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Vorsorgen für den Weltuntergang Nach der Apokalypse ins Luxushotel

Laut Maya-Kalender könnte am 21. Dezember die Welt untergehen. Das ist für einige Amerikaner aber noch lange kein Grund, die Hände in den Schoß zu legen. Sie sorgen mit viel Geld für die Apokalypse vor.

© Nina Rehfeld Vergrößern Nach dem Endknall wird’s gemütlich: Apartment in den Grand-Canyon-Höhlen, das man für mayamäßig besinnliche Weihnachtstage mieten kann.

Eine Mail! „Extrem dringend! Habe meine Vorhersagen ausgearbeitet. Drei X-Flares möglich - in den kommenden Tagen!“ Die Nachricht stammt vom belgischen Hobby-Astronomen Patrick Geryl, und sie ist doch ein wenig beunruhigend. Denn es wäre misslich, wenn die Welt unterginge, bevor dieser Artikel erschienen ist.

Geryl zählt zu einer Gruppe von Leuten, die den Anfang vom Ende der Welt nach dem auslaufenden Maya-Langkalender auf den 21. Dezember legen. Seine Vorhersagen betreffen Sonnenstürme (Flares) solcher Größe, dass sie die Stromversorgung des Planeten zusammenbrechen lassen könnte. Die Folge, sagt Geryl, wäre ein ökonomischer und sozialer Kollaps. „Binnen sechs Monaten wären 90 Prozent aller Amerikaner und Europäer tot!“

Die Lust am Weltuntergang ist auch finanziell motiviert

Geryls Sonnenstürme sind nur eine von vielen Prophetien für die Apokalypse, wie sie in der amerikanischen Öffentlichkeiten derzeit die Runde machen: Planeten auf Kollisionskurs mit der Erde, Mega-Tsunamis, verheerende Terroranschläge, elektromagnetische Pulse oder die plötzliche Verlagerung der Pole. Einige Amerikaner wollen dem nicht unvorbereitet begegnen.

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Jim McEnulty, der die Grand Canyon Caverns, eine Touristenattraktion an der alten Route 66 in Arizona, betreibt, sieht zwar keine astronomische Katastrophe heraufziehen. „Aber wenn man sich die Finanzlage der Welt anschaut“, sagt er, „dann kann man davon ausgehen, dass wir früher oder später Probleme kriegen.“ Über die Website surviveit.us bietet McEnulty Nahrungs- und Wasservorräte zum Kauf an und die Einlagerung in seiner Höhle, in der die amerikanische Regierung während des Kalten Krieges Rationen für 2500 Menschen bunkerte. Für 10.000 Dollar kann man den 21. Dezember in der Höhle verbringen.

Keine Frage, dass die Lust am Weltuntergang auch finanziell motiviert ist. Auf dem amerikanischen Immobilienmarkt hat das bevorstehende Armageddon zu einer seltsamen Blüte geführt: Findige Unternehmer bieten endzeitsichere Zuflucht an - in schlichten Bunkern, die im Garten zu versenken sind, in Schutzräumen mit Luxusausstattung auf vormaligem Militärgelände, in geheimen Gruppenunterkünften tief in der Erde, in der sich die Gestalter einer neuen Zivilisation versammeln sollen.

Ein halbes Stockwerk für eine Million Dollar

Der schwunghafte Handel mit Weltuntergangs-Schutzmitteln hat sogar eine Reality-Serie im amerikanischen Kabelfernsehen hervorgerufen, Titel: „Doomsday Bunkers“. Darin ist der Unternehmer Scott Bales aus Texas zu sehen, der besorgten Amerikanern Bunker zusammenbastelt, in denen sie den Weltuntergang überdauern können - preiswert in Fiberglas oder für etwas mehr Geld, 50000 Dollar, aus Metall. „Es kommt etwas auf uns zu“, sagt Bales im Vorspann der Sendung. „Und wenn du nicht vorbereitet bist, bist du schon so gut wie tot.“

Etwas weniger hemdsärmelig geht der Computerprogrammierer Larry Hall die Sache an. Der Fünfundfünfzigjährige hat jahrelang Sicherheitssoftware im Auftrag der amerikanischen Regierung entworfen und kannte die richtigen Leute, um sich in ein ehemaliges Raketensilo in Kansas einzukaufen. Dort baut er nun, auf 14 unterirdischen Stockwerken, ein Luxushotel, in dem 70 Menschen den Weltuntergang überleben können. Ein halbes Stockwerk - 84 Quadratmeter mit Platz für fünf Personen - kostet eine Million Dollar.

Geplant sind in dem Komplex außerdem ein Krankenhaus, ein Fitness-Studio, ein organischer Garten und eine Fischfarm. Eine Windturbine und ein Dieselgenerator mit Treibstoff für zwei Jahre sollen das Projekt mit Strom versorgen. „Wir werden komplett autark operieren können“, sagt Hall, der hofft, die ersten „Survival-Condos“ bald schlüsselfertig aushändigen zu können. Ist das nicht höchste Zeit, zwei oder drei Monate vorm Weltuntergang? „Ach, Quatsch, Weltuntergang“, sagt Hall, das ist eine langfristige Investition für Katastrophenfälle wie einen Ausbruch der Schweinegrippe, einen massiven Terroranschlag oder eine Naturkatastrophe wie Katrina.“ Hall behauptet, sein Raketensilo sei schon ausverkauft gewesen. „Aber dann stellte sich heraus, dass viele Leute das Geld nicht aufbringen konnten.“ Dummerweise begrenzen die Vorboten einer massiven wirtschaftlichen Krise den Profitrahmen empfindlich.

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