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Mißbrauchs-Prozeß „Diese Leute sind böse“

23.03.2005 ·  Nach Angaben der Komikerin Louise Palanke soll die Mutter des Hauptbelastungszeugen im Jackson-Prozeß ihr einen telefonischen „Hilferuf“ aus Neverland geschickt haben. Die Frau habe geflüstert: „Sie hören alles, was ich sage. Diese Leute sind böse.“

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Der jugendliche Hauptbelastungszeuge im Prozeß gegen Michael Jackson ist zusammen mit seiner Familie nach Einschätzung einer Zeugin von Mitarbeitern des Popstars vorübergehend festgehalten worden. Komikerin Louise Palanker sagte, die Mutter des damals 13 Jahre alten Jungen, den Jackson laut Anklage sexuell mißbraucht haben soll, habe sie kurz nach Ausstrahlung einer TV-Dokumentation über den Musiker im Februar 2003 angerufen.

Sie habe verängstigt geklungen. „Sie war sehr aufgeregt und flüsterte fast“, sagte Palanker vor dem Gericht in Santa Maria. Die Frau hätte sie gebeten, nicht unter derselben Nummer zurückzurufen, mit den Worten: „Sie hören alles, was ich sage. Diese Leute sind böse.“

Zur Mitwirkung gezwungen

Die Frage, ob die Kinder in der Schule seien, habe die Mutter verneint, dann habe sie geweint. Wo die Frau sich zum Zeitpunkt ihres Anrufs aufhielt, konnte Palanker nicht sagen. Nach dem Telefonat habe sie ihren Anwalt angerufen. „Ich hatte das Gefühl, daß sie gegen ihren Willen festgehalten wurden“, sagte Palanker.

Mit Palankers Aussage wollte die Staatsanwaltschaft den Vorwurf untermauern, daß Jackson die Familie zur Mitwirkung an einem Video zwang, um den für ihn belastenden BBC-Bericht zu widerlegen. In dem Dokumentarfilm hatte der Popstar eingeräumt, mit Kindern das Bett zu teilen. Auch der Jugendliche, der Jackson des sexuellen Mißbrauchs beschuldigt, war in dem Bericht zu sehen.

Beziehungen zu Prominenten ausgenutzt

Jacksons Mitarbeiter drehten anschließend eine Art Gegendarstellung. Die Verteidigung wirft dem Jugendlichen und dessen Familie vor zu lügen, um von dem Popstar Geld zu erpressen. Die Mutter habe aus finanziellen Motiven Beziehungen zu Prominenten ausgenutzt.

Auch Palanker schenkte der Familie des damals krebskranken Jungen, die sie auf einer Veranstaltung für unterprivilegierte Kinder kennen gelernt hatte, nach eigener Aussage insgesamt 20.000 Dollar. Zur ersten Spende in Höhe von 10.000 Dollar habe sie sich ganz spontan entschlossen, weitere 10.000 Dollar habe sie der Familie auf Bitten des Vaters überlassen, sagte die Zeugin.

Jackson, der nach eigenen Angaben an starken Rückenschmerzen leidet, erschien am Dienstag pünktlich vor Gericht, nachdem er am Vortag einige Minuten zu spät gekommen war. Er lächelte, bewegte sich aber nur langsam. Als er das Gerichtsgebäude verließ, sagte er zu Journalisten: „Mir geht es besser.“

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