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Wegen Ehelosigkeit : Katholische Priester fühlen sich einsam

  • Aktualisiert am

Drei Priesteranwärter des Erzbistums Freiburg falten im Münster in Freiburg während ihrer Weihe zum Priester die Hände (Archivbild von Mai 2010). Elf Priester aus dem Rheinland haben jetzt in einem offenen Brief gegen den Zölibat Stellung bezogen. Bild: dpa

Die Pflicht zur Ehelosigkeit führt bei Geistlichen gerade im Alter oft zur Vereinsamung. Das kritisieren elf katholische Priester aus dem Rheinland in einem offenen Brief.

          Elf katholische Priester aus dem Rheinland haben in einem offenen Brief gegen den Zölibat Stellung bezogen. Die Pflicht zur Ehelosigkeit führe bei Geistlichen gerade im Alter oft zur Vereinsamung, kritisieren sie in ihrem Schreiben, das vom Kölner Domradio veröffentlicht wurde. Die elf Priester wurden alle vor 50 Jahren geweiht, sind dementsprechend Mitte 70. Als „alternde Ehelose“ bekämen sie jetzt die Erfahrung der Einsamkeit noch einmal besonders deutlich zu spüren, berichten sie. Über den offenen Brief hatte am Donnerstag zunächst die „Bild“-Zeitung berichtet.

          Die Unterzeichner regen an, das Priesteramt für Frauen zu öffnen. „Es hat für uns keinen Sinn, den Heiligen Geist ständig um Berufungen (von Männern) zu bitten und gleichzeitig alle Frauen von diesen Ämtern auszuschließen.“

          Sie selbst hätten sich Anfang der sechziger Jahre unter dem Eindruck des Zweiten Vatikanischen Konzils und seiner weit reichenden Reformen zum Theologiestudium entschlossen. „Leider nahmen später bei Kirchenmännern in Rom und auch im Kölner Bistum die Ängste zu. Eine Art von Bunkermentalität sollte den Glauben sichern.“ Besonders schmerzhaft sei es für sie, dass heute kaum noch Kinder und junge Familien die Gottesdienste besuchten.

          Einer der Unterzeichner, Monsignore Prof. Wolfgang Bretschneider, sagte in einem Interview mit dem Kölner Domradio, sie hätten damals gedacht, die Reformen des Konzils würden wieder zu vollen Kirchen führen. Im Nachhinein sei das „ein bisschen naiv und blauäugig“ gewesen.

          Quelle: dpa

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