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Sturm „Athena“ in New York Westerwelle steckt fest

 ·  Ein Sturm hält Guido Westerwelle in New York fest, nachdem er aus Laos kommend über den Nordpol nach Amerika geflogen war. Erinnerungen werden wach an die Odyssee der Kanzlerin während der Aschewolke 2010.

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© dpa Vergrößern Deutschland, Laos, Nordpol, Amerika und wieder zurück – zunächst aber Stillstand.

Fast hätte es ja geklappt. In 80 Stunden wollte Außenminister Guido Westerwelle in dienstlicher Mission die Welt umrunden: Von Berlin nach Laos, von Laos nach New York, von dort wieder nach Berlin. Über die Nordpol-Region, eine ziemlich einmalige Route. Das Wetter in New York allerdings machte dem FDP-Politiker einen Strich durch die Rechnung. Sein Rückflug nach Deutschland wurde am Mittwochabend Ortszeit gestrichen. Westerwelle wird nun am Donnerstagabend in Berlin zurückerwartet, 21 Stunden später als geplant.

„Die Wetterbedingungen sind laut Flugbereitschaft so, dass heute ein Abflug nicht möglich ist.“ Diese knappe Nachricht aus Delegationskreisen erreichte die Journalisten in Westerwelles Schlepptau um 17.30 Uhr New Yorker Zeit. Deutschland war da schon sechs Stunden weiter und schlief dem Donnerstag entgegen.

Die „Wetterbedingungen“ waren für jeden sichtbar. Durch die Straßen New Yorks fegte der eisige Sturm „Athena“, Regen wechselte sich mit Schnee ab. Alles nicht so schlimm wie vor knapp einer Woche, als „Sandy“ die Ostküste der Vereinigten Staaten verwüstete, meinten Ortsansässige. Aber Grund genug für die Flugbereitschaft des Verteidigungsministeriums – sie ist grundsätzlich für Flüge von Regierungsmitgliedern zuständig – den für den späten Mittwochabend geplanten Rückflug abzusagen.

Erinnerungen wurden da wach an eine Amerika-Reise von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die im April 2010 zwei Tage später als geplant nach einer Odyssee durch Europa von ihrer Reise zurückgekehrte. Damals sorgte der Vulkanausbruch in Island mit seinen Aschewolken dafür, dass die CDU-Vorsitzende erst in Lissabon und dann in Rom Station machen musste.

An der Maschine ein Aufkleber: „Weltflug 2012“

Während am Mittwochabend die Behörden in New York und New Jersey öffentliche Parks, Spielplätze und Strände sperrten, wurde Westerwelles Flugzeug, ein Airbus A340 der Luftwaffe, sturmsicher geparkt. Die Maschine hatte da schon eine ganz besondere Reise hinter sich: Von der laotischen Hauptstadt Vientiane nach New York flog sie eine „äußerst seltene Route“, die so noch nie mit einer A340 der Flugbereitschaft geflogen wurde. Es ging über das ewige Eis der Nordpol-Region – die Piloten hatten zuvor extra einen Einweisungsflug bekommen, wie aus der Crew verlautete, denn einfach ist das Navigieren über den Polen nicht.

Zudem beträgt die Entfernung zwischen Vientiane und New York rund 13.500 Kilometer, das entspricht der maximalen Reichweite eines Airbus A340. Rund 17 Stunden kann die Maschine in der Luft bleiben, die Flugzeit lag bei rund 16 Stunden und 30 Minuten. Die Besatzung der A340 jedenfalls hatte durchaus Grund, stolz zu sein: Von der ungewöhnlichen Aktion zeugt in eigens aufgelegter Aufkleber. „A340 Luftwaffe – Weltflug 2012“ steht darauf.

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