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Zwei Jahre nach dem Tod von Loki Helmut Schmidt hat eine neue Partnerin

 ·  Helmut Schmidt hat in seiner Mitarbeiterin Ruth Loah im Alter von 93 Jahren eine neue Lebensgefährtin gefunden. Beide kennen sich schon seit 1955.

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Nach dem Tod seiner Ehefrau Loki gab sie Helmut Schmidt Halt. Nun ist Ruth Loah, lange eine der engsten Mitarbeiterinnen des Altkanzlers, auch seine neue Lebensgefährtin. Das gab der 93 Jahre alte Herausgeber der „Zeit“ am Donnerstag in einem Interview mit dem Magazin der Wochenzeitung bekannt. Auf die Frage des Chefredakteurs Giovanni di Lorenzo „Gibt es außer Loki einen Menschen, an den Sie beinahe täglich denken?“ antwortet Schmidt: „Beinahe täglich denke ich an meine Freundin Ruth Loah.“ Auf die Nachfrage, ob es sich um seine neue Lebensgefährtin handele, antwortet er in der für ihn typischen Prägnanz: „Ja.“

Er kenne sie seit 1955. „Sie war mal meine Mitarbeiterin, auch bei der ,Zeit’. Sie ist eine große Hilfe.“ Noch ist wenig über die neue Frau an seiner Seite bekannt. In dem Buch „Kindheit und Jugend unter Hitler“ aus dem Jahr 1992 erzählt Ruth Loah aber über ihre ersten 20 Lebensjahre. 1933 geboren, war sie das drittälteste von acht Kindern. „Unser Pastor in Hannover-Limmer“, schreibt Ruth Loah in dem Buch, „wollte mich 1934 zunächst nicht auf den Namen Ruth taufen, da das ein jüdischer Name sei – aber meine Mutter hat sich durchgesetzt.“ Ihr Vater, der in den dreißiger Jahren zusammen mit dem späteren Hannoveraner Oberbürgermeister August Holweg im Widerstand war, arbeitete als Dreher bei der Hanomag, ihre Mutter hatte vor der Heirat in verschiedenen Haushalten ausgeholfen.

Nach dem Krieg trieb es sie zu den Sozialdemokraten

Anschaulich schildert Ruth Loah in dem Sammelband, wie die Familie während des Krieges unter zum Teil widrigsten Umständen in Hannover leben musste: „Wir lebten jetzt – 1942 – zu zehnt in sieben winzigen Räumen auf insgesamt etwa vierzig Quadratmetern Wohnfläche. Das Familienleben fand in der höchstens neun Quadratmeter großen Wohnküche statt, die anderen Räume waren vollgestopft mit Betten und Schränken.“ Da die alliierten Bombenangriffe vor allem großen Städten galten, schickten die Eltern ihre Tochter Ruth im Spätsommer 1942 weg aus Hannover – zum Onkel in ein kleines Dorf bei Stadthagen. Dort besuchte sie die Dorfschule. „Wir waren etwa fünfundzwanzig Kinder von sechs bis vierzehn Jahren und wurden alle in einem Raum unterrichtet.“ In Hannover hatte die kleine Ruth noch die Sütterlin-Schrift gelernt. „In dieser Schule musste ich mich auch auf die lateinische Schreibweise umstellen.“

Mehrere Mal nahm Ruth Loah an der „Kinderlandverschickung“ teil. In den Kinderlandheimen sei es streng zugegangen. Abends sei aber manchmal gesungen und Theater gespielt worden. Dort habe sie sich „sehr wohl“ gefühlt. Man habe Disziplin, Ordnung, Sauberkeit, Pflichtbewusstsein, Zuverlässigkeit und Gehorsam beigebracht bekommen. Diese Eigenschaften seien für ihr weiteres Leben „nur von Vorteil“ gewesen. Absoluten Gehorsam jedoch empfinde sie noch heute als „eine sehr negative Prägung“. Nach dem Krieg trieb es sie schnell zu den Sozialdemokraten, zunächst zur Jugendgruppe, den „Falken“. Ihre dreijährige Ausbildung zur Bürokauffrau absolvierte sie ab 1948 bei der Arbeiterwohlfahrt in Bonn. Sie besuchte Abendkurse für Stenografie und Schreibmaschine. Durch das Elternhaus vorgeprägt, sei der Beitritt zur SPD etwas „Selbstverständliches“ gewesen. Und so kam sie schließlich auch in den Umkreis Helmut Schmidts.

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