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Stil-Fragebogen: Heiner Lauterbach „Meine Uhr geht nicht von mir“

 ·  Er ist vielseitig, gefragt und mit 60 Jahren immer noch ein Bild von Mann – Heiner Lauterbach über Star-Vorbilder, Schmuck und die Bedeutung von Familie.

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© dpa Vergrößern Liest Zeitung und verzichtet auf Blogs: Schauspieler Heiner Lauterbach

Heiner Lauterbach ist nicht auf eine Rolle festzulegen. Ob er in „Männer“ die Machos der Achtziger ins Lächerliche zieht, in „Rossini“ das Filmgeschäft karikiert oder als „Faust“ ermittelt: Der Schauspieler, der in gut zwei Wochen 60 Jahre alt wird, ist überaus vielseitig. In seinem neuen Film „Einfach die Wahrheit“ spielt er einen Vater, der seine Tochter missbraucht haben soll. Der Staatsanwältin (Katja Flint) kommen Zweifel an seiner Schuld. Zu sehen ist das Gerichtsdrama heute um 20.15 im Ersten.

Was essen Sie zum Frühstück?
Meistens Obst, Haferbrei, manchmal Eier. Dazu Vollkornbrot und Tee.

Wo kaufen Sie Ihre Kleidung ein?
Da gibt es keine festen Orte, ich wähle meine Kleidung unabhängig von Marken und Trends aus. Wenn ich etwas brauche, gehe ich los. 

Hebt es Ihre Stimmung, wenn Sie einkaufen?
Das kann schon passieren, wenn man etwas besonders Schönes findet. Das kann ein Gürtel sein, eine Uhr,
ein Anzug oder auch Schuhe.

Was ist das älteste Kleidungsstück in Ihrem Schrank?
Ein Lacoste-Hemd von meinem Vater.

Was war Ihre größte Modesünde?
Ich bin nicht sehr modebewusst. Ich trage die Sachen, die mir gefallen. Es gibt Dinge, die vielleicht modern sind, die mir aber überhaupt nicht gefallen. Zum Beispiel Röhrenhosen. Meine Frau ist da anders: Wenn etwas modern ist, dann ist das für sie fast gleichbedeutend
mit schön.

Tragen Sie zu Hause Jogginghosen?
Ja.

Haben Sie Stil-Vorbilder?
Nein.

Haben Sie schon einmal ein Kleidungs- oder ein Möbelstück selbst gemacht?
Nein.

Besitzen Sie ein komplettes Service?
Ja, ein Frühstückservice und ein Service für Menus.

Mit welchem selbst zubereiteten Essen konnten Sie schon Freunde beeindrucken?
Mit Pellkartoffeln mit Quark. Und mit Salatsaucen. Die sind nicht einfach, obwohl die Zutaten relativ überschaubar sind: Essig, Öl, ein bisschen Zucker, Senf, Kräuter. Das Geheimnis ist Knoblauch. Und Zwiebeln. Viele Saucen schmecken nicht, sind zu wässrig. Wenn nur von einer Zutat zu viel drin ist, dann ist es schon vorbei.

Welche Zeitungen und Magazine lesen Sie?
Natürlich die „Frankfurter Allgemeine“! Dann „Focus“ und „Spiegel“ und auch den „Stern“. In München lese ich noch die „Abendzeitung“, manchmal die „Süddeutsche“.

Welche Websites und Blogs lesen Sie?
Gar keine.

Wann haben Sie zuletzt handschriftlich einen Brief verfasst?
Im letzten Monat. Im Vergleich zu meinen Mitmenschen schreibe ich sicher häufig Briefe. Ich habe auf meinem Schreibtisch einen Füller und auch schönes Briefpapier. Man sagt mir auch eine schöne Schrift nach.

Welches Buch hat Sie in Ihrem Leben am meisten beeindruckt?
Schwer zu sagen. Beeindruckt hat mich sehr „Die schwarze und die weiße Magie“ von Franz Hartmann. Es fiel mir 1972 in die Hände, da war ich in Nepal. Oder das Buch „Der Gotteswahn“ von Richard Dawkins. Und auf meinem Nachttisch liegt „Der große Entwurf“ von Stephen Hawking, da lese ich immer mal wieder drin.

Ihre Lieblingsvornamen?
Oscar, Vito und Maya – die Namen meiner Kinder.

Ihr Lieblingsfilm?
„Sein oder Nichtsein“ von Ernst Lubitsch.

Fühlen Sie sich mit oder ohne Auto freier?
Kommt darauf an, wo man ist: In der Salzwüste würde ich mich definitiv mit Auto freier fühlen. Man kann das Auto ja immer stehen lassen. Also: mit!

Tragen Sie eine Uhr?
Ja. Ich habe mehrere Uhren, aber eine Lieblingsuhr. Ich habe sie 1972 nach meiner Reise nach Nepal gekauft, eine Rolex GMT Master. Mit dieser Uhr habe ich viele fast schon unheimliche Sachen erlebt. Vor Jahren war ich mit meinem Sohn Oscar, er war damals sechs, und Familie auf Jamaika. Eines Abends hatten wir ein wenig gefeiert und waren danach noch im Meer baden. Da habe ich die
Uhr verloren. Am nächsten Morgen fand Oscar sie doch tatsächlich am Strand im Sand! Bei einigen solcher Erlebnisse dachte ich nur: Diese Uhr geht nicht von mir!

Tragen Sie Schmuck?
Außer meiner Uhr nichts. Meinen Ehering trage ich im Herzen! Da ich ihn so oft beim Drehen ablegen muss, habe ich Angst, ihn zu verlieren. Daher liegt er in meinem Nachttisch. Meine Frau und ich haben jedoch ein Ritual: Wenn wir weggehen, dann trage ich meinen Ehering. Beim Essen lassen wir dann die Ringe aneinander klicken, kling-kling, dann können die auch mal schmusen!

Haben Sie einen Lieblingsduft?
Früher war das „That Man“ von Revlon. Gibt es leider nicht mehr.

Was ist Ihr größtes Talent?
Die Schauspielerei. Schon mit zehn Jahren hat sie mich begeistert. Neigungen habe ich jedoch viele. Ich habe mit 15 Jahren in einer Band Gitarre gespielt, habe früher viel gemalt, so surrealistische Dinge. Geschrieben habe ich auch. Das mache ich heute noch.

Was ist Ihre größte Schwäche?
Verrate ich nicht!

Wie kann man Ihnen eine Freude machen?
Mir eine tolle, hochbezahlte Rolle anbieten zum Beispiel. Mein Frau erfreut mich mit ihrer blanken Anwesenheit. Auch meine Kinder, wenn sie einfach da sind. Alle Menschen, die mir nett, offen und warmherzig begegnen.

Was ist Ihr bestes Smalltalk-Thema?
Die Schauspielerei. 

Sind Sie abergläubisch?
Nicht wirklich.

Wo haben Sie Ihren schönsten Urlaub verbracht?
In Brasilien.

Und wo verbringen Sie Ihren nächsten Urlaub?
Auf Mauritius.

Was trinken Sie zum Abendessen?
Wasser. Im Restaurant Rotwein.

Aufgezeichnet von Karin Truscheit.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Magazin
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