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Psychologie-Studie : Selfie-Sucht entlarvt Narzissten

  • Aktualisiert am

Das Smartphone in die Hand, den Arm ausgestreckt und abgedrückt – so funktioniert das inszenierte Selbstportrait Bild: dpa

Jemand, der häufig Selfies von sich macht und in soziale Netzwerke stellt, ist selbstverliebt. Was viele schon lange ahnen, belegt nun eine wissenschaftliche Studie der Ohio State University – zumindest für Männer.

          Vermutet wird es schon, seit es das Selfie in den medialen Alltag geschafft hat: Dass jene, die häufig inszenierte Selbstportraits in sozialen Netzwerken verbreiten, eher Narzissten sind, als Menschen, die sich damit zurückhalten. Forscher der Ohio State University haben nun die wissenschaftliche Grundlage für diese These geliefert - zumindest für Männer. „Es ist nicht überraschend, dass Männer, die viele Selfies posten und viel Zeit damit verbringen, diese zu bearbeiten, zu Narzissmus neigen, aber es ist das erste Mal, dass dies in einer Studie belegt wird“, sagt Jesse Fox, Dozentin für Kommunikation an der Ohio State University und verantwortlich für die Studie.

          Selfies, Narzissmus und Psychopathie stehen in Zusammenhang

          Darüber hinaus – und das ist für Fox das eigentlich Interessante an der Studie – wiesen die inszenierenden Selbstdarsteller auch eher andere antisoziale Charakterzüge auf und seien eher psychopathisch veranlagt als Männer, die seltener Selfies machen. „Die Teilnehmer der Studie liegen alle im Bereich normaler Verhaltensweisen – aber mit überdurchschnittlich hohem Niveau dieser antisozialen Züge“, so Foxx.

          Die Studienergebnisse zeigen einen Zusammenhang zwischen dem häufigen Onlinestellen von Fotos, Narzissmus und Psychopathie. Jedoch neigen Männer mit psychopathischen Zügen nicht dazu, ihre Bilder vor dem Absenden zu optimieren. „Impulsivität ist typisch für Psychopathen“, so die Wissenschaftlerin. „Diese Menschen wollen sich selbst sehen, aber sie wollen keine Zeit damit verbringen, die Bilder zu bearbeiten.“

          Insgesamt haben 800 Männer im Alter von 18 bis 40 Jahren an der Untersuchung teilgenommen. Sie wurden zum Posten von Bildern in sozialen Netzwerken befragt und haben standardisierte Fragen zu asozialem Verhalten und ihrer Selbsteinschätzung gegenüber anderen beantwortet. Außerdem haben sie Angaben darüber gemacht, wie oft sie Bilder posten, und auch ob und wie sie sie zuvor bearbeiten. Frauen sind nicht Teil der Studie gewesen, weil die Forscher keine gleichwertigen Daten bekamen. Eine solche Untersuchung soll aber folgen.

          Weltweite Berühmtheit erhielt das Wort Selfie durch die Oscar-Verleihung im Jahr 2014 - als die Moderatorin Ellen de Generes mit mehreren Hollywood-Stars ein Gruppen-Selfie schoss. Der neueste Trend im Bereich Selbstporträt ist die „Selfie-Stange“.

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