03.12.2004 · Überall wird aufgepaßt: Der Presserat rügt die deutsche Boulevardpresse, in England wird der Weihnachtsmann per Videokamera überwacht und in Spanien retten Polizisten Terroristen das Leben.
Der Deutsche Presserat hat die Berichterstattung der „Bild“-Zeitung über die Schauspielerin Sibel Kekilli als Verstoß gegen die Menschenwürde gerügt. Die Zeitung hatte nach der Verleihung des Goldenen Bären mehrfach über die Vergangenheit der Schauspielerin berichtet, die vor ihrer Rolle in dem preisgekrönten Film „Gegen Die Wand“ in Pornofilmen mitgespielt hatte. „Das öffentliche Interesse deckt eine Form der Berichterstattung nicht, in der die Persönlichkeit der Betroffenen auf das reduziert wird, was man über diese in den Klappentexten von Pornofilmkassetten lesen kann“, rügte der Presserat.
„Solche Berichterstattung entwürdigt die Betroffene und verletzt damit die Wahrung der Menschenwürde.“ Die Bambi-Verleihung am 18. November in Hamburg hatte Kekilli für eine drastische Medienschelte genutzt und in ihrer Dankesrede gesagt: „Und denen ich nicht danke, das sind "Bild" und "Kölner Express". Hört endlich auf mit dieser dreckigen Hetzkampagne, das, was ihr macht, nennt man Medienvergewaltigung"“, rief die Schauspielerin unter Tränen.
Ion Tiriac will nicht General werden
Der frühere Boris-Becker-Manager Ion Tiriac will in seinem Heimatland Rumänien nicht zum General befördert werden. Zu einem entsprechenden Vorschlag des rumänischen Innenministeriums sagte Tiriac nach Angaben der rumänischen Nachrichtenagentur Mediafax: „Es gibt sicher viele andere Leute, die dies mehr verdienen als ich.“
Tiriac war bis 1968 beim Sportclub Dinamo Bukarest aktiv, der zum damals militärisch organisierten Innenministerium gehörte. Sein Name stand auf einer Vorschlagsliste für Beförderungen zum Nationalfeiertag am 1. Dezember. Tiriac gilt als zweitreichster Rumäne und Großinvestor in seinem Land. Er berät Rumäniens Regierung bei Auslandsinvestitionen.
Love-Story zwischen Prinzessin und Soldat endet mit Scheidung
Eine moderne „Romeo und Julia“-Liebesgeschichte zwischen einer Prinzessin aus Bahrain und einem amerikanischen Soldaten ist jetzt vor dem Scheidungsanwalt gelandet. Nach fünf Jahren Ehe habe die Frau die Trennung verlangt. Das Paar, dessen spektakuläre Liebesgeschichte den Stoff für einen Liebesfilm lieferte, reichte den Scheidungsantrag bereits Mitte November ein. 1999 hatte der damals 23jährige Soldat seine 19 Jahre alte Geliebte, Prinzessin Meriam Al-Khalifa, an Bord eines Militärflugzeugs heimlich aus Bahrain in die Vereinigten Staaten geschmuggelt.
Die arabische Familie des Mädchens war gegen die Beziehung. Eine Eheschließung mit einem anderen Mann war bereits arrangiert. In den Vereinigten Staaten trat das junge Paar nach einer Blitzhochzeit in Las Vegas mit seiner ungewöhnlichen Love-Story in zahlreichen Talk-Shows auf. Im Jahr 2001 erzählte der Spielfilm „Die Prinzessin & der Marine- Soldat“ ihre Geschichte. Das Scheitern der Ehe führte der Ex-Soldat auf Spannungen mit den arabischen Familienangehörigen und auf kulturelle und religiöse Differenzen zurück. Seine Frau habe ihn bereits vor einem Jahr verlassen und alle Versuche, die Ehe zu retten, seien gescheitert, sagte Johnson.
Der Weihnachtsmann wird überwacht
Gilmour Jones, britischer Geschäftsführer, hat das Weihnachtsmann-Häuschen seines Einkaufszentrums mit einer Überwachungskamera ausgerüstet, um möglichen Mißbrauchsvorwürfen vorzubeugen. Die Überwachung des Weihnachtsmannes mit moderner Technik sei „ein trauriges Zeichen unserer Zeit“, aber angesichts wachsender Bedenken wegen Kindesmißbrauchs unvermeidbar, sagte Jones.
Das Einkaufszentrum habe die Wahl gehabt, entweder ganz auf das Weihnachtsmann-Häuschen zu verzichten oder es zu überwachen. Das Kaufhaus im walisischen Llanelli rief die jungen Kunden zusätzlich dazu auf, sich nicht auf den Schoß des Weihnachtsmannes zu setzen. In Einkaufszentren und Kaufhäusern in Großbritannien ist es Tradition, daß Kinder sich in Weihnachtsmann-Häuschen auf den Schoß von Santa Claus setzen und ihm ihre Geschenkeliste vortragen.
Polizisten retten Ex-Terroristen das Leben
Bei einem bewegenden Drama in den Bergen der Sierra Nevada in Südspanien haben spanische Polizisten zwei ehemaligen Mitgliedern der baskischen Untergrundorganisation ETA das Leben gerettet. Die früheren ETA-Kämpfer waren bei einer Bergsteigertour abgestürzt und hatten sich Knochenbrüche zugezogen. Über Handy alarmierten die beiden Männer die spanische Polizei, die sie bisher als ihren großen „Feind“ betrachtet hatten. Sieben Beamte einer Rettungseinheit bargen die Bergsteiger und trugen sie auf ihren Schultern zu einer Höhle.
Dort hielten die Polizisten die ETA-Leute die ganze Nacht über mit ihren eigenen Körpern warm. Am nächsten Morgen konnten die Verletzten mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht werden. Beide Männer hatten Haftstrafen wegen Zugehörigkeit zu einer terroristischen Vereinigung verbüßt. Einer von ihnen hatte im Baskenland eine Polizeistreife mit Molotow Cocktails beworfen. Nach dem Bergunglück umarmten sie ihre Retter und konnten den Beamten nicht genug danken. „Ihr seid tolle Jungs“, sagten sie immer wieder.