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Michael Jackson : Kranker schwarzer Mann

  • -Aktualisiert am

Ein Foto des Teenagers, der unter schlimmer Akne und offenbar auch schon ersten hellen Stellen am Haaransatz litt Bild: picture-alliance/ dpa

Michael Jackson strebte nicht nach dem weißen Schönheitsideal. Er litt an der sogenannten Weißfleckenkrankheit, wie Bilder aus den frühen Jahren des Stars zu belegen scheinen. Auch andere Indizien stützen die These, dass Jackson hautkrank war.

          „Ich schaue in den Spiegel und ich weiß, ich bin schwarz“, sagte Michael Jackson, als er mit dem Vorwurf konfrontiert wurde, er verleugne seine Wurzeln als Afro-Amerikaner. Selbst seine Bewunderer mochten es ihm nicht mehr glauben, denn am Ende hatte er weder eine weiße Weste noch eine dunkle Hautfarbe. Das Bleicherwerden seiner Haut wird dabei zusammen mit seinen plastischen Operationen - erkennbar vor allem an der veränderten Nase - als Streben nach einem „weißen“ Schönheitsideal gedeutet. Vereinzelt werben indessen eingefleischte Anhänger um Verständnis für den „King of Pop“ und trennen die kosmetischen von den medizinischen Eingriffen. Jackson habe an einer weitverbreiteten Hautkrankheit gelitten. Das unnatürliche Weiß der späten Jahre sei dem Versuch geschuldet, die immer größer werdenden weißen Flecken auf seiner dunklen Haut im Gesicht zu vereinheitlichen.

          Die Rede ist von der Vitiligo, die im Deutschen nicht umsonst Weißfleckenkrankheit heißt. Sie kommt bei allen Rassen vor, etwa ein Prozent aller Menschen ist betroffen, auf der ganzen Welt sind es Millionen. Den Patienten fallen plötzlich weiße Flecken auf, zum Teil symmetrisch verteilt, etwa auf beiden Handrücken, bevorzugt auch im Gesicht. Man kennt keine Ursache. Man findet lediglich, dass es in den weißen Flecken der Oberhaut keine Zellen mehr gibt, die das Pigment Melanin herstellen. Die Konzentration und Schichtung dieses Farbstoffs bestimmt die Hautfarbe aller Menschen. Die Theorie besagt, dass sich die Melanozyten entweder selbst zerstören, oder sie werden von körpereigenen Abwehrzellen eliminiert. Warum das passiert, weiß niemand. Die Flecken können sich spontan zurückbilden, häufiger jedoch dehnen sie sich aus, so dass mitunter nur noch Brücken gesunder, dunkler gefärbter Haut zurückbleiben.

          1993 erstmals dazu bekannt

          „Tatsächlich machen es allein manche Bilder, die im Internet von Michael Jackson zu sehen sind, mehr als plausibel, dass er an der Weißfleckenkrankheit litt“, sagt Hans Meffert. Der Berliner Dermatologe betreute an der Charité Hunderte von Vitiligo-Kranken, inzwischen behandelt der Professor Vitiligo-Patienten in einer Hautarztpraxis. Auch einige seiner amerikanischen Kollegen hielten es für wahrscheinlich, dass Michael Jackson an Vitiligo erkrankt war. Nicht selten weise man die eigenen Patienten auf den berühmten Leidensgenossen hin. Obwohl sich letztlich kein Dermatologe auf eine Diagnose festlegen möchte, bevor er den Patienten nicht „von der Locke bis zur Socke“, also am ganzen Körper, selbst inspiziert hat, erhärten viele andere Indizien die These, dass Michael Jackson hautkrank war.

          Er selbst hat sich erstmals im Jahr 1993 in einem Interview mit der berühmten Fernsehmoderatorin Oprah Winfrey dazu bekannt. Gleichzeitig verwahrte er sich vehement dagegen, seine Haut aus freien Stücken zu bleichen, nur um hellhäutig zu werden. Die Vitiligo-Fraktion unter seinen Anhängern ruft dafür zudem als Zeugin Karen Faye auf, die Jackson mehr als 20 Jahre lang geschminkt hat. Lange habe sie versucht, so wird sie zitiert, die hellen Stellen dunkel zu überschminken, bis sie so überhandgenommen hätten, dass es leichter gewesen sei, die verbleibenden Reste aufzuhellen. Ob nun durch Schminke oder durch frei verkäufliche Hautbleichmittel wie Hydrochinon, bleibt dahingestellt.

          Aufhellen kein unüblicher Weg

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