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Schwester Lucia Das letzte der drei Kinder von Fatima ist gestorben

Den drei Kindern von Fatima ist nach deren eigenen Angaben mehrere Male die Muttergottes erschienen. Als letztes dieser „Fatima-Zeugen“ starb am Sonntag Schwester Lucia.

© dpa/dpaweb Schwester Lucia

Schwester Lucia, das letzte der drei Kinder von Fatima, denen nach ihren Angaben im Oktober 1917 mehrere Male die Muttergottes erschienen war, ist am Sonntag im Alter von 97 Jahren in der portugiesischen Stadt Coimbra gestorben. Ihr Leichnam wurde am Montag in der Kathedrale der Stadt aufgebahrt, wo Bischof Albino Cleto, der während der letzten Stunden bei ihr war, den Trauergottesdienst hielt.

Lucia de Jesus war neun Jahre alt, als sie zusammen mit ihrem fast gleichaltrigen Vetter Francisco und ihrer Base Jacinta mehrere Marienerscheinungen hatte. „Woher kommst Du?“ will sie die Jungfrau gefragt haben. Sie soll ihr erwidert haben: „Vom Himmel.“ Die drei „Schäferkinder“, die noch Analphabeten waren, erhielten nach Lucias Aussage von der Muttergottes den Auftrag, an der Stelle der ersten Erscheinung eine Kirche zu bauen.

„Geheimnisse“ mit den Päpsten geteilt

Fatima ist nun seit Jahrzehnten einer der größten Wallfahrtsorte der Christenheit mit Hunderttausenden Besuchern im Jahr. Drei „Geheimnisse“, so Lucia, die das später in ihren Memoiren festhielt, habe die „weiße Frau“ den Kindern anvertraut: das Ende des Ersten Weltkriegs, den Beginn des Zweiten und die Abkehr des kommunistischen Rußland vom Christentum und einen persönlichen Angriff auf einen „Bischof in einem weißen Kleid“.

Während die beiden ersten Botschaften vom Vatikan schon in den fünfziger Jahren bekanntgemacht wurden, enthüllte Papst Johannes Paul II. die letzte erst im Jahr 2000 aus Anlaß der Seligsprechung der noch als Kinder gestorbenen Francisco und Jacinta: den Mordanschlag des türkischen Terroristen Ali Agca auf ihn im Mai 1981.

Schwester Lucia, die als junges Mädchen ins Kloster ging und zuletzt dem Karmeliterorden in Coimbra angehörte, hatte das „dritte Geheimnis“ nur den Päpsten - von Pius XII. bis Johannes Paul II. - anvertraut. Johannes Paul brachte die Kugel, die ihn schwer verletzt hatte, ein Jahr nach dem Attentat bei seinem ersten Besuch nach Fatima und steckte sie dort in die Krone der Muttergottesstatue.

Quelle: wie., F.A.Z. vom 15.02.2005, Nr. 38 / Seite 7

 
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Veröffentlicht: 14.02.2005, 19:17 Uhr

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