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Umberto Ecos letzter Wunsch : Bloß keine Konferenzen!

Bleibt auch über den Tod hinaus seinem Humor treu: Umberto Eco Bild: Daniel Pilar

Viele Wissenschaftler träumen davon, dass sich ganze Konferenzen mit ihren Erkenntnissen beschäftigen. Italiens großen Intellektuellen Umberto Eco schüttelte es bei diesem Gedanken. Oft machte er darüber Witze, seinen letzten schrieb er in sein Testament.

          Bis zuletzt blieb Umberto Eco seinem Humor treu. Es sollen bitte mehrere Jahrzehnte nach seinem Ableben keine Studientage über ihn organisiert oder gefördert werden, hatte der italienische Intellektuelle vor Studenten immer wieder gescherzt. Nun wurde mehr als einen Monat nach seinem Tod das Testament veröffentlicht und darin hat Eco diesen Scherz nun als Forderung an die akademische Welt aufgeschrieben: Keine Konferenzen, keine Studientage, keine Treffen, um über ihn, seine Gedanken oder sein Leben zu diskutieren für wenigstens zehn Jahre, so berichtet die italienische Nachrichtenagentur Ansa.

          Maria Wiesner

          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET.

          Italiens Universitätsdirektoren haben mit Ecos Wunsch kein Problem. „Es zeigt seine Genialität“, sagte der Rektor der Universität Bologna, Francesco Ubertini, gegenüber Ansa. „Ich habe diesen Wunsch mit einem Lächeln aufgenommen und verstehe ihn, denn ich glaube, er gibt sehr gut wieder, wie Eco war.“ Ubertini kannte ihn, denn Umberto Eco hatte 1975 eine ordentliche Professur für Semiotik an der Universität Bologna erhalten und dort bis 2008 gelehrt. So verwundert es nicht, dass auch Ivano Dionigi, der ehemalige Rektor der Universität, einen Wesenszug seines langjährigen Freundes in dessen letztem Wunsch sieht: „Er hat damit noch einmal gezeigt, dass er aus ganz anderem Holz geschnitzt war. Umberto Eco war der lebende Beweis dafür, dass wir nicht alle gleich sind.“

          Ecos Frau hatte seinen Wunsch am vergangenen Sonntag öffentlich gemacht, als in Bologna der Platz der Sala Borsa, einer großen öffentlichen Bibliothek, im Andenken an ihren Mann eingeweiht wurde. Diese Aktion sei nur ein Akt des Gedenkens und keine Konferenz über ihn, war man sofort bemüßigt klarzustellen. In Italien, so versicherten die anwesenden Akademiker, wolle man sich an Ecos letzten Wunsch halten.

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