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„Paper“-Magazin : Wie Mickey Boardman Kim Kardashian aufs Cover holte

Fotograf Jean-Paul Goude hat Kim Kardashian von dem Cover überzeugt. Bild: Paper Magazine

Sekt, ein Glas und Kim Kardashians Hinterteil: Mehr brauchte es nicht, damit das Internet „durchdreht“. Doch wer steckt hinter dem fast schon legendären Cover?

          Mickey Boardman sieht unschuldig aus. Aber seit einem Jahr revolutioniert er mit ein paar maximalen Bildern den Magazinjournalismus. Der Champagner aus der Flasche in Kim Kardashians Händen spritzte so über ihren Kopf, dass er in einem Champagnerglas landete, das auf ihrem ausladenden Hinterteil stand. Wie kam er auf die Idee, Kim Kardashians Hintern für sein Magazin „Paper“ so zu inszenieren? Ganz einfach: In seiner Zeitschrift gibt es einen neuen „Chief Creative Officer“, Drew Elliott, der jung ist und digital orientiert. „Als wir über Neuerungen sprachen, kamen wir quasi automatisch auf die Idee“, erzählt Mickey, der schon seit 23 Jahren für „Paper“ arbeitet, bei einem Treffen in Florenz. Dabei heißt das Magazin doch „Paper“, also Papier!

          Alfons  Kaiser

          Verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Deutschland und die Welt“ und das Frankfurter Allgemeine Magazin.

          „Das stimmt“, sagt Mickey. „Aber wir müssen es ins Internet transformieren. Also suchen wir uns Protagonisten aus, die nicht nur Stars sind, sondern vor allem Internet-Stars. Wir müssen die Wirkung im Netz verstärken, deswegen sind viele Follower wichtig. Mit Kim hatten wir schon zusammengearbeitet, und es lief wirklich immer sehr gut. Als wir damals die Bilder von ihr und ihrer Schwester Khloé auf die Website stellten, gingen die Zahlen durch die Decke.“

          „Ich mache alles, was ihr wollt“

          Der Fotograf Jean-Paul Goude, bekannt für schöne Inszenierungen, hatte einen großen Vorteil: Kim kannte ihn. „Wenn es ein legendärer Fotograf ist wie er“, sagt Mickey, „dann tun Prominente fast alles. Da kommt es auch nicht darauf an, dass es nur ein kleines Magazin ist.“ Also reagierte die Frau von Kanye West, die als Reality-Star bekannt wurde, positiv auf Goudes Champagner-Vorschlag: „Ich mache alles, was ihr wollt.“

          Der Kopf hinter dem „Paper Magazin“: Editor Mickey Boardman.

          Bei „Paper“ hat dieser Erfolg vor knapp einem Jahr fast alles geändert. „Das Internet ist durchgedreht.“ Davor war das Magazin nur Modeleuten bekannt. „Danach haben wir Tausende Exemplare mehr verkauft“ Der Vertrieb war aber nicht einfach. In Amerika mussten sie die Hefte in einen Umschlag stecken, weil ein nackter Po auf dem Titel zu sehen war. Auch Kim Kardashian hat der Titel etwas gebracht. Sie fragte sogar: „Hattet ihr Angst, mich aufs Cover zu tun? Ich bin ja nicht cool!“ Da konnte Mickey sie beruhigen: „In Fragen der Coolness sollte man wirklich kein Extremist sein.“

          Vielleicht können unabhängige Magazine heute nur so überleben. „Wir sind da nicht die einzigen“, sagt Mickey. „Auf dem Titel von ,032C' war schließlich auch schon Rihanna zu sehen.“ Und in diesem Sommer zeigte Mickey auch noch Miley, natürlich nackt. „Auch sie ist im Internet ein Superstar. Auch ihr Cover haben wir vor Erscheinen ins Internet gestellt, um Spannung zu erzeugen.“ Die Aufnahmen sind eine seltsame Mischung aus pornographisch und trendig. „Wir sind nicht der ,Playboy'“, sagt Mickey. „Die Frauen sollen glücklich damit sein. Auf Instagram ist sie ohnehin dauernd nackt.“

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          Mickey Boardman hat mit diesen Fotos einen Trend zum Expliziten angestoßen. „Von der Caitlyn-Jenner-Ausgabe der ,Vanity Fair' habe ich mir selbst vier Exemplare gekauft.“ Ob das Internet nun „Paper“ zu Kopfe steigt? In all den 30 Jahren hätten Kim Hastreiter und David Hershkovits, die Verleger, ihr Magazin nie besser an einen Großverlag verkaufen können als jetzt. Mickey sagt dazu aber natürlich nur: „Kein Kommentar!“

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