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Royals Queen genervt, Charles wettert

05.04.2005 ·  Prinz Charles verschiebt wegen der Beerdigung des Papstes seine Hochzeit. Das ärgert ihn mehr als offiziell verlautbart. Die Queen hat ohnehin die Nase voll, die Organisatoren auch. Denn die Verschiebung ist enorm teuer.

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Bei Königin Elizabeth II. liegen die Nerven blank, ebenso bei Prinz Charles. Nach der schier endlosen Pannenserie um die Hochzeit ihres Sohnes hat die 78 Jahre alte Monarchin nach britischen Zeitungsberichten vom Dienstag offensichtlich allmählich die Nase voll. Nachdem die Hochzeit wegen des Begräbnisses von Johannes Paul II. verschoben werden mußte, sei die Königin nun „total genervt“, meldete die „Sun“ unter der Schlagzeile „Verhext“.

„Von Anfang an ist alles schief gelaufen. Sie hält die Hochzeit für verhext. Es ist eine große Peinlichkeit und macht die Königliche Familie zum Gegenstand des Gespötts“, zitierte die Zeitung eine hochrangige Quelle aus dem Buckingham Palast. Eine Hochzeit am Samstag sei nun wirklich das Letzte, was sich Elizabeth II. gewünscht habe, hieß es weiter. Denn eigentlich sei es für die Queen ein Tag der Trauer, weil genau zu diesem Zeitpunkt vor drei Jahren Queen Mum, die Mutter der Königin, beerdigt wurde.

„Warum ich?“

Aber auch der Bräutigam selbst versteht die Welt nicht mehr. Erst darf er Camilla Parker Bowles wegen rechtlicher Probleme nicht wie geplant auf Schloß Windsor ehelichen, sondern nur auf dem nahegelegen Standesamt - wo kaum einer der 750 geladenen Gäste einen Platz findet. Dann wird - wenn auch erfolglos - gegen die Hochzeit geklagt. Die eigene Mutter kommt nicht einmal zur zivilen Trauung und nun muß er als Repräsentant des Königshauses zur Beerdigung des Papstes nach Rom und kann seine Geliebte erst einen Tag später zur Frau nehmen. „Warum zur Hölle muss ich das tun? Warum ich?“, zitierte der „Daily Mirror“ den Prinzen unter Berufung auf Freunde des Thronfolgers.

Auch die für die Organisation der Hochzeit im Königshaus Verantwortlichen sind nicht zufrieden. „Es ist ein wildes Durcheinander. Das Personal muß neu gebucht und die ganzen Überstunden neu berechnet werden“, sagte ein Angestellter aus Schloß Windsor der „Daily Mail“. Die Gäste müßten ihre Reisepläne für die Verschiebung der Hochzeit um 24 Stunden nun auf den letzten Drücker ändern. Auch bei der Polizei herrscht nicht gerade die helle Freude. Die Kosten für die Sicherheitsaktion rund um das Schloß Windsor würden sich nun auf rund drei Millionen Euro verdoppeln, hieß es.

Gedenkmedaillen müssen neu geprägt werden

Hinzu kommt, daß das Königliche Münzamt alle mit dem ursprünglichen Hochzeitsdatum 8. April versehenen Gedenkmünzen neu prägen muß und die Post wohl ihre Sonderbriefmarken zur Trauung des Thronfolgers nicht wie geplant am Freitag zum Verkauf anbieten wird. Viele Produzenten von Andenken wie Handtücher, Teebecher oder Teller mit dem Konterfei von Charles und Camilla sowie dem aufgedruckten Trauungsdatum können nach den Angaben nicht mehr gut auf die Verschiebung reagieren.

Allerdings habe der Ansturm auf Andenken trotz der Änderung nicht nachgelassen, hieß es in den Zeitungen. Viele hofften nun auf den steigenden Sammlerwert etwa von Teetassen, die das „falsche“ Datum tragen. Doch Eric Knowles vom Auktionshaus Bonhams warnte in der „Mail“ Schnäppchenjäger vor frühzeitiger Euphorie. „Wenn Sie so etwas als Investition kaufen, dann profitieren frühestens ihre Enkelkinder davon.“

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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