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Monegassisches Fürstenpaar in Stuttgart Mit Öko-Antrieb

 ·  Der grüne Fürst Albert II. und der grüne Ministerpräsident Kretschmann verstehen sich – beide wollen aus ihren Untertanen gute Umweltschützer und aus ihren Territorien grüne Musterländle machen.

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Vielleicht hat das monegassische Protokoll Fürst Albert II. von Monaco auf einige Besonderheiten des Stuttgarter Regierungssitzes aufmerksam gemacht. Nicht auf die vielen historischen Anekdoten, die sich über die im Barockstil gebauten Villa berichten ließen. Sondern auf die Veränderungen, die Deutschlands erster grüner Ministerpräsident Winfried Kretschmann in seinem Amtssitz hat vornehmen lassen. Die Bienen, die für den Ministerpräsidenten „Regierungshonig“ produzieren, dürften dem Herrscher des Kleinstaats an der Riviera bei der Fahrt zur Villa auf dem Bopser verborgen geblieben sein. Die blühende Blumenwiese mit Kornblumen, Mohn, Margeriten wenige Meter vom Hauptportal entfernt müssten ihm aufgefallen sein.

Schließlich lässt der Fürst das Warmwasser für seinen Palast mit 235 Zimmern mit Hilfe von Solarenergie erzeugen. Er hat auch einmal gesagt, dass er nicht gekränkt sei, wenn man ihn den „grünen Fürsten“ nennen würde. So gesehen haben der adelige Herrscher Albert und der republikanische Herrscher Winfried ein gemeinsames Ziel: Beide wollen aus ihren Untertanen gute Umweltschützer und aus ihren Territorien grüne Musterländle machen.

„Glanz und Glamour“ in Stuttgart

Sehr freundlich fällt denn auch der Empfang am Dienstag im Runden Saal der Villa aus. Mit dem Fürsten komme „Glanz und Glamour“ ins Land, mit seiner Umweltstiftung habe sich der Fürst „sehr engagiert“. Es sei doch lobenswert, wenn eine Berühmtheit das Thema Umwelt voranbringe, sagt Kretschmann vor dem Eintreffen des Staatsgastes. Dann kommt das Fürstenpaar, mit viertelstündiger Verspätung.

Am Morgen hatten Albert und seine Frau Charlène in Cannstatt das Mercedes-Benz-Museum besucht und die berühmten Rennwagen vom Typ Silberpfeil bestaunt. „Sie haben heute morgen ja die Silberpfeile gesehen. Ich hoffe, die Zukunft liegt mehr bei einer ganz neuen Generation von Rennwagen mit Elektroantrieb“, sagt der Ministerpräsident in seiner Begrüßungsansprache. Er sei erfreut, dass sich das Fürstentum im Umweltbereich und beim Klimaschutz besonders engagiere. Am Nachmittag will Fürst Albert die Firma Bosch besichtigen, weshalb der alte Vorstandsvorsitzende Franz Fehrenbach, dessen Nachfolger Volkmar Denner, der Vorstand Siegfried Dais sowie Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) auch zum Empfang der Staatsgäste gekommen sind.

Fürst Albert spricht den ersten Satz seiner Rede in akzentfreiem Deutsch: „Es ist eine große Freude für uns, hier in Stuttgart zu sein. Danke.“ Dann spricht er die Sprache von Baden-Württembergs größtem Nachbarland im Westen, dessen Mentalität und Sprache dem Ministerpräsidenten ziemlich fremd sind. Er wünsche sich, sagt Fürst Albert, die Partnerschaft der beiden Länder „in den Bereichen Wissenschaft und Umwelt“ ausbauen zu können. Anschließend trägt er sich ins Gästebuch der Landes ein. Charlène sucht in dem zu kleinen und leicht stickigen Saal ein wenig das Abseits. Sie trägt ein beigefarbenes Hemdblusenkleid von Ralph Lauren, dazu schlichte Wedges.

Nur Gerlinde Kretschmann, die Frau des Ministerpräsidenten, schafft es durch ihre heitere Art, die Fürstin ein paar Mal zum Lächeln zu verführen. Dann perlt Sekt aus einer bekannten Esslinger Kellerei in den Gläsern. Die Staatsgäste treten auf die Terrasse im Park der Villa. Fürst Albert diskutiert mit dem Ministerpräsidenten. Fürstin Charlène schiebt die Ray-Ban-Sonnenbrille ins Gesicht und schaut in den Stuttgarter Talkessel. Im Gobelinsaal ist schon das Bankett angerichtet. Auf der Speisekarte stehen Blattsalate, Lammrücken und frische Beeren - selbstverständlich vorwiegend von ökologischen Erzeugern.

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Jahrgang 1966, politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

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