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Veröffentlicht: 20.03.2017, 15:04 Uhr

Spurlos verschwunden Meld dich doch endlich wieder!

„Bis Montag“, sagte Klaus zu seiner Partnerin. Doch sie sah ihn nie wieder. Was passiert mit uns, wenn geliebte Menschen einfach abtauchen? Und warum tun die das?

von
© Getty Wer wortlos zurückgelassen wird, leidet nicht nur seelisch, sondern auch körperlich.

Carolin Schneider lernte den Mann, mit dem sie insgesamt ein Jahr lang zusammen sein sollte, auf dem Oktoberfest in München kennen. Er saß neben ihr, sie feierten zusammen, und als das Zelt schloss, fuhren sie Achterbahn und küssten sich im Riesenrad. Dann fuhr sie zurück nach Frankfurt. Doch schon fünf Tage später besuchte er sie, und nach vier Monaten nahmen Schneider, damals 24 und Architekturstudentin, und der neun Jahre ältere Klaus eine gemeinsame Wohnung in Frankfurt. Schneider, die wie alle Betroffenen in diesem Text eigentlich anders heißt, wähnte sich in einer stabilen Beziehung: „Wir hatten unglaublich viel gemeinsam, wir waren beide Bayern-München-Fans, gingen beide gern essen, wollten beide einen Hund und hatten den gleichen Geschmack bei der Wohnungseinrichtung.“ Klaus sagte ihr, dass er sie liebe, er schenkte ihr Schmuck, sie flogen gemeinsam in den Urlaub, sie lernte seine Kinder aus einer früheren Beziehung und seine Eltern kennen. „Es gab keine Fragezeichen für mich – nichts, wo ich gezweifelt hätte. Ich habe mich wie eine Prinzessin gefühlt“, sagt Schneider.

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Dann kam jener Freitagmorgen, an dem er sich von ihr verabschiedete, weil er das Wochenende über zu einem beruflichen Workshop über die Konzernstrukturen seines Unternehmens musste. „Er kam zu mir ans Bett, gab mir einen Kuss und sagte: ‚Wir telefonieren‘“, erinnert sie sich. Danach hat sie ihn nie wiedergesehen.

„Da fühlte ich mich überrumpelt und schickte ihn weg.“

Dass Partner einfach abtauchen, das gab es schon immer. Aber seit es Online-Dating gibt, wird das Paarungsverhalten immer häufiger in all seinen Untiefen erforscht und etikettiert. So ist ein neues Wort für eine alte Sache entstanden, es heißt Ghosting und bezieht sich auf das Sich-in-Luft-Auflösen eines Partners. Die Online-Partnerbörse Parship hat ihre Nutzer befragt und festgestellt, dass etwa sieben Prozent der auf der Plattform befragten Partnersuchenden sich bei Desinteresse nicht mehr beim neuen Partner oder der neuen Bekanntschaft melden oder deren Kontaktversuche ignorieren – und damit aus deren Leben verschwinden wie ein Geist.

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Einer, der das gemacht hat, ist Bernd M. Bei der Online-Partnersuche hat sich Valerie Petermann, eine Mathematikerin, in ihn verliebt, nach ein paar Telefonaten kam es zum ersten Date in einem Restaurant. Bernd M., ein erfolgreicher Arzt, machte einen guten Eindruck auf Petermann, „weil er auch Kinder hat und ich gemerkt habe, dass die ihm wichtig sind. Außerdem war er auch intellektuell.“ Dann fragte Bernd M., ob Valerie Petermann ihn wiedersehen wolle – er würde sie gern zu sich einladen. „Ich habe gezögert“, erinnert sich Petermann, „und da sagte er: ‚Mein Gott, wir sind doch erwachsen.’“

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