henning Papendorf

weit mehr Besucher als je zuvor...

... werden jetzt in diese Klosterkirche pilgern, wenn man hoffentlich !! das total verhunzte Bild so lässt wie es ist. Aus künstlerisch restauratorischer Sicht natürlich eine Katastrophe, aber als PR-Gag für diese Kirche und als Mittel, das Lachen in der Welt zu vermehren - Lachen macht gesund - , kaum zu übertreffen. Ich habe micht echt schlapp und Tränen gelacht, vor allem als ich das Interview dazu auf euronews gesehen habe, wo sich die gute Frau vehement versucht zu rechtfertigen... ein absoluter Brüller. Wann hat man je so viel Spaß in der Kirche gehabt?

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Jahrgang 1961, Feuilletonkorrespondent für Spanien und Portugal mit Sitz in Madrid.

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