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Ronald Schill : „Ich habe nur zwei Mal gekokst in meinem Leben“

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Wohnhaft in Rio: „Aber richtig beglückend ist für mich nur die Droge Frau“, sagt er im Interview mit dem Stern. Bild: ddp

Als Richter hat Ronald Schill Drogendealer zu harten Strafen verknackt, von ihm selbst tauchten dann Videos auf, in denen er kokste. Jetzt meldet sich der frühere Hamburger Innensenator wieder zu Wort.

          Ronald Schill hat alle Stadien öffentlicher Aufmerksamkeit und Erregung durchlebt. Er war in den 1990er Jahren bekannt als „Richter Gnadenlos“ und pflegte sein Image am Hamburger Amtsgericht mit drakonischen Strafen – auch für Bagatelldelikte.  2000 gründete er die rechtspopulistische „Partei Rechtsstaatlicher Offensive" und gewann 2001 in Hamburg fast 20 Prozent. Es folgten Koalitionsbildung mit CDU und FDP, eine kurze Zeit als Innensenator, der Rauswurf und als Endstation die Teilnahme in der TV-Show „Big Brother“.

          Jetzt meldet sich Schill aus seinem selbstgewählten Exil Brasilien wieder zu Wort. Im Interview mit dem „Stern“ spricht er über den Widerspruch, als rechtskonservativer Hardliner aufgetreten zu sein und selbst Betäubungsmittel zu nehmen: „Ich war nie Moralist. Ich war immer Hedonist“, sagt er der Zeitschrift. „In den Swingerklub gehen und konservative Werte vertreten - für mich hat das immer zusammengepasst.“

          Von Beust outen – keine „so geschmeidige Lösung“

          In einem Video, über das 2008 berichtet wurde, war Schill zu sehen, wie er Kokain schnupfte und sich darin über die Wirkung freute. Dabei hatte der ehemalige Amtsrichter Jahre zuvor eine eidesstattliche Versicherung abgegeben, er habe noch nie in seinem Leben Koks zu sich genommen. Dabei habe er die Öffentlichkeit nicht betrogen, erst lange nach seinem Ausstieg aus der Politik habe er mal die Droge zu sich genommen. Und überhaupt: „Ich habe (...)", sagt Schill im Stern, „nur zwei Mal gekokst in meinem Leben.“ Das auch nur in Südamerika, fügt er hinzu.

          Aufmerksamkeit bekam Schill zuletzt, als er an der Reality-Soap „Big Brother“ teilnahm. Diese bezeichnet er jetzt als „großartige Grenzerfahrung“, die ihm Geld in die Kasse gespült habe. Aus der Hamburger Koalition und dem Senat flog er 2003, nachdem er den Ersten Bürgermeister der Stadt, Ole von Beust (CDU), als homosexuell geoutet hat. Von einem Fehler spricht er nicht, viel mehr würde er heute nicht mehr so vorgehen. „Das war in der Tat eine nicht so geschmeidige Lösung“, sagt Schill.

          Schill lebt heute in Pavão-Pavãozinho, einem Stadtteil von Rio de Janeiro, der für seine Drogenkriminalität berüchtigt ist. Dort solle nicht bekannt werden, welchen Ruf er als „Richter Gnadenlos“ gehabt habe. Er wolle nicht, dass sich jemand von diesem Image bedroht fühle. In Brasilien gefällt es dem Juristen deutlich besser als im kühlen und regnerischen Hamburg: „Hier kann ich mich frei entfalten, und es ist immer warm. Außerdem würden mich die Frauen hier vermissen.“

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