Timothy Bowers' größter Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Ein Richter hat den 62 Jahre alten Amerikaner nun zu drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Bowers ist überzeugt davon, daß er im Gefängnis besser leben wird als in Freiheit, wo er keine ordentlich bezahlte Arbeit finde.
Deshalb war er im Frühjahr in eine Bank gegangen und hatte dem Bankangestellten eine Notiz mit dem Hinweis überreicht, es handle sich um einen Überfall. Den Umschlag, in den der Angestellte 100 Dollar gesteckt hatte, überreichte Bowers einem Wachmann in der Bank und wartete auf die Polizei.
„Furcht“ vor weiteren Straftaten
Bei der Gerichtsverhandlung sagte Bowers nun, daß es für Menschen seines Alters nur noch schlechtbezahlte Hilfsjobs gebe; seine Anstellung als Lieferant von Medikamenten hatte der Angeklagte aus dem Bundesstaat Ohio vor drei Jahren bei Schließung des Unternehmens verloren. Eine Freiheitsstrafe von drei Jahren, so Bowers, käme ihm sehr gelegen, da er mit 66 Jahren Anspruch auf die volle Rente habe.
Die Staatsanwaltschaft hatte Bowers zunächst nicht den Wunsch erfüllen wollen, die nächsten drei Jahre auf Kosten der amerikanischen Steuerzahler hinter Gittern zu verbringen. Doch habe man befürchten müssen, daß Bowers, der nach einem Gerichtsgutachten voll zurechnungsfähig ist, dann weitere Straftaten begehen würde.