Die beliebte Sängerin und Tänzerin Margot Werner („So ein Mann“) ist unter zunächst ungeklärten Umständen in den Tod gestürzt. Wie am Dienstag bekanntwurde, fiel sie am Sonntag im Münchner Klinikum Bogenhausen aus dem dritten Stock und starb an ihren schweren Verletzungen. Ein Kliniksprecher bestätigte einen entsprechenden Bericht der Münchner „Abendzeitung“ (Mittwoch). Die Österreicherin wurde 74 Jahre alt. Was genau geschah, blieb zunächst unklar. „Das Einzige, was gesagt werden kann: Dass Fremdverschulden ausgeschlossen werden kann“, sagte der Kliniksprecher. Das Ermittlungsverfahren habe ergaben, dass es dafür kein Anzeichen gebe, sagte auch Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch.
Dem Vernehmen nach war die Entertainerin am Donnerstag ins Krankenhaus gekommen, weil sie sich unwohl fühlte. Sie soll auf der neurologischen Station gelegen haben. Nach Informationen der „Bild“-Zeitung war die Balletttänzerin und Chansonsängerin wegen Nervenschädigung an der Schulter im Klinikum Bogenhausen behandelt worden.
Werner wurde 1937 in Salzburg geboren und war vor allem in den 1970er Jahren ein gefeierter Star auf den Bühnen im In- und Ausland sowie im Fernsehen. Unter anderem trat sie mit ihrem Tanzkollegen Heinz Bosl auf. 1977 wurde sie als Sängerin mit dem Song „So ein Mann“ bekannt. Auch spätere Alben wie „Ich hab’ im Leben nichts bereut“ (1978) oder „… denn ich bin ich“ (1983) wurden populär. Im Fernsehen fuhr sie ebenfalls große Erfolge ein. Einem breiten Publikum wurde sie 1975 durch ihre erste eigene Fernsehsendung („Margot-Werner-Show“) bekannt. Sie war seit 1978 mit dem österreichischen Gastronomen Jochen Litt verheiratet.
Bereits mit 17 begann sie am Bayerischen Staatsballett in München, 1959 wurde sie für mehr als ein Jahrzehnt die Primaballerina. Ballettdirektor Ivan Liska würdigte Werner als eine der herausragenden Persönlichkeiten des Balletts in München von den 1950er bis zu den 1970er Jahren: „Ihre hochragende Statur, ihre flamboyante Art, ihre grandiose Weltläufigkeit, die sie problemlos mit enormer bayerischer Bodenständigkeit mischen konnte – all das summierte sich zu einer Künstlerin, die jahrzehntelang zu München gehörte wie Nationaltheater und Hofbräuhaus.“