http://www.faz.net/-gum-960et

Filmproduzentin über #MeToo : Regina Ziegler fordert mehr Ächtung der Sexisten

  • Aktualisiert am

Die Produzentin Regina Ziegler, aufgenommen am 23. Januar 2017 im Literaturhaus in München Bild: dpa

Öffentliche Anklage von Männern, die ihre Macht in der Branche missbrauchen: Das fordert Regina Ziegler, die erfahrenste Produzentin Deutschlands, in einem Gastbeitrag für die F.A.S.

          Die Produzentin Regina Ziegler fordert die öffentliche Ächtung von Regisseuren und anderen einflussreichen Männern in der Film- und Fernsehbranche, die ihre Macht gegenüber Frauen missbrauchen. Wie sie in einem Beitrag für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (F.A.S.) zur aktuellen „MeToo“-Debatte schreibt, hält die erfahrenste Produzentin Deutschlands solche Abschreckung für notwendig.

          Dabei bezieht sie sich nicht nur auf sexuelle Übergriffe, sondern auch auf Psychoterror und Mobbing. Die 73-Jährige hat nach eigenen Angaben in mehr als vier Jahrzehnten als Produzentin drei Fälle erlebt, bei einem war sie selbst betroffen. Sie zeigt sich überrascht und entsetzt über das Ausmaß der Vorfälle, die zurzeit ans Licht kommen.

          „Die Höchststrafe für Machtmenschen, die missbrauchen in der Erwartung, dass alles im Dunkeln bleibt, ist in meinen Augen, ihnen ihre Macht zu nehmen. Man muss sie in den Stand totaler Ohnmacht versetzen“, schreibt sie in der F.A.S. „Das geschieht zum Beispiel durch öffentliche Ächtung.“

          Regina Ziegler plädiert außerdem für Vertrauenspersonen in den Produktionshäusern, damit Fälle sexueller Gewalt künftig schneller aufgedeckt werden – „nicht per Gesetz verordnet, sondern aus schierer Vernunft eingerichtet“.

          Die Produzentin grenzt sich in ihrem Beitrag für die F.A.S. deutlich von dem offenen Brief ab, mit dem sich hundert Französinnen in dieser Woche gegen die „Me too“-Kampagne gewandt haben.

          „Ich rede nicht, wie die prominenten französischen Frauen, von männlichen Schubsern in der U-Bahn oder von harmlosen Flirts im Urlaub. Wovon ich rede, das sind die Fälle einer widerwärtigen Beziehung von Machtmissbrauch und Sexualität.“

          Weitere Themen

          „Der Ball liegt in der Politik“ Video-Seite öffnen

          Analyse zum Rundfunkbeitrag : „Der Ball liegt in der Politik“

          Die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist gesichert. Doch die Medienlandschaft hat sich gewandelt – und die Frage der Wettbewerbsverzerrung muss politisch neu aufgerollt werden, fordert F.A.Z.-Ressortleiter Reinhard Müller in der Video-Analyse.

          Topmeldungen

          Wegen Trump und Putin : Republikaner in der Zwickmühle

          Die Äußerungen von Donald Trump in Helsinki haben nicht nur Europäer beunruhigt, sondern auch Mitglieder seiner eigenen Partei. Die haben einen großen Teil ihres Problems allerdings selbst zu verantworten.

          Kolonialdorf in Afrika : An einem Ort vor unserer Zeit

          In einer britischen Kolonial-Villa in Sambia träumen Schwarz und Weiß nach wie vor von einer besseren Welt. Es ist ein Ort, der den Sinn für die Zeit verwirrt. Zu Besuch in Shiwa Ngandu.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.