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Sri Lanka : Bei Buddha hört der Spaß auf

  • -Aktualisiert am

Sieht nicht jeder gerne: Naomi Colemans Tätowierung Bild: AFP

Naomi Coleman bezeichnet sich als gläubig, sie hat sich sogar einen Buddha auf den Arm tätowieren lassen. Doch für ihre Glaubensbrüder auf Sri Lanka ist das ein Sakrileg. Sie verwiesen die Britin des Landes.

          Naomi Coleman konnte es kaum glauben, als der Taxifahrer vor dem Flughafen auf Sri Lanka zu ihr sagte: „Oh, dafür müssen sie ins Gefängnis.“ Die 37 Jahre alte Krankenschwester aus Coventry war wenige Minuten zuvor mit dem Flugzeug aus Indien auf dem internationalen Flughafen in Colombo gelandet, hatte ihren Pass zur Einreise stempeln lassen und ihren Koffer vom Gepäckband genommen, als sie besagter Taxifahrer ansprach und auf Colemans rechten Oberarm zeigte. Dort trägt Coleman seit Jahren eine große Tätowierung. Zwar hatte die Britin bei ihrer Ankunft ein weißes T-Shirt an, doch unter dem kurzen Ärmel war ihre Tätowierung deutlich zu erkennen: ein großer Buddha, der im Schneidersitz über einer Lotusblüte thront. Die meisten Singhalesen sind gläubige Buddhisten, für viele stellt die Abbildung eines Buddhas allerdings einen religiösen Affront dar.

          Coleman wurde noch am Flughafen einem Polizisten vorgeführt. „Ich versuchten den Leuten klarzumachen, dass ich schon seit Jahren aktiv Buddhismus praktiziere“, sagte die 37 Jahre alte Britin dem englischen Nachrichtensender BBC. Sie habe zuvor Meditationskurse und Workshops in Thailand, Indien, Kambodscha und Nepal besucht. Nirgendwo sei es bislang wegen ihren Tätowierungen zu Problemen gekommen. Doch auf Sri Lankas Hauptstadtflughafen wollte keiner die Erklärungen der Krankenschwester hören.

          Coleman kam ins Arrestlager

          Vielmehr wurde Coleman noch am Montag in ein Arrestlager für illegale Immigranten nahe des Flughafens gebracht, weil sie die „religiösen Gefühle anderer verletzt“ habe. Am nächsten Tag wurde Coleman schließlich dem Richter vorgeführt. „Ich wurde aufgerufen, doch keiner hörte mich an. Sie sprachen alle untereinander, aber mit mir wollte keiner reden“, berichtet die Krankenschwester. Auch der Hinweis, dass sie einen weiteren Aufenthalt auf den Malediven gebucht habe und gerne schon früher weiterreisen könnte, um Sri Lanka schnellstmöglich zu verlassen, interessierte niemanden.

          Ein Urteil hingegen war schnell gefunden: Coleman wird zurück in ihre Heimat England abgeschoben. Bis dahin dürften aber wohl noch einige Tage vergehen, die Behörden müssten zunächst noch etliche Sicherheitsüberprüfungen vornehmen.

          Die Behörden in Sri Lanka sind bekannt dafür, besonders harsch gegen religiöse Abbildungen vorzugehen. Im März vergangenen Jahres wurde ebenfalls einem britischen Touristen die Einreise nach Sri Lanka untersagt. Auch er hatte eine Buddha-Tätowierung auf dem Arm. Und vor zwei Jahren wurden drei französische Touristen gar zu Gefängnisstrafen verurteilt, weil sie eine Buddha-Statue geküsst hatten. Ihre Strafe wurde damals zur Bewährung ausgesetzt.

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