26.03.2005 · Nach einer abermaligen Niederlage vor Gericht geben die Eltern der Komapatientin Terri Schiavo auf. „Das war unser letzter Vorstoß“, sagte ihre Anwältin. Die auf künstliche Ernährung angewiesene Frau liegt im Sterben.
Der juristische Kampf um das Leben der Komapatientin Terri Schiavo ist allem Anschein nach endgültig gescheitert. Bezirksrichter George Greer lehnte am Samstag auch den jüngsten Antrag der Eltern Bob und Mary Schindler ab, die Ernährung der 41jährigen wieder anzuordnen. „Das war unser letzter Vorstoß“, sagte Anwältin Barbara Weller vor dem Urteil. Theoretisch könnten die Eltern allerdings erneut vor ein Berufungsgericht ziehen.
Schiavos Vater Bob Schindler hat die Hoffnung auf Rettung seiner Tochter dennoch nicht aufgegeben. „Terri kämpft höllisch, um am leben zu bleiben“, sagte er nach einem Besuch seiner Tochter vor dem Hospiz in Clearwater wenige Minuten vor dem jüngsten Urteil. „Es ist noch nicht zu spät, sie zu retten.“ Seiner Tochter gehe es den Umständen entsprechend noch bemerkenswert gut. „Sie will nicht sterben.“
Mediziner: Sprechversuche unglaubwürdig
Die Eltern hatten in einem verzweifelten Versuch vor Gericht geltend gemacht, Terri Schiavo habe bei der Entfernung des Nahrungsmittelschlauchs am vergangenen Freitag zu sprechen versucht. Auf die Aufforderung, zu sagen: „Ich will leben“, habe sie zwei Laute für die ersten beiden Wörter geformt.
Medizinische Gutachter halten das für unglaubwürdig. Schiavo sei seit 15 Jahren in einem Wachkoma ohne Bewußtsein. Mimik und Laute seien unkontrollierte Reflexe, haben zahlreiche Ärzte festgestellt. Richter Greer, der sich seit sieben Jahren mit dem Fall befaßt, lehnte es ab, die Angaben der Eltern neu untersuchen zu lassen.
Ärzte gaben Schiavo nur noch wenige Tage zu leben. Die Anwälte von Schiavos Ehemann Michael, der den Nahrungsstopp veranlasst hat, bezeichneten ihren Zustand als friedlich. Michael Schiavo hält daran fest, daß er nur dem Willen seiner Frau, in einem solchen Zustand nicht am Leben gehalten zu werden, entspricht.