http://www.faz.net/-gum-9e3xw

Deutsches Schiff : Versenkter Truppentransporter „Pionier“ nach 78 Jahren entdeckt

  • Aktualisiert am

Das Schiff war 1940 auf dem Weg von Dänemark nach Norwegen, als es von einer heftigen Explosion erfasst wurde und schnell zu sinken bekann. Bild: Sea War Museum Jutland

Das Wrack des am 2. September 1940 versenkten deutschen Truppentransportschiffs „Pionier“ haben Experten eines dänischen Seekriegsmuseums entdeckt. Es wird jetzt als Kriegsgrab angesehen.

          Experten des Seekriegsmuseums Jütland haben bei einer Expedition das Wrack des am 2. September 1940 versenkten deutsche Truppentransportschiff „Pionier“ entdeckt. Das Wrack sei in 177 Meter Tiefe im Skagerrak etwa 15 Seemeilen von Skagen entfernt gefunden worden, teilte das Museum am Donnerstag in Thyborøn mit.

          Es habe sich wesentlich weiter östlich befunden, als bisher angenommen. Es liegt in internationalen Gewässern, aber so weit östlich, dass es den Angaben zufolge in der schwedischen Wirtschaftszone liegt.

          Das Schiff war am 2. September 1940 auf dem Weg von Frederikshavn in Dänemark nach Frederiksstad in Norwegen, als es von einer heftigen Explosion erfasst wurde und schnell zu sinken bekann. Von den 823 Männern und Frauen an Bord kamen 338 ums Leben.

          Britischen Berichten zufolge hat ein Torpedo des U-Boots „Sturgeon“ die „Pionier“ getroffen. „Unser Scanning unterstützt die britischen Berichte“, sagte der Direktor des Museums, Gert Normann Andersen. Der hintere Teil des Schiffes fehle. Alles deute daraufhin, dass das Schiff von einem Torpedo auseinandergerissen wurde.

          Animation des Kriegsmuseums: Das Schiff liegt in internationalen Gewässern, aber so weit östlich, dass es den Angaben zufolge in der schwedischen Wirtschaftszone liegt. Bilderstrecke

          Die geretteten Menschen wurden nach Skagen und Frederikshavn gebracht, wie das Museum weiter mitteilte. Die 245 Getöteten seien am 6. September 1940 in Frederikshavn im größten Massengrab des Krieges in Dänemark beerdigt worden. 93 Vermisste wurden nie gefunden. Einige seien vermutlich mit dem Wrack untergegangen. Es sei daher als Kriegsgrab anzusehen. Pläne, das Wrack zu bergen, hat das Museum nicht. „Wir respektieren das Wrack von M/S Pioneer als ein Kriegsgrab“, sagte Andersen.

          Die „Pionier“ wurde den Angaben zufolge 1933 als Kühlschiff gebaut. Das Schiff transportierte demnach zunächst Bananen von Kamerun nach Europa, bevor es von der Deutschen Kriegsmarine als Truppentransporter genutzt wurde.

          Weitere Themen

          „Plötzlich wurde es real“

          Schauspielerin Debra Messing : „Plötzlich wurde es real“

          Debra Messing kämpft seit mehr als 20 Jahren gegen Rollenklischees in Hollywood. Die „Will&Grace“-Schauspielerin spricht über sexuelle Belästigung, ihren Kampf gegen Donald Trump und ihren neuen Film „Searching“.

          Topmeldungen

          Gegen Mobbing am Arbeitsplatz zu klagen, ist schwierig. Trotzdem sollten sich Betroffene Hilfe holen.

          Arbeitsrecht : Wie wehre ich mich gegen Mobbing?

          Jeder dritte Erwachsene wurde schon einmal am Arbeitsplatz schikaniert. Warum eine Klage nur selten hilft und was Betroffene statt dessen tun können.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.