Home
http://www.faz.net/-gum-74zhe
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
50 plus

Metallteile im Teig Wagner ruft neun Millionen Pizzen zurück

Wegen möglicher Metallstückchen im Essen ruft die Nestlé-Tochter Wagner neun Millionen ihrer Tiefkühlpizzen zurück. Zwei Verbraucher hatten die Pizzen reklamiert.

© dapd Vergrößern Wagner-Tiefkuehlpizza

Der Tiefkühlhersteller Wagner ruft vorsorglich rund neun Millionen Pizzen zurück, weil kleine Metallteile im Pizzateig gefunden wurden. Ein Kunde hatte auf einen etwa zwei Zentimeter großen Edelstahlstift gebissen und sich ein Stück Zahn abgebrochen, wie ein Unternehmenssprecher am Dienstag in Nonnweiler (Saarland) sagte. Daraufhin habe das Unternehmen die Rückrufaktion gestartet. Betroffen seien alle Produkte der Linien „Die Backfrische“ und „Big Pizza“ mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum bis einschließlich November 2013 sowie einzelne Produkte, die im Ausland vertrieben werden.

Bei dem Fremdkörper handelte es sich laut Wagner um ein Bauteil aus einer Mehltransportmaschine. Während der Produktion habe sich das Teil gelöst und sei mit dem Mehl in den Teig gelangt. Noch ein weiterer Kunde habe ein Metallteil entdeckt.

Pizzen seit Juni im Handel

Verbraucherschützer warnen vor Gesundheitsrisiken. „Neben den Zähnen könnten Metallteile auch den Magen-Darm-Trakt oder die Speiseröhre verletzen“, sagte Barbara Schroeter von der saarländischen Verbraucherzentrale. Das Unternehmen müsse jetzt schnell und umfassend erklären, wie die Teile in die Pizza gelangen konnten und was sie jetzt dagegen unternehmen wollen.

Laut Wagner ist der Defekt an der Maschine bereits behoben. „Unsere Produktqualität ist uns sehr wichtig. Deshalb haben wir uns schnell entschieden, die Pizzen vorsorglich zurückzurufen“, sagte der Sprecher der Nestlé-Tochter.

Dem Unternehmen zufolge sind die zurückgerufenen Produkte seit Juni diesen Jahres im Handel. Betroffene Kunden bekämen ihr Geld zurück, wenn Sie das ausgeschnittene Mindesthaltbarkeitsdatum per Post an das Unternehmen schickten.

Vorfälle anderer Hersteller

Ähnliche Fälle kommen in der Branche häufiger vor, allerdings wird nur selten das Ausmaß bekannt. Im September hatte die Supermarktkette Kaufland Bierschinken zurückgerufen, weil Glassplitter in den Schinken gelangt waren. Bei Edeka waren im Februar Metallteile in der Fleischwurst entdeckt worden. Zwei Jahre zuvor hatten winzige Metallteile dafür gesorgt, dass der Konzern Unilever rund 100.000 Packungen „BiFi“-Würstchen zurückrufen musste. Noch dicker kam es im gleichen Jahr für das amerikanische Lebensmittelunternehmen Kellogg’s: Weil die Plastikfolie im Karton derart ausdünstete, dass Kunden übel wurde, rief der Konzern in den Vereinigten Staaten 28 Millionen Packungen mit Frühstücksflocken zurück.

Der Tiefkühlhersteller aus Nonnweiler ist eine hundertprozentige Tochter des Lebensmittelkonzerns Nestlé. Nach eigenen Angaben produziert das Unternehmen etwa 280 Millionen Tiefkühlpizzen im Jahr.

Quelle: DPA

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Korruptionsverdacht Zahlte Bilfinger Schmiergeld für WM-Auftrag?

Der Baukonzern Bilfinger steht im Verdacht, sich einen Auftrag zur Fußball-WM mit Bestechungsgeldern gesichert zu haben. 20 Millionen Euro sollen laut einem Medienbericht geflossen sein – an Lokalpolitiker und Verantwortliche der Fifa. Mehr

22.03.2015, 05:12 Uhr | Wirtschaft
Frankreich Millionen-Entschädigung für vertauschte Babys

Die tragische Verwechslung einer Klinik im Süden Frankreichs liegt bereits über zwanzig Jahre zurück. Die Mütter und Kinder bekommen von der Klinik nun eine Entschädigung in Höhe von mehreren Millionen Euro. Mehr

11.02.2015, 09:30 Uhr | Gesellschaft
Mittelstandsanleihen-Ticker Anleger verklagen Creditreform wegen Mox-Telecom-Rating

Das Rating der Immobilienentwickler Stern und Hahn sinkt auf BBB-. Steilmann-Boecker begibt eine neue Anleihe. Mehr

16.03.2015, 13:16 Uhr | Finanzen
Avallon Filmreifer Juwelenraub in Frankreich

Es ist ein Juwelenraub wie aus einem Hollywoodfilm. Dienstagnacht überfielen mehrere Männer bei Avallon zwei Lieferwagen, die sie mit Baggern aufbrachen. Die Flucht gelang mit zwei Transportern und vier Sportwagen. Die Beute: Juwelen im Wert von neun Millionen Euro. Mehr

12.03.2015, 09:27 Uhr | Gesellschaft
Schmuckhersteller in Ba-Wü Es geht ums Gold

Schmuckhersteller wie der Traditionsbetrieb Wellendorff haben Pforzheim berühmt gemacht. Doch der Haushalt der Goldstadt ist klamm, die Arbeitslosenquote hoch - allerdings nicht wegen der Schmuckfabrikanten. Mehr Von Holger Paul

19.03.2015, 06:00 Uhr | Beruf-Chance
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 11.12.2012, 15:19 Uhr

Trennung bei Schaumburg-Lippes Fürstenpaar ist „am Alltag gescheitert“

Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe und seine Frau Nadja-Anna gehen getrennte Wege, Uwe Timm war ein Herumtreiber, und Schauspieler Elijah Wood mag es unheimlich – der Smalltalk. Mehr 4

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden

Risiko Pilot

Von Nikolas Busse

Hundertprozentige Sicherheit kann es nicht geben? Ja, aber trotzdem muss die Gefahr verringert werden, dass ein Selbst- und Massenmörder im Cockpit zuschlagen kann. Ein Kommentar. Mehr 89 34