http://www.faz.net/-gum-75l98

Paris : Depardieu wird nach Alkohol-Unfall Prozess gemacht

  • Aktualisiert am

Im Straßenverkehr in Frankreich sind maximal 0,5 Promille Alkohol im Blut erlaubt. Depardieu war Ende November mit 1,8 Promille mit seinem Roller gestürzt. Bild: AFP

Depardieu und kein Ende: Der Filmstar hat sich einen Strafprozess eingefangen. Statt einer Einigung im vereinfachten Verfahren muss er sich nun wegen eines Unfalls unter Alkoholeinfluss verantworten.

          Gérard Depardieu blüht nach seinem Roller-Unfall mit 1,8 Promille ein Strafprozess, weil er in Paris einen Justiztermin verpasst hat. Der 64 Jahre alte Schauspieler, der zuletzt mit seinem neuen russischen Pass für Wirbel sorgte, erschien am Dienstag nicht wie vereinbart zu einer Anhörung für ein vereinfachtes Verfahren. Nun werde es innerhalb einiger Monate einen Termin vor einem Strafgericht geben, sagte Depardieus Anwalt Eric de Caumont.

          Das Fehlen des Schauspielers begründete der Anwalt mit beruflichen Verpflichtungen im Ausland. Wegen eines neuen Filmprojekts, das in der zweiten Januarhälfte in New York starten solle, habe Depardieu am Dienstag „unbedingt“ an einem Treffen mit den Produzenten „in einem Balkanland“ teilnehmen müssen. Nach Informationen des französischen Senders BFMTV war Depardieu am Dienstag in Montenegro. Am Montagabend weilte der Filmstar noch beim Fußballverband FIFA in Zürich.

          Depardieu am Montag mit FIFA-Chef Blatter (links) in Zürich.
          Depardieu am Montag mit FIFA-Chef Blatter (links) in Zürich. : Bild: AFP

          Depardieu hatte beantragt, den Termin am Dienstag erneut zu verschieben. Bereits im Dezember war eine Anhörung nicht zustandegekommen, weil der Schauspieler nicht konnte und eine Verschiebung beantragt hatte. Diesmal hatte die Staatsanwaltschaft die Vertagung jedoch abgelehnt. Bei dem damit gescheiterten vereinfachten Verfahren hätte die Staatsanwaltschaft im Gegenzug zu einem Schuldeingeständnis eine mildere Strafe anbieten können. Da Depardieu nicht erschienen ist, kommt es nun zu einem normalen Gerichtsverfahren.

          Depardieu war Ende November mit 1,8 Promille in Paris mit seinem Roller gestürzt. In Frankreich sind maximal 0,5 Promille Alkohol im Blut erlaubt. Nach dem Unfall war Depardieu auch vorübergehend in Polizeigewahrsam. Der Filmstar blieb unverletzt, Dritte waren nicht beteiligt. Fahren unter Alkoholeinfluss kann in Frankreich mit Haft bis zu zwei Jahren und einer Geldstrafe von bis zu 4500 Euro geahndet werden. Bereits 1998 war Depardieu nach einer Alkoholfahrt zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

          Der Schauspieler hatte zuletzt heftige Diskussionen in seiner Heimat ausgelöst: Auf der Flucht vor der in Frankreich geplanten Reichensteuer nahm er die russische Staatsbürgerschaft an. Im Sportkanal L’Equipe 21 sagte Depardieu zu seiner Nationalität: „Ich habe einen russischen Pass, aber ich bin Franzose.“

          Quelle: DPA

          Weitere Themen

          Au revoir, Johnny! Video-Seite öffnen

          Trauerzug in Paris : Au revoir, Johnny!

          Am Mittwoch war der Sänger und Schauspieler einem Krebsleiden erlegen. In der kommenden Woche wird der „französische Elvis“ in der Karibik beigesetzt.

          Schwerer Unfall im Gotthardtunnel Video-Seite öffnen

          Schweiz : Schwerer Unfall im Gotthardtunnel

          Bei einem schweren Unfall im Gotthardtunnel in der Schweiz sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Der knapp 17 Kilometer lange Tunnel musste für Stunden gesperrt werden.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          CSU-Parteitag : Eine Art von Normalität

          Auf dem Parteitag in Nürnberg will die CSU unbedingt Geschlossenheit demonstrieren, auch im Verhältnis zwischen der neuen Doppelspitze. Notfalls auch mit einem Kniff.
          Union und SPD sitzen bald wieder in einer Wanne

          Fraktur : Bätschi, bätschi

          Die SPD badet gerne lau. Doch wer für alles offen ist, ist nicht ganz dicht.

          Neue Hinweise : Frische Spur von RAF-Trio führt in den Osten

          Bei der Fahndung nach den ehemaligen RAF-Terroristen Ernst-Volker Staub, Burkhard Garweg und Daniela Klette wurde der Blick bisher vor allem Richtung Westen gelenkt. Offenbar zu Unrecht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.