Til Schweiger nimmt seine kommenden Beziehungen ins Auge
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Herzblatt-Geschichten : Ganz viele Deckel für Topf Til

Auf seinen Topf passen viele Deckel: Ob Til Schweiger noch lange single bleibt? Bild: dpa

Schauspielerin Nina Proll ist glücklich vergeben, liest aber zu Kontrollzwecken regelmäßig die Handy-Nachrichten ihres Mannes. Til Schweiger hingegen ist Single, glaubt aber fest daran: Auf diesen Topf passen ziemlich viele Deckel!

          Dass das Jugendwort des Jahres namens „I bims“, die eigenwillige Verballhornung von „Ich bin’s“, es in die anspruchsfreie Seniorenpresse schaffen würde, damit war nicht unbedingt zu rechnen. Nun findet sich in der Aktuellen aber ein Leserbrief dazu, immerhin mit der beruhigend erwartbaren Überschrift „Diese jungen Leute...!“, in dem wir lesen: „Also mich macht das ,Jugendwort des Jahres‘ ein wenig traurig.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Durch Handy, Computer & Co. hat man sowieso das Gefühl, dass die Kinder nur noch mit Abkürzungen und in Umgangssprache schreiben.“ Unterzeichnende: „Beate Hofmann, per E-Mail“. Ähm, Frau Hofmann? Wir finden es ja ein wenig inkonsequent, dass Sie für Ihr kulturpessimistisches Lamento so neumodisches Zeugs wie einen Computer nutzen. Und beim nächsten Mal sparen Sie sich doch bitte so unnötige jugendsprachliche Abkürzungen wie „& Co.“ und schreiben, wie es sich gehört, „und Compagnie“.

          Wir bleiben im Bereich der Sprachkritik. „RTL feuert Sylvie Meis“, verkündet Bild, ihre Moderation bei „Let’s Dance“ übernimmt Victoria Swarovski, und Meis erklärt: „Vor einigen Wochen teilte RTL mir mit, mein Deutsch sei nicht gut genug, um ein weiteres Mal durch die Show zu führen.“ Da dürften die Beschwerdeschreiben der vielen Professoren und Studienräte den Ausschlag gegeben haben, die sich allabendlich vor den RTL-Shows versammeln.

          Gegenseitiges Kontrollieren hält Nina Prolls Beziehung frisch.

          Der Sender freilich widerspricht mit einem Kommentar, dem man eine gewisse Süffisanz nicht absprechen kann: „Wir brauchen nicht wirklich sieben lange Jahre, um festzustellen, dass die Co-Moderatorin einer Show mit Wurzeln in Holland einen entsprechenden Akzent hat.“ Doch wer weiß: Vielleicht haben es ja sogar die RTL-Verantwortlichen über Jahre vermieden, sich das RTL-Programm anzutun. Die offizielle Begründung für den Wechsel, man wolle die Sendung „erneuern“, lässt sich für Sprachunkundige jedenfalls so übersetzen: Mit 39 Jahren ist eine Frau für RTL einfach zu alt. Swarovski ist erst 24, da dürfte es noch lange dauern, bis ihr österreichischer Akzent zu einem Problem wird.

          Eine Enthüllung über Swarovskis verstorbenen Landsmann Udo Jürgens präsentiert die Bild-Zeitung: „Hier war er erstmals in New York“, schreibt das Blatt und zeigt Fotos aus dem Jahr 1957, als der 22 Jahre junge Sänger bei einem Studentenaustausch in der Stadt war. Basierte die gesamte Karriere von Jürgens, der sich jahrzehntelang beklagt hat, „noch niemals in New York“ gewesen zu sein, auf einer großen Lüge? Für Schlagerfans dürfte das der dritte große Schlag sein nach der Erkenntnis, dass Vicky Leandros, ob nun mit Theo oder ohne ihn, noch immer nicht nach Lodz gefahren ist, und der Nachricht, dass es auf Hawaii, anders als von Paul Kuhn steif und fest behauptet, sehr wohl Bier gibt. Hoffen wir, dass zumindest Jürgen Drews nach wie vor im Kornfeld nächtigt.

          Die Wahrscheinlichkeit, von ihrem Mann belogen und betrogen zu werden, hält Schauspielerin Nina Proll für nicht gering: „Das ist ein seltsamer Widerspruch in unserer Beziehung“, offenbart sie Bunte. „Er vertraut mir nicht, ich vertraue ihm nicht. Trotzdem sind wir glücklich miteinander. Es hält eine gewisse Spannung aufrecht.“ Statt auf Vertrauen setzt sie auf Kontrolle: „Überraschungsbesuche. Ich lese auch ab und zu seine Handy-Nachrichten. Und er meine.“ Schön, so ein gemeinsames Hobby schweißt dann ja auch wieder zusammen.

          Zurzeit solo ist Til Schweiger, zugleich aber überzeugt davon, dass sich das wieder ändern wird: „Der Topf muss eben seinen Deckel finden“, sagt er dem Neuen Blatt. „Ich glaube, da draußen gibt es ganz viele Deckel für meinen Topf.“ Für den nächsten Deckel, den sich Schweiger aufsetzt, ist dessen Überzeugung, dass ihm auch ganz viele andere gut passen würden, vielleicht nicht so angenehm. Doch das hält ja auch eine gewisse Spannung aufrecht.

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          In den Topf von Sarah Brandner, ein wenig bekannt als Schauspielerin und Model und deutlich bekannter als ehemalige Freundin Bastian Schweinsteigers, kommt nur Veganes: „Es fällt mir schwer“, sagt sie Bunte, „ein totes Tier zu verspeisen.“ Ein lebendes Tier zu verspeisen fiele uns ja noch viel schwerer. „Es wäre gut, wenn jeder, der Fleisch essen möchte, die Tiere vorher selber schlachten müsste“, sagt Brandner dann noch. „Dann würde jeder den Genuss von Fleisch wieder bewusster erleben.“ Sie möchten also, Frau Brandner, 75 Millionen Deutsche zu Metzgern ausbilden lassen? Oder sollen sich die Fleischesser ihrer potentiellen Nahrung ganz ungelernt mit dem Hackebeil nähern? Uns scheint, Ihr Gedanke ist noch nicht ganz zu Ende gedacht.

          Zu Ende ist, wie Woche direkt suggeriert, die Ehe einer bekannten Schlagersängerin: „Andrea Berg – Scheidung! Was sie alles für ihre große Liebe getan hat“, steht auf der Titelseite. Und tatsächlich hat, wie die Lektüre des Artikels bestätigt, Andrea Berg sich scheiden lassen – nämlich im Jahr 2004 von ihrem ersten Mann, für „ihre große Liebe“ Uli. Wir finden, Woche direkt, das ja reichlich unfair, dass andere Blätter Tag für Tag neue Nachrichten fabrizieren müssen, während du deinen Lesern einfach 13 Jahre alte Geschichten vorsetzt. Und weißt du was? Wir machen das jetzt auch einmal. Lesen Sie morgen in der F.A.Z.: Horst Köhler zum Bundespräsidenten gewählt.

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