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Sido im Gespräch : „Denk dran, Junge, du bist auf Bewährung!“

  • -Aktualisiert am

In München spricht der Berliner Rapmusiker auch über sein kommendes Album „VI“. Bild: Tobias Schmitt

Früher war Rapmusiker Sido der Mann mit der Maske, heute zeigt er sich häufig handzahm - und teilt trotzdem noch aus. Ein Gespräch über tätowierte Autogramme, die Erziehung seines Sohnes und öffentliche Beleidigungen.

          Sido, eigentlich heißen Sie Paul Hartmut Würdig. Das klingt nach CDU-Stadtrat, nicht nach Rapper.

          Ja, aber die meisten nennen mich Siggi. Meine Familie nennt mich Pauli, meine Frau meistens Schatz oder Liebling.

          Sie haben einen kleinen Sohn. Woran orientieren Sie sich bei der Erziehung?

          Ich mache mir nicht so viele Gedanken, wie ich mein Kind erziehe. Ich erzieh’s einfach mit den Werten, die ich für richtig halte. Man muss dem Kind eine Form von Ethik und Moral mitgeben. Es gibt Grenzen an gewissen Stellen. Und ansonsten muss mein Kind seinen eigenen Kopf entwickeln, das finde ich wichtig.

          Sie reimen über Ihre Frau: „Charlotte gefällt’s, wenn ich ihr Pelz kauf.“ Hat Peta schon angerufen?

          Meine Frau hat keinen einzigen echten Pelz zu Hause.

          Dann ist die Zeile missverständlich.

          Ist mir egal. Ich würde ihr auch einen echten Pelz kaufen, aber sie ist dagegen.

          Ihre Frau wurde in „Bild“ mehrmals als „Hammerbraut“ bezeichnet. Auf Twitter hat Sie dann jemand gefragt, ob Sie Ihre „Hammerbraut“ auch für handwerkliche Zwecke nutzen. Können Sie über so was lachen?

          Ich find’s weder schlimm noch witzig. Deutscher Humor trifft meinen Geschmack meistens nicht, sondern eher der Humor in amerikanischen Serien und Talkshows.

          Worüber darf man keine Witze machen?

          Ich habe letzthin einen amerikanischen Typen gesehen, der Witze über Kindesmissbrauch gemacht hat. Fand ich nicht witzig. Da will man wahrscheinlich ’ne Grenze überschreiten und weiter gehen als alle anderen.

          Eine Grenze überschreiten Sie auch auf der neuen Platte mit dem Reim: „Wenn die Medien ihre Spiele spielen mit unsern Herzen, um unsre Angst zu schüren, um uns zu unterwerfen.“ Das können wir so nicht stehenlassen.

          Ich weiß jetzt nicht, wie es bei euch ist. Aber ich bin mir sicher, dass einige Sachen, die berichtet werden, nicht vollständig recherchiert oder Meinungsmache sind.

          Ihr Verhältnis zu den Medien ist aber recht harmonisch. Immerhin haben Sie mal einer Journalistin ein Tattoo gestochen.

          (Fragt seine Managerin:) Was haben wir da gemacht?

          Die Journalistin hat geschrieben, dass es ungewöhnlich schmerzhaft war.

          Ich kann das ja nicht! Das wusste sie auch. Jeder weiß das. Aber ich tätowiere trotzdem öfter mal ein Autogramm, wenn die Leute das wollen.

          Wenn man Sie nachts um drei wecken würde, könnten Sie dann sagen, wie viele Tattoos Sie haben?

          Könnte ich nicht mal jetzt sagen. Aber ich habe noch ein paar Ideen für neue Tattoos. Auf der Brust habe ich gerade ein Projekt, das noch fertiggemacht werden muss. Man geht dann mehrmals ran, weil es so weh tut und ich keinen Bock habe, da acht Stunden herumzuliegen.

          Rap-Künstler Sido heißt eigentlich Paul Würdig. Bilderstrecke

          Gibt es ein Motiv, das Sie gern auf Ihrem Körper hätten, aber aus Platzgründen nicht mehr unterbekommen?

          Den Fernsehturm aufm Penis.

          Ihr Tattoo-Studio heißt „Ich und meine Katze“, ein Album von Ihnen heißt „Ich und meine Maske“.

          Der Esel nennt sich immer zuerst.

          Sie setzen sich bewusst über die Stilregel hinweg.

          So sieht’s aus.

          Lieblingswort „ich“?

          Es ist das erste Wort, das ein Mensch lernt. Nicht, dass man es als Erstes ausspricht, aber man kriegt als Allererstes ein Ich-Empfinden. Mein Lieblingswort ist es aber nicht. Ich habe kein Lieblingswort.

          Ist das eigentlich nervig: Geld für 50 Autos zu haben, aber keinen Führerschein?

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