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Emma Stone im Portrait : Ein kleines Stück über dem Boden

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Durchschlagender Erfolg: Emma Stone ist eine der begehrtesten Schauspielerinnen in Hollywood. Bild: Getty

Sie singt, tanzt und schauspielert: Emma Stone, Hauptdarstellerin im Kinohit „La La Land“, ist der Hollywood-Star der Stunde. Elaine Lipworth hat sie getroffen.

          Nein, nein, Emma Stone bleibt bescheiden, und sie trifft auch dabei genau den Ton. „Ich singe gerne, ich singe unter der Dusche und im Auto, aber eine wirklich versierte Sängerin bin ich nicht“, sagt die Schauspielerin – und das obgleich sie gerade erst einen Golden Globe bekommen hat als beste Hauptdarstellerin in dem Musical „La La Land“ und für die gleiche Rolle auch als aussichtsreiche Anwärterin auf den Oscar in diesem Jahr gilt. In der Komödie – insgesamt für rekordmäßige 14Oscars nominiert und in Deutschlands Kinos aktuell auf Chartplatz 2 – singen Stone und Ko-Star Ryan Gosling sich zwei Stunden lang durch Balladen; manch ein Kritiker spricht schon davon, sie hätten das Genre des Musicals und Hollywoods glorreichste Zeiten wiederbelebt.

          Dass Stone sich selbst trotz alledem nicht so furchtbar wichtig nimmt, ist typisch für die sehr angenehme Schauspielerin, die mir an diesem Morgen in einem Hotel in jenem ursprünglichen, ultimativen L.A.-L.A.-Land von Beverly Hills gegenübersitzt, in einer einschläfernd cremefarben und grau gestalteten Suite, die glücklicherweise durch das glitzernde Sonnenlicht erhellt wird, das durch die Fenster hereinströmt. Die 28-Jährige ist ebenfalls eine strahlende Erscheinung; ihre roten Haare, ihr Markenzeichen, sind heute platinblond gefärbt („Ich bin von Natur aus blond, aber nicht ganz sooo blond“, sagt sie), und ein aufwendig geflochtener Haarknoten verhindert, dass diese ihr ins Gesicht fallen. Sie trägt ein smaragdgrünes Kleid von Alexander McQueen, das ihre grünen, tellerrunden Augen akzentuiert.

          Erfolg ist keine Frage des Alters

          Trotz ihres jungen Alters hat Stone sich mittlerweile als eine von Hollywoods erfolgreichsten Darstellerinnen etabliert; geschmeidig wechselt sie von Dramen wie „The Help“, in dem sie eine Schriftstellerin in Amerikas Süden spielte, die schwarzen Hausmädchen eine Stimme gibt, zu Komödien wie „Easy A – Einfach zu haben“. Woody Allen hat sie schon zwei Mal vor die Kamera geholt, für „Magic in the Moonlight“ und „Irrational Man“. Und auch in Comic-Blockbustern über „The Amazing Spider-Man“ durfte sie glänzen, in der Rolle als love interest des Titelhelden – der wiederum von ihrem Kollegen Andrew Garfield (33, „The Social Network“, „Alles, was wir geben mussten“) dargestellt wurde, im wahren Leben ebenfalls zeitweise ihr boyfriend. Vier Jahre lang waren die beiden zusammen, wenngleich mit Unterbrechungen. Aktuell ist Stone Single; mehr will sie zu ihren Liebesdingen nicht erzählen, obwohl sie erst kürzlich über den Ex sagte, er sei „jemand, den ich noch immer sehr liebe“.

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          Emma Stone im Gespräch : „Ich war ein frühreifes Kind“ Bild: Picture-Alliance

          Über andere wichtige Bezugspersonen in ihrem Leben aber redet sie gern und offen, besonders über ihre Familie. Dass sie mit dieser eng ist, zeigt ein Tattoo auf ihrem Handgelenk: „Vogelfüßchen“, ein Entwurf von Ex-Beatle Paul McCartney als Geschenk an ihre Mutter Krista, um zu feiern, dass deren Brustkrebs in Remission war: „Meine Mutter ist ein großer Fan der Beatles“, erzählt Stone, „und ihr Lieblingslied ist ,Blackbird‘. Er hat es auf Papier gezeichnet, und ein Tätowierer hat dann die Tattoos gestochen. Meine ganze Familie hat eines bekommen, das war etwas ganz Besonderes.“ Den Musiker hatte Stone vor sieben Jahren kennengelernt, als sie sich für das Wohltätigkeitsprojekt „Stand Up to Cancer“ engagierte: „Er ist ein unglaublich netter und cooler Mensch.“

          Stolz auf die coole Tochter muss auch Krista Stone sein, nach deren hinreißender Leistung in „La La Land“. Was Emma Stone an dem Film anzog, war die ingeniöse Mischung: „die Idee, eine moderne Geschichte über zwei Künstler zu erzählen, die sich mehr recht als schlecht durchschlagen, das Los Angeles von heute aber in ein Musical im Stil der fünfziger Jahre zu verlegen“, erzählt die Schauspielerin jetzt in ihrer tiefen, rauchigen Stimme. „Das versetzt den Zuschauer in eine magische Version der Wirklichkeit“ – und dürfte Stone und Gosling auf die Liste von Hollywoods großen tanzenden und singenden Liebespaaren rücken: Fred Astaire und Ginger Rogers, Gene Kelly und Debbie Reynolds.

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