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Mittwoch, 19. Juni 2013
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Milzbrand Tierkrankheit als biologische Waffe

 ·  Milzbrand kann und wird als biologische Waffe eingesetzt. Ob der aktuelle Todesfall in den USA ein solcher Anschlag war, ist weiterhin unklar.

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Zwei Fälle von Milzbrand haben die Ermittler in den Vereinigten Staaten aufgeschreckt: Die oft tödlich verlaufende Krankheit tritt beim Menschen äußerst selten auf. In den USA wurde der letzte Fall 1976 gemeldet. Da der Milzbrand-Erreger auch als biologische Waffe eingesetzt werden kann, wächst nun die Furcht vor einem Anschlag durch Terroristen.

Bislang ist unbekannt, wie sich die beiden erkrankten Reporter in Florida, von denen einer starb, anstecken konnten. Die Ermittler schließen aber aus, dass dies auf natürliche Art - über Kontakt mit erkrankten Tieren - geschehen ist. Nachgewiesen wurde der Bazillus auf einer Computertastatur sowie auf einem Brief, der in den Büroräumen der Zeitung „Sun“ einging, gefunden wurde.

Bei frühzeitiger Behandlung mit Antibiotika kann die gefährliche Krankheit gestoppt werden, wenn sie richtig erkannt wird. Die ersten Anzeichen der Erkrankung beim Menschen können als Insektenstich, Grippe oder Lungenentzündung fehlgedeutet werden.

Eigentlich eine Tierkrankheit

Milzbrand ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die in erster Linie bei Rindern, Pferden, Schafen oder Schweinen in warmen Klimazonen auftritt. In industrialisierten Ländern und noch dazu beim Menschen kommt die auch in Deutschland meldepflichtige Krankheit nur sehr selten vor. Direkter Kontakt mit erkrankten Tieren oder Verzehr verseuchten Fleischs kann Milzbrand beim Menschen auslösen. Um so alarmierter reagierten nun die US-Behörden, denn die beiden Fälle in Florida traten bei Arbeitskollegen einer Boulevardzeitung auf. Der Erreger - bacillus anthracis - wurde auf einer Computer-Tastatur gefunden.

Der Name Milzbrand geht auf die Beobachtung an erkrankten Tieren zurück, dass sich die Milz vergrößert, verfärbt und wie „verbrannt“ aussieht. Milzbrand oder auch Anthrax wird durch einen Bazillus übertragen, der Giftstoffe bildet und die Blutgefäße bis in die kleinste Aufzweigung schädigen kann.

Drei Arten von Milzbrand

Je nachdem wie der Erreger aufgenommen wird, kann er sich auf der Haut, in der Lunge oder dem Darm ausbreiten. Beim Menschen tritt der so genannte Hautmilzbrand am häufigsten auf. Über kleine Verletzungen an der Hand oder im Gesicht wird der Erreger aufgenommen. Zunächst sieht die Infektion wie ein Mückenstich aus, dann bildet sich ein schmerzloses Geschwür. Hohes Fieber, Benommenheit, Kreislauf- und Herzrhythmusstörungen sind die Folge. Ohne Therapie verlaufen laut Robert-Koch-Institut etwa fünf bis 20 Prozent der Fälle von Hautmilzbrand tödlich. (Klicken Sie auf die Grafik, um eine Übersicht über die Milzbranderkrankungen zu bekommen.)

Wesentlich seltener und gefährlicher ist der Lungenmilzbrand, der in Florida als Todesursache vermutet wird und der wie eine schwere Lungenentzündung verläuft. Die Sporen des Bazillus werden eingeatmet und setzen sich in der Lunge fest. Die Patienten haben meist hohes Fieber, häufig Schüttelfrost, Husten und Atemnot.

Die dritte Variante ist der Darmmilzbrand, der durch den Verzehr von rohem Fleisch oder ungekochter Milch von erkrankten Tieren entstehen kann. Innerhalb kurzer Zeit entwickeln sich blutige Durchfälle und Schocksymptome. Die Überlebenschance ist laut Robert-Koch-Institut auch bei Behandlung schlecht. Ohne oder nur mit verspäteter Therapie verlaufen Lungen- und Darmmilzbrand meist innerhalb von zwei bis drei Tagen tödlich.

Gegenmaßnahmen

Eine Impfung gegen Milzbrand ist möglich. Aber nur, bevor der Patient mit dem Erreger in Berührung kommt. Obwohl eine Impfung zahlreiche Nebenwirkungen hervorruft und unkalkulierbare Risiken birgt, werden in den USA Soldaten der Streitkräfte vorsorglich seit einigen Jahren geimpft. Bereits 1997 ordnete das Pentagon an, dass alle am Persischen Golf stationierten Soldaten geimpft werden sollen. Schon damals verfügte Irak nach Ansicht der USA über biologische Waffen - Milzbranderreger sollten darunter sein (siehe auch den Link: Geächtet, aber nicht ausgerottet). Der frühere CIA-Direktor James Woolsey konstatierte 1998: „Es ist nur ein bisschen schwieriger, Milzbrand-Bakterien herzustellen, als ein kleines Hinterhoflabor zu betreiben.“

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