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23. Internationales Filmfest : Der Tag, an dem Nicolas Cage nach Oldenburg kam

  • -Aktualisiert am

Augenblick der Wahrheit: Nicolas Cage am Oldenburger „Walk of Fame“. Bild: Lawrence Diederich

Hollywood-Star Nicolas Cage hat Oldenburg einen Besuch abgestattet. Er war Ehrengast des 23. Internationalen Filmfests. Was war am Wochenende los in der niedersächsischen Stadt?

          Dass er kommen würde, kursierte als Gerücht schon lange auf Facebook, weiß Eddie vom Imbiss „Star Döner“ in der beschaulichen Oldenburger Innenstadt. Dass an der Geschichte wirklich etwas dran sei, glaubte Eddie aber nicht: „Solche Gerüchte hat es hier schon oft gegeben, und dann hat es nie geklappt.“

          Dieses Mal sollte es anders kommen. Und am Mittwoch gab es in Oldenburg niemanden, wirklich niemanden mehr, der nicht aus der Zeitung, über soziale Medien oder von Kollegen erfahren hatte: Er ist hier! Hollywood-Star Nicolas Cage war tatsächlich angereist, als Ehrengast zum 23. Internationalen Filmfest Oldenburg. Einige Tage waren die Bewohner der niedersächsischen Stadt einigermaßen aus dem Häuschen.

          Ein „German Independence Honorary Award“ war für den Gast vorgesehen; das Festival zeigte drei seiner bekanntesten Werke: den Action-Film „Face/Off“ mit John Travolta, das Roadmovie „Wild at Heart“ von Regisseur David Lynch und das Drama „Leaving Las Vegas“, für das Cage 1996 den Oscar und den Golden Globe als bester Hauptdarsteller erhielt.

          Einen Stern sollte Cage außerdem bekommen – von der Oldenburgischen Landesbank, auf dem „Walk of Fame“ der Stadt, wo er sämtliche bisher hier verewigte Persönlichkeiten in puncto Bekanntheit mit Leichtigkeit aussticht.

          „Da ist schon was Besonderes für Oldenburg“

          „Das ist schon was Besonderes für Oldenburg“, erzählt Jan. Er sitzt vor dem „Altera“, dem Hotel, in dem Cage zwischendurch abtauchte. Jan wohnt fünf Minuten Fußweg entfernt. Der Oldenburger ist gelernter Koch. Sein Traum ist es aber, Schauspieler zu werden. Einige kleine Rollen konnte er schon ergattern, in Dokus von „Spiegel TV“ und im „Tatort“; in einem Kinofilm war er als Barkeeper im Bildhintergrund zu sehen.

          Die vielen Fotos, mit denen Jan das belegen kann, zeigt er mit Stolz. „Es hat dann aus einigen Gründen erst mal nicht geklappt“, sagt er ein wenig verlegen. Doch nun ist Cage da, und Jan schöpft neue Hoffnung. Vielleicht sollte er doch alles hinwerfen und Schauspieler werden. Einmal möchte er Cage die Hand geben, vielleicht sogar einen Rat von ihm bekommen.

          Im „Café Extrablatt“ in der Innenstadt schaute Cage schon am Mittwoch vorbei. Die Mitarbeiter zeigen aufgeregt Videos und Bilder. Drei lachende Kellner mit Cage, der Jeans, schwarze Lederjacke und Schlapphut trägt. „Es war mein einziger freier Tag“, erzählt eine Bedienung mit leicht zerknirschtem Lächeln. Eine der Mitarbeiterinnen habe Cage aus Versehen mit „Mister Catering“ angesprochen. Macht nichts. Bei so hohem Besuch können die Nerven schon mal flackern.

          Cage bezeichnete die deutsche Sprache einst als „sexy“

          Nun könnte man sich fragen: Warum kommt ein Star wie Cage eigentlich nach Oldenburg? Ist es vielleicht auf die Unberechenbarkeit zurückzuführen, die ihm gern attestiert wird? Oder sind es am Ende doch seine deutschen Wurzeln, die ihn herführen? Schließlich stammt seine Großmutter aus Cochem an der Mosel, Cage besaß einst ein Schloss in der Oberpfalz. Damals plante er gar, dort zu leben und Deutsch zu lernen – eine Sprache, die er einst selbst als „sexy“ bezeichnete.

          Andererseits behaupten böse Zungen, Cages ganz großen Tage seien vorbei. Deshalb sei vielleicht alles eine Nummer kleiner geworden. Oldenburg statt Hollywood also. Am Ende dürften es aber auch die guten Kontakte des Festivalleiters Torsten Neumann gewesen sein, die den Star lockten. Deborah Kara Unger, Schauspielerin und Neumanns Lebensgefährtin, war es, die Cage von der Teilnahme überzeugt haben soll. Die beiden hatten sich bei gemeinsamen Dreharbeiten kennengelernt. „Es ist ein cooles Festival, aber wir haben wenig Geld“, habe Unger dem Hollywood-Star damals gesagt, erinnert sich Neumann. Cage ließ sich begeistern.

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