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Was Kinder zur Wahl sagen : „Angela Merkel hat einfach keinen Style“

„Ich weiß nicht, für welche Partei der Martin Schulz ist.“ (Vera, 9 Jahre) Bild: Nina Thomann

Die Kanzlerin sollte freundlicher gucken und aus Fairness der SPD den Vortritt lassen: Wir haben Kinder über die Wahl, die Politik und die Politiker befragt.

          Moritz, 6 Jahre: Die Frau Merkel hat so blonde Haare, so ungefähr wie ich auch, und sie hat meistens ein grünes T-Shirt an. Sonst fällt mir nix bei ihrem Aussehen auf. Martin Schulz finde ich da übrigens eher so mittel.

          Anke Schipp

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Lucia Schmidt

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Julia Schaaf

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Ich höre oft was von Frau Merkel im Radio, aber was die so den ganzen Tag macht? Hmm, ich vermute, sie geht viel spazieren oder macht so ähnliche Dinge. Ob ich in der Politik später einmal arbeiten will? Bitte nicht!

          Wer die meisten Punkte hat, gewinnt!

          Vera, 9 Jahre: Bei der Wahl gibt es Zettel, wo ganz viele Namen draufstehen, und ganz viele Leute kreuzen einen Namen an, und am Ende guckt man, wie viele Punkte eine Person hat. Die Person mit den meisten Punkten gewinnt und wird dann Bundeskanzlerin oder Bundeskanzler. Die reden dann mit anderen Bundeskanzlern und versuchen, etwas gegen Kriege zu tun zum Beispiel. Jetzt ist das noch die Angela Merkel. Die kenne ich aus dem Fernseher. Dann gibt es noch den Martin Schulz, der will auch Bundeskanzler werden. Ich weiß nicht, für welche Partei der ist. Über Parteien weiß ich eh nichts. Aber bei manchen Sachen sagt die Frau Merkel, ja, das finde ich gut, wo der Martin Schulz dann sagen würde, nee, das will ich anders. Deswegen gibt es Unterschiede, das wird dann in den Nachrichten gezeigt, und dann können die Erwachsenen noch mal überlegen.

          Fast wie bei Lucky Luke

          Nima, 12 Jahre: Nehmen wir an, es gäbe keine Politik, dann wäre jedes Land korrupt, ohne Regeln. Deshalb interessiere ich mich für Politik. Ich würde gerne wissen: Was machen die einen, was machen die anderen? Was ist richtig, was ist falsch? Bei den Wahlplakaten fällt mir allerdings auf, dass alle versuchen, ihre Ziele so zu machen, dass sie freundlich rüberkommen. Das ist wie in dem Lucky-Luke-Comic „Der Mann aus Washington“, wo die verschiedenen Präsidenten versuchen, nett zu sein zum Volk und sich einzuschleimen, damit sie viele Wähler abgrasen. Für mich ist das wichtigste, was Politiker im Hinterkopf haben, was die machen – und dass sie meistens die Wahrheit sagen.

          Mein Vater sagt, wenn es rechts und links gäbe, wäre die CDU eher auf der rechten Seite und die SPD etwas links. Als die SPD früher an der Macht war, war sie sehr beliebt. Ich weiß auch nicht warum, aber ihr Ruf ist irgendwie zurückgegangen. Martin Schulz trägt die Namen von zwei Lehrern von mir, das finde ich lustig: Mein Musik- und Englischlehrer heißt Martin, meine Mathelehrerin Frau Schulz. Wenn die CDU an der Macht bleibt, ist Merkel weiter angesagt. Wenn die Grünen drankommen, wird Deutschland sehr umweltschonend. Wenn die NPD gewinnen würde, was sehr unwahrscheinlich ist, wäre Deutschland wieder wie damals vor dem Zweiten Weltkrieg. Aber ich habe Vertrauen zum deutschen Volk, dass sie wieder eher CDU oder SPD wählen.

          Auch Frau Merkel ist aufgeregt

          Paul, 9 Jahre: Den Martin Schulz kenne ich nur von den ganzen Plakaten. Über die Frau Merkel weiß ich mehr, sie redet sehr oft ins Mikrofon; und wenn sie etwas findet, was man in unserem Land besser machen kann, dann sagt sie das. Sie ist echt viel unterwegs, und nur wenn sie krank ist, dann liegt sie im Bett.

          Ich glaube, jetzt, so kurz vor der Bundestagswahl, ist auch die Frau Merkel aufgeregt. Politiker zu sein und sich zur Wahl zu stellen, das ist spannend. Aber ich will Erfinder werden. Da macht es öfters „Boom“.

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