Home
http://www.faz.net/-gun-75l93
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
50 plus

Österreich Sächsischer Wanderer aus Notlage befreit

Zwei Schneeschuhwanderer waren trotz Lawinenwarnung in den österreichischen Alpen unterwegs und wurden in einer Hütte eingeschneit. Nach Tagen wurden sie befreit.

© dpa Vergrößern Die beiden Schneeschuhwanderer sind wohlauf.

Bergretter haben zwei seit Tagen wegen starken Schneetreibens festsitzende Sachsen aus einer Not-Unterkunft in Österreichs Bergen befreit. Ein Hubschrauber habe die beiden 20 Jahre alten Schneeschuhwanderer aus Chemnitz am Dienstagmorgen sicher ins Tal gebracht, sagte eine Sprecherin der Polizei Saalfelden. „Es geht ihnen den Umständen entsprechend gut.“

Die beiden Männer hatten wegen starken Schneefalls und hoher Lawinengefahr seit Freitag in einer Not-Hütte unterhalb des Wildalmkirchls im Salzburger Pinzgau auf 2457 Metern Höhe ausharren müssen. Wegen der Wetterbedingungen konnten die Einsatzkräfte zunächst nichts für sie tun: Schlechte Sicht machte einen Hubschrauberflug unmöglich, ein stundenlanger Aufstieg der Retter mit Skiern war wegen der Lawinengefahr zu riskant.

Tagelang im Schnee gefangen: Wanderer aus Sachsen gerettet © dpa Vergrößern In dieser Biwak-Hütte unterhalb des Wildalmkirchls im Salzburger Pinzgau auf 2457 Metern Höhe saßen die beiden Sachsen seit Freitag fest.

In der einfachen Hütte hatten die Männer zwar keine Heizung, aber Schlafmöglichkeiten und einen Kocher, um Schnee zu schmelzen. Nur das Essen war knapp. „Sie sind etwas hungrig, aber körperlich recht gut beisammen, denen fehlt nichts“, sagte der Leiter der Bergrettung Saalfelden, Bernd Tritscher, nach der Bergung. Die beiden seien auch nicht unterkühlt: „Sie hatten eine gute Ausrüstung, weil sie eine mehrtägige Tour geplant hatten“, sagte er.

Nach der Rettung ging es nach Hause

Die Retter hatten mit den Männern immer wieder per Handy Kontakt und forderten sie am Montag auf, mit ihren Schneeschuhen einen Landeplatz für den Hubschrauber in den Schnee zu stampfen. Seit Freitag waren nach Angaben von Tritscher mehr als anderthalb Meter Neuschnee gefallen.

Am Dienstag ließ das Wetter dann endlich einen Flug zu: Um 9.00 Uhr startete der Hubschrauber von Salzburg aus und flog direkt zu den Alpinisten. Sie hatten bereits gepackt und wiesen den Piloten ein. Nach einer Befragung bei der Polizei brachten die Bergretter die Wanderer nach Hinterthal zu ihrem Auto: „Dann fahren die beiden nach Hause“, so Tritscher.

Mehr zum Thema

Die ganze Aktion wäre aus Sicht der Retter vermeidbar gewesen: Seit Tagen wird in weiten Teilen Österreichs vor erheblicher bis hoher Lawinengefahr und extrem schlechten Wetter gewarnt. Die Deutschen schauten aber zuletzt am vergangenen Dienstag vor ihrer Abreise nach Österreich in den Wetterbericht. Als sie dann in Salzburg ihre Tour starteten, wurde bereits vor Schlechtwetter gewarnt. Am Freitag mussten die beiden Wanderer dann um Hilfe bitten.

Quelle: FAZ.NET mit dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Österreich Vom Springlessteig in den Tod

Bei einem Familien-Ausflug auf den Springlessteig in den österreichischen Alpen sind ein Vater und sein Sohn ums Leben gekommen. Mehr

20.10.2014, 15:17 Uhr | Gesellschaft
Verletzter Forscher sitzt in Höhle fest

In den österreichischen Alpen ist bei Salzburg ein Mitglied einer Forschergruppe in 200 Meter Tiefe abgestürzt und muss nun gerettet werden. Ein Arzt war bereits bei ihm. Dutzende von Rettungskräften sind aus den umliegenden Gebieten zu Hilfe geeilt. Mehr

15.08.2014, 10:40 Uhr | Gesellschaft
40 Meter über dem Rhein Familie mit Kleinkindern stundenlang in Seilbahn gefangen

Dramatische Rettungsaktion über dem Rhein in Köln: Vier Stunden ist eine Familie in einer Gondel eingeschlossen - mitten im Sturm. Dann seilen Höhenretter die Eltern und ihre beiden kleinen Kinder ab. Mehr

21.10.2014, 22:43 Uhr | Gesellschaft
Tödliche Aschewolke am Vulkan Ontake in Japan

Der Ausbruch des Vulkans Ontake in Japan ist für vermutlich mehr als 30 Wanderer zum tödlichen Verhängnis geworden: In der Nähe des 3067 Meter hohen Gipfels entdeckten Rettungskräfte die leblosen Bergsteiger. Mehr

28.09.2014, 22:49 Uhr | Gesellschaft
Dichterspuren Die Abschiedsreise des Elefanten Salomon

In seinem letzten Roman hat der portugiesische Literaturnobelpreisträger José Saramago einen abenteuerlichen Tross durch das Hinterland seiner Heimat begleitet. Eine Spurensuche. Mehr Von Lottemi Doormann

28.10.2014, 18:20 Uhr | Reise
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 08.01.2013, 15:04 Uhr

Auftritt in UNO-Gebäude Conchita Wurst singt für Ban Ki-moon

Conchita Wurst darf an der Seite des UN-Generalsekretärs singen, Andy Borg kämpft um seinen „Musikantenstadl“ und Julia Roberts führt ihre straffen Züge auf Yoga zurück – der Smalltalk. Mehr 1

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden