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Johnsonville : Geisterstadt für 1,9 Millionen Dollar versteigert

Rund zwei Millionen hat ein unbekannter Bieter für Johnsonville bezahlt. Bild: dpa

Seit 16 Jahren hat niemand mehr in Johnsonville gelebt. Nun wurde die Geisterstadt versteigert und war einem Bieter fast zwei Millionen wert.

          Die Geisterstadt Johnsonville ging nicht so einfach über den Tisch: mehrmals wurde die Online-Auktion verlängert, zwanzig Minuten zog sich das Auktionsende hinaus, weil neue Gebote abgegeben wurden. Ursprünglich war ein Minimum von 800.000 Dollar für die 250.000 Quadratmeter angesetzt worden. 1,9 Millionen Dollar war letztendlich das Höchstgebot.

          Maria Wiesner

          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Die Stadt Johnsonville im Bundesstaat Connecticut  besteht aus acht historischen Gebäuden und ist seit 16 Jahren unbewohnt. Eine Immobilienfirma kaufte das Grundstück 2001 und schmiedete große Pläne. Man überlegte, die Häuser zu restaurieren, ein Spa anzulegen und ein Erholungszentrum einzurichten, berichten amerikanische Medien. Doch immer habe irgendetwas zur Umsetzung gefehlt. Also gab die Immobilienfirma das Grundstück zur Auktion frei.

          Ruhige Lage in Flußnähe: Johnsonville ist seit den 1990er Jahren verlassen. Bilderstrecke

          Vielleicht könnte das verlassene Städtchen nun zu altem Glanz zurückzufinden: Bis in die 1870er Jahre blühte in Johnsonville die Wirtschaft.  Mit der Mühle am Moodus River stellte das Städtchen Garn für Fischernetze her, wie eine Lokalzeitung in Connecticut berichtet. In den 1960er Jahren kaufte der Luftfahrtmillionäre Ryamond Schmitt die meisten der Immobilien, einschließlich der letzten Garn-Mühle. Er gestaltete Johnsonville um, brachte viktorianische Häuser, eine Kirche und ein Dampfschiff in den Ort, um eine Touristenattraktion daraus zu machen. Mitte der 1990er Jahre geriet er mit den Stadtbeamten in Streit, das Dorf verwaiste zusehends. Nur Hochzeitsgesellschaften zog es für schräge Fotos noch hierher. Außerdem drehte Billy Joel das Musikvideo zu „River of Dreams“ hier.

          So mysteriös wie die verfallenen Häuser aussehen, ist auch die Identität des Bieters, dem die verlassenen Gebäude rund zwei Millionen Dollar wert waren. Seinen Namen hält das Online-Auktionsportal Auction.com bislang geheim.

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