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Tibet Mit Seidenteppichen ins neue Jahr

10.02.2006 ·  Früher leitete der Dalai Lama das große Neujahrsgebet. Heute verfolgt er es aus dem indischen Exil. Tibetische Mönche und Pilger feiern den Jahresbeginn mit riesigen Buddha-Bildern: ein farbenfrohes Spektakel.

Von Florentine Fritzen
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Tausende Pilger strömen in diesen Tagen zum tibetischen Kloster Labrang: Dort feiern die buddhistischen Mönche das neue Jahr. Der Neujahrstag Lossar ist eigentlich schon zwei Wochen her, aber gefeiert wird traditionell erst am 13., 14. und 15. Tag des neuen Jahres.

Der 13. Tag - das ist nach unserem Kalender dieser Freitag - ist dem großen Gebet Mönlam gewidmet. Bevor der Dalai Lama 1959 ins nordindische Exil floh, kam er zum Neujahrsfest stets aus seinem Potala-Palast in Lhasa heraus, um das Mönlam selbst zu leiten. Damals feierten die Tibeter das Fest ausschließlich in der Hauptstadt. Inzwischen haben viele Klöster des besetzten Landes die Tradition aufgegriffen, vor allem in der Provinz Gansu, wo auch das Gelbmützenkloster Labrang liegt. Auch in der Stadt Aba wird das neue Jahr besonders feierlich begrüßt.

Der erste Sonnenstrahl

Vor dem großen Gebet schreiten die Mönche feierlich mit einer Stoffrolle, dem Thangka, zu einem nahen Hang. Mit Hilfe von Seilen rollen sie das riesige Seidentuch auf und enthüllen hangabwärts ein Buddha-Bild. Dann folgt die Gebetszeremonie des Turkus, des Klostervorstehers, und die Pilger opfern seidig glänzende Glücksschleifen. Bevor der erste Sonnenstrahl das Bildnis des Buddhas berührt, wird der Teppich wieder eingerollt. In Labrang mißt er 30 auf 40 Meter.

Mit Seidenteppichen ins neue Jahr

Der 14. Tag des neuen Jahres - dieser Samstag - ist der Tag der Maskentänze. Am 15. Tag tragen die Mönche in einer großen Prozession den „Zukunftsbuddha“ in einem Schrein umher. Die Gläubigen verneigen sich und geben Glücksschleifen ab.

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Jahrgang 1976, Redakteurin in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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