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Pazifik-Überquerung Expedition auf den Spuren von Thor Heyerdahl

 ·  Die legendäre Überquerung des Pazifiks mit einem leichten Balsafloß machte Thor Heyerdahl vor fast 60 Jahren weltberühmt. Sein Enkel will nun mit der „Tangaroa“ die gleiche Route fahren - und wieder Geschichte schreiben.

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Auf den Tag genau 59 Jahre nach dem legendären norwegischen Entdecker und Abenteurer Thor Heyerdahl ist sein Enkel Olav zur Wiederholung des waghalsigen Törns über den Pazifik von Lima aus in See gestochen. Zusammen mit fünf Gefährten begab er sich am Freitag an Bord des Inka-Bootes „Tangaroa“ (nach einem polynesischen Seegott). Hunderte Schaulustige waren zum Hafen Callao gekommen, um den Abenteurern den typischen Seglergruß für eine gute Reise mit auf den Weg zu geben: Mast und Schotbruch sowie immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel. Wie der berühmte Vorfahr 1947 wollen die Männer nur unter Segel und mit Hilfe des Humboldtstromes quer über die immense Wasserwüste des Pazifiks bis nach Tahiti gelangen.

Die Hauptidee dabei ist, die Änderungen am Bootsaufbau, die Thor Heyerdahl nach seiner Fahrt vorgeschlagen hatte, umzusetzen und auszuprobieren. Sein Floß konnte damals nur in der Strömung treiben, es konnte aber nicht navigiert werden. Die „Tangaroa“ hat ein größeres Segel als die „Kon Tiki“ und setzt die Kielschwerter anders ein.

18 Meter lang und 8 Meter breit ist der originalgetreue Nachbau der Boote der Ureinwohner der Westküste Südamerikas. Kleinere aber ganz ähnlich konstruierte Gefährte benutzen die Aymara-Indios noch heute auf dem Titicacasee zwischen Bolivien und Peru. Kein einziger Nagel wurde verwendet, um die elf Balsaholzstämme miteinander zu verbinden, genauso wie bei der „Kon Tiki“, mit der sich Thor Heyerdahl über den Pazifik treiben ließ.

Neu an Bord: GPS

Das Segel aus Baumwollstoff ist jedoch etwa doppelt so groß wie bei der „Kon Tiki“. Das Holz stammt aus demselben Urwald in Ecuador, aus dem auch Thor Heyerdahl sein Baumaterial bezog. Balsaholz ist besonders leicht und schwimmfähig. Als Verpflegung sind neben 1500 Litern Trinkwasser vor allem Trockenfleisch und Instant-Nahrung der amerikanischen Marine an Bord. Die „Wikinger-Nachfahren“ werden deshalb vermutlich viel Zeit beim Angeln verbringen, um den Speisezettel abwechslungsreicher zu gestalten.

Die Kommunikationstechnik - untergebracht in einer Bambushütte an Deck - ist allerdings unvergleichlich viel besser, als kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Dank Satellitenverbindung werden die Teilnehmer der modernen Odyssee in ständigem Kontakt zur Außenwelt stehen. Ihre genaue Position können sie mit Hilfe des Satellitennavigationssystems GPS jederzeit bestimmen. Schulklassen rund um die Welt sollen die Reise der „Tangaroa“ sozusagen live im Internet verfolgen können.

Ökologische Schäden untersuchen

Der 28jährige Heyerdahl-Nachfahr ist als Taucher und Handwerker unter dem Kommando des schwedischen Kapitäns Bjarne Krekvik mit von der Partie. Olav freut sich vor allem auf die seltenen Unterwasseraufnahmen während der Reise. „Ich nehme an der Reise teil, weil es ein unglaubliches Abenteuer darstellt, und weil ich meinem Großvater folgen möchte“, beschrieb er seine Motive für das nicht ungefährliche Abenteuer.

Der 2002 im Alter von 87 Jahren gestorbene Thor Heyerdahl wollte beweisen, daß Polynesien von Ureinwohnern von der Westküste Südamerikas aus besiedelt worden sein könnte. Fachleute widersprechen dieser Theorie jedoch. Die fünf Skandinavier und ein Peruaner machten vor Antritt der Reise klar, daß die Nachahmung der Originalexpedition nicht das wichtigste Ziel sei. Statt dessen gehe es darum, die Seefahrtstechniken der Ureinwohner zu testen und mögliche ökologische Schäden der vergangenen Jahrzehnte zu untersuchen, sagte Expeditionsteilnehmer Torgeir Higraff. Erst an dritter Stelle stehe der Wunsch, sozusagen im „Kielwasser“ Heyerdahls zu fahren.

Die Kosten von etwa 750.000 Euro wurden unter anderem durch Zuschüsse des norwegischen Staates gedeckt. In der Hoffnung auf publikumswirksame Werbung für ihre Aktivitäten hat auch die UN-Umweltorganisation UNEP Geld locker gemacht.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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