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Diskussion um AfD-Politikerin : „Ich vermute, dass sie adoptiert worden ist“

Auftritt einer Adligen? Doris von Sayn-Wittgenstein auf dem Bundesparteitag der AfD. Bild: dpa

Eine markige Rede hat die AfD-Politikerin Doris von Sayn-Wittgenstein auf die politische Bildfläche gebracht. Doch woher kommt ihr wohlklingender Name? Ein Fürst und vermeintlicher Verwandter hat eine Idee.

          Für Alexander zu Sayn-Wittgenstein-Sayn gehört Doris von Sayn-Wittgenstein nicht zur Familie. Die rechtsnationale AfD-Politikerin aus Schleswig-Holstein hatte auf dem Bundesparteitag der AfD überraschend für den Vorstand kandidiert und mit einer markigen Rede Aufmerksamkeit erregt. „Ich vermute, dass sie vor einiger Zeit adoptiert worden ist, von einer mir unbekannten Person“, sagt der 74 Jahre alte Sayn-Wittgenstein-Sayn.

          Laut seinen Informationen habe die Dreiundsechzigjährige, bevor sie den Namen „Fürstin von Sayn-Wittgenstein“ angenommen habe, Doris Ulrich geheißen. Sie selbst sagte der „Bild“-Zeitung, sie trage ihren Geburtsnamen. Sayn-Wittgenstein-Sayn verweist darauf, dass bei Adoptionen der „ursprüngliche Geburtsname“ gestrichen werde.

          Seit Elisabeth Gertrud von Sayn-Wittgenstein, letzte Namensträgerin einer Nebenlinie des Adelsgeschlechts und verarmte Katzenliebhaberin, in den 1970er Jahren eine fragwürdige Heirat einging, sei der Name „von Sayn-Wittgenstein“ auf dem Titelmarkt. Der Gatte entschwand laut Sayn-Wittgenstein-Sayn nach der Vermählung und verkaufte fortan seinen neuen Namen. „Damit fing eine Kette an“, sagt Sayn-Wittgenstein-Sayn. Immer wieder riefen ihn Fremde an, weil sie betrogen worden seien. Viele, die sich des Namens „von Sayn-Wittgenstein“ bedienten, seien etwa Heiratsschwindler, sagt Sayn-Wittgenstein-Sayn. Er wisse von 50 bis 60 Namensträgern, schätze aber, dass es noch mehr gebe.

          Versucht, bei all den Neu-Adligen den Überblick zu wahren: Alexander zu Sayn-Wittgenstein-Sayn, hier vor Schloss Sayn.

          „Wir in unserer Familie heißen alle ,von und zu‘“, erläutert der Fürst, „benutzen aber nur das ,zu‘“. Daran könne man erkennen, wer zum alten Adel gehöre – und wer nicht. Dass Menschen sich einen adeligen Namen kaufen, kann Sayn-Wittgenstein-Sayn nicht nachvollziehen. „Das ist ganz offensichtlich Hochstapelei“, sagt er. „Man legt sich einen wohlklingenden Namen zu, um vorzugeben, dass man seriös ist.“ Eine Bitte um Stellungnahme ließ Doris von Sayn-Wittgenstein bis Dienstagnachmittag unbeantwortet.

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