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Unicef-Bericht : Zahl unbegleiteter minderjähriger Migranten verfünffacht

  • Aktualisiert am

Südsudanesische Kinder im Impevi Flüchtlingslager (Uganda) Bild: dpa

Immer mehr Kinder sind auf der Flucht. Das geht aus einem Bericht der Unicef hervor. Das Kinderhilfswerk warnt, dass vor allem Minderjährige Schleusern und Menschenhändlern ausgeliefert sind.

          Die Zahl von Kindern und Jugendlichen, die weltweit allein als Flüchtlinge oder Migranten unterwegs sind, hat sich nach Unicef-Angaben seit 2010 fast verfünffacht. So seien in den vergangenen beiden Jahren in 80 Ländern insgesamt etwa 300.000 von ihren Eltern getrennte unter 18-Jährige registriert worden, heißt es in einem in Köln und New York veröffentlichten Bericht des UN-Kinderhilfswerks. 2010 und 2011 seien es noch 66.000 Kinder gewesen.

          Der Geschäftsführer von Unicef Deutschland, Christian Schneider, forderte, dass das Schicksal unbegleiteter Migranten auf die Agenda des G7-Treffens nächste Woche in Italien gehöre.

          Vor diesem Treffen der Staats- und Regierungschefs legte Unicef einen Sechs-Punkte-Plan vor. Das Hilfswerk fordert darin unter anderem, dass Kinder auf der Flucht vor Ausbeutung und Gewalt geschützt werden müssten. Auch sollten Mädchen und Jungen nicht mehr inhaftiert werden. Die „Einheit der Familie“ müsse gewahrt bleiben, jedes Kind brauche einen legalen Aufenthaltsstatus. Außerdem sei für sie der Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung nötig. Zudem müssten Fluchtursachen bekämpft werden.

          „Extrem gefährliche Routen“

          Zunehmend mehr minderjährige Flüchtlinge und Migranten weichen auf „extrem gefährliche Routen“ aus, wie es in dem Unicef-Bericht weiter heißt. „Da es kaum legale Wege gibt, um Landesgrenzen zu überqueren, sind sie auf die Hilfe von Schleusern und Menschenhändlern angewiesen.“ Der Bericht stelle die Notwendigkeit internationaler Vereinbarungen heraus, um die Kinder und Jugendlichen vor Ausbeutung, Missbrauch und Tod zu bewahren.

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          „Jedes einzelne Kind, das sich allein auf die Suche nach einer neuen Heimat macht, ist eines zu viel. Wir Erwachsenen tun zu wenig, um sie zu schützen“, erklärte der Vize-Direktor von Unicef, Justin Forsyth. „Skrupellose Schleuser und Menschenhändler nutzen die Verletzlichkeit der Mädchen und Jungen aus. Sie helfen ihnen über die Grenzen, nur um sie wie Sklaven zu verkaufen oder zur Prostitution zu zwingen.“

          Allein in Europa beantragten 2015 und 2016 den Angaben zufolge insgesamt rund 170.000 unbegleitete Kinder und Jugendliche Asyl. Der Anteil von Minderjährigen unter den Opfern von Menschenhandel liege bei annähernd 28 Prozent. Am häufigsten seien junge Afrikaner aus Gebieten südlich der Sahara sowie junge Menschen aus Zentralamerika und der Karibik betroffen.

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