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Zapfendorf : Flüchtlingsheim mit Gaststätte verwechselt

  • Aktualisiert am

Der syrische Anwalt Kawa Sulimann (Mitte) bewirtete die Ausflügler zusammen mit Ahmed Abd Elal (links) und Bassam Elshoull. Bild: dpa

Im bayerischen Zapfendorf kehrt ein hungriges Paar in einen Gasthof ein. Das Lokal entpuppt sich jedoch als Flüchtlingsheim – bewirtet werden die Ausflügler trotzdem.

          Der Flüchtling Kawa Suliman aus Syrien hat in Bayern spontan zwei Ausflügler bewirtet, die ein Heim für Asylbewerber für ein Gasthaus gehalten hatten. Vor einigen Monaten war das Paar in die Unterkunft gekommen. Sie waren der Meinung, der ehemalige Gasthof im oberfränkischen Zapfendorf sei noch in Betrieb – tatsächlich leben hier längst Asylbewerber. „Ich sagte: Kommen Sie herein, machen Sie es sich bequem, fühlen Sie sich wie zu Hause“, schilderte Suliman die Szene, über die zuerst die Zeitung „Fränkischer Tag“ berichtet hatte.

          Das Paar aus Karlsruhe war demnach zum Kanufahren in die Region gekommen und hatte nach einem Ausflug am Nachmittag ein Lokal gesucht. Sie hielten die Flüchtlingsunterkunft für eine Wirtschaft, wie die 68 Jahre alte Frau der Zeitung sagte. „Der junge Mann, der nach unseren Wünschen fragte, war so nett – so nette junge Gastronomen muss man doch unterstützen.“

          Die Asylbewerber um Kawa Suliman tischten den Gästen spontan Brot, Marmelade, Eier, Käse und Tee auf: „Wir stellten den Tisch voller Essen.“ Erst als der Mann nach der Rechnung fragte, stellte sich heraus, dass das hungrige Paar in einer Flüchtlingsunterkunft gelandet war. Sie sei zu Tränen gerührt gewesen angesichts der Gastfreundschaft der Migranten, erzählte die Frau dem Blatt.

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          Auch Kawa Suliman erinnerte sich daran: „Die Frau hat geweint.“ Dabei sei es für ihn und seine Mitbewohner selbstverständlich gewesen, den beiden hungrigen Menschen zu helfen. Einige Tage später kam eine Postkarte mit Dankesworten im Asylbewerberheim an. Die Flüchtlinge wollen sich jetzt revanchieren und zu Weihnachten eine Karte nach Karlsruhe schicken.

          Quelle: dpa

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