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Veröffentlicht: 28.02.2013, 20:15 Uhr

Natascha Kampusch Für Kampuschs Vater ist Verlies nur ein „Mythos“

In seinem Buch bezichtigt Natascha Kampuschs Vater seine Tochter der Lüge: Das Verlies habe es nie gegeben – das Mädchen habe nur so lange mit der Flucht gewartet, weil sie nicht zurück nach Hause wollte.

von , Wien
© dpa Bei der Film-Premiere: Natascha Kampusch in München

Zu einer zweiten Tragödie, diesmal auf offener Bühne, entwickelt sich der Fall des Entführungsopfers Natascha Kampusch. Jetzt, da die Leidensgeschichte der „3096 Tage“ des Mädchens in der Gewalt eines Mannes verfilmt in die Kinos kommt, hat ihr Vater eine eigene Sicht der Dinge in einem eigenen Buch ausgebreitet - und bezichtigt offenbar sein Kind der Lüge.

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Das jedenfalls legen Auszüge nahe, die das Internetportal „oe24“ verbreitet. Dass das Kind die ganze Zeit in einem Kellerverlies gefangen gehalten wurde, sei „ein Mythos“, heißt es da. Das Kind habe mit der Flucht gewartet, bis es volljährig war, weil es nicht in ein Heim oder zurück zur Familie gewollt habe. Kampusch sagte dazu in München, wo sie sich zur Erstaufführung des Films aufhielt, sie sei „sprachlos“ und „erschüttert“; von dem Buchprojekt des Vaters habe sie nichts gewusst.

Abfällige Kommentare über Natascha Kampusch

In dem Film wird die Geschichte des Mädchens gezeigt, das als Zehnjährige von Wolfgang Priklopil entführt und in einem Keller ohne Tageslicht gefangen gehalten wurde. Auch darin ist von Ausflügen an die Oberwelt die Rede, in denen sie durch Angst an den Mann gefesselt blieb, den sie bei öffentlichen Auftritten nur „den Täter“ nennt.

Dass sie öffentlich spricht, reizt viele Teilnehmer in Internetforen zu derart abfälligen Kommentaren, dass selbst die Boulevardzeitungen die Foren zeitweilig schlossen. Auch dort werden Theorien verbreitet, etwa über einen Mittäter, den Kampusch schütze.

Sie werden durch das Buch des Vaters befeuert, der als Motiv übrigens Liebe zu seiner Tochter angibt. Die hingegen erinnerte an den Täter, der sich vor einen Zug geworfen hatte: „Es wäre besser, er würde noch leben, damit er sich rechtfertigen muss und nicht ich.“

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