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Veröffentlicht: 10.01.2017, 09:28 Uhr

Mythos von Buffalo Bill Indianer skalpierte er im Theaterkostüm

Er galt als legendärer Bisonjäger und schillernder Geschäftsmann: Vor 100 Jahren starb Buffalo Bill. Was verbarg sich hinter dem „Erfinder des Wilden Westens“?

von Christiane Heil, Los Angeles
© dpa Begründer des Wilden Westens: Buffalo Bill.

Buffalo Bill hat es seinen Anhängern nicht leichtgemacht. Der Bisonjäger und Scout der amerikanischen Kavallerie, der jahrzehntelang mit Wildwest-Spektakeln durch die Vereinigten Staaten und Europa zog, erregt 100 Jahre nach seinem Tod weiter die Gemüter. Da William Frederick Cody, wie der Westernheld bürgerlich hieß, in den letzten Lebensjahren gleich zwei mögliche Grabstätten ins Auge fasste, wird zwischen Wyoming und Colorado bis heute um seine Ruhestätte gestritten. Bevor Buffalo Bill am 10. Januar 1917 während eines Besuchs bei seiner Schwester Mary Decker in Colorado an Nierenversagen starb, hatte er angeblich verfügt, sein Grab auf dem Gipfel des Lookout Mountain der Kleinstadt Golden westlich von Denver auszuheben. In einem früheren Testament bat er aber, ihn in der nach ihm benannten Stadt Cody im Nordwesten des Bundesstaates Wyoming beizusetzen. Zumindest Buffalo Bills Anhänger in Wyoming glauben bis heute daran, dass der Geschäftsmann und Schauspieler auf dem Cedar Mountain in Cody begraben liegt. Angeblich hatten Bewohner des „Cowboy State“ seinen Leichnam gegen den Körper eines verstorbenen Obdachlosen getauscht, während er fast sechs Monate lang im Kühlhaus eines Bestattungsinstituts auf die Beisetzung wartete – da der Boden gefroren war, hatten die Angehörigen des Siebzigjährigen das Begräbnis auf den Frühsommer verschoben.

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„Die Geschichte, er sei in Cody begraben, ist natürlich kompletter Unsinn“, wehrt Steve Friesen ab. „Buffalo Bill wurde am 3. Juni 1917 auf dem Lookout Mountain bei Denver begraben. Er liegt seitdem dort und wird auch dort bleiben.“ Der Historiker, der das Buffalo-Bill-Museum in Golden leitet, schreibt die Legendenbildung der Dickköpfigkeit der Bewohner des Nachbarstaates Wyoming zu. Und Buffalo Bills Nichte Mary Jester Allen. Die Gründerin eines Museums für den Westernhelden in Cody soll nach dem Tod seiner Witwe Louisa Frederici im Jahr 1921 das Gerücht gestreut haben, einflussreiche Bewohner Denvers seien bestochen worden, den Leichnam nach Wyoming zu schicken. Wie Friesen recherchierte, setzten die Spekulationen Buffalo Bills Ziehsohn Johnny Baker damals so heftig zu, dass er die Grabstelle in Golden mit einer Zementschicht befestigen ließ, um sie vor einer heimlichen Exhumierung zu schützen. „Bei der Beerdigung war der Sarg offen. Freunde und Angehörige nahmen an ihm Abschied. Ihnen wäre aufgefallen, wenn nicht Cody im Sarg gelegen hätte“, meint Friesen. „Der einzig strittige Punkt ist, ob Cody in Colorado begraben werden wollte.“

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