17.10.2008 · Im Saarland ist die giftige Industriechemikalie Melamin in Lebensmitteln entdeckt worden. Es handelt sich um ein Kuchengebäck mit Vanillecreme, welches in China hergestellt wird.
Im Saarland ist erstmals die giftige Industriechemikalie Melamin in Lebensmitteln entdeckt worden. Dabei handele es sich um ein Kuchengebäck mit Vanillecreme namens „Lotte Chocopie“ aus einem Saarbrücker Asia Shop, teilte Gesundheitsminister Gerhard Vigener (CDU) am Freitag mit. Der Grenzwert von 2,5 Milligramm pro Kilogramm sei den chemischen Untersuchungen zufolge um fast das Dreifache überschritten worden. Das runde, mit einer Creme gefüllte Gebäck sei mit Vollmilchpulver hergestellt worden und stamme aus China. Die Produkte seien aus dem Handel entfernt worden, sagte ein Ministeriumssprecher in Saarbrücken.
In China erkrankten Zehntausende Babys, weil Milch mit dem giftigen Melamin verunreinigt worden war, um einen höheren Proteingehalt vorzutäuschen. Vier Babys starben. Seither waren wiederholt in Asialäden Deutschlands und anderer europäischer Länder Süßigkeiten wie Bonbons oder Kekse mit unerlaubt hohem Melamingehalt aufgetaucht.
Kontrollen gehen weiter
Im Saarland haben Kontrolleure den Angaben zufolge bislang mehr als 30 Asialäden und 30 China-Restaurants untersucht. Die Kontrollen gingen weiter, hieß es in der Mitteilung des Ministeriums. Auch in Rheinland-Pfalz waren bereits mit Melamin belastete Süßigkeiten aufgetaucht. So waren in Koblenz Weichkaramellbonbons der Marke „White Rabbit“ gefunden worden, bei denen der Melamin-Grenzwert um mehr als das Sechsfache überschritten war. In Trier wurden Kekse sichergestellt, die aber nur geringe Spuren Melamin enthielten.