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Michael Fassbender im Gespräch : „Ich kann Old Shatterhand förmlich sehen“

  • -Aktualisiert am

Beunruhigend intensive Präsenz: Für Michael Fassbender ist seine Arbeit Suchtbefriedigung. Bild: AP

Als Sohn eines Deutschen geboren, hat Hollywood-Star Michael Fassbender immer noch eine besondere Verbindung zu seinem Geburtsland. Ein Grund, mit ihm über Karl-May-Filme, seine Ferien in Mannheim und deutsches Bier zu sprechen.

          Sie haben ja einen deutschen Vater. Seit Sie so erfolgreich sind, vereinnahmen wir Deutschen Sie gerne als einen von uns.

          Warum auch nicht?

          Wie deutsch sind Sie?

          Gibt es da einen Gradmesser? Wie definiert man das? Ich bin mir nicht sicher.

          Trinken Sie gerne viel Bier?

          Ich mag Sauerkraut. Und Bier. Woran könnte man es noch festmachen?

          Sind Sie immer pünktlich?

          Nein, definitiv nicht. Tatsächlich bin ich immer zu spät dran, meistens sind es mindestens fünfzehn Minuten. Ich habe sogar schon meine Uhr vorgestellt, aber es nützt alles nichts. Ich unterstütze allerdings Deutschland, wenn es um Sport geht, vor allem beim Fußball. Da ich gerade in Montreal arbeite, habe ich auch die Frauen-Fußball-WM verfolgt und war für das deutsche Team.

          Und wenn Irland - Heimat Ihrer Mutter - gegen Deutschland spielt, für wen schlägt dann Ihr Herz?

          Das ist schwierig. Ich fürchte, dann muss ich für Irland sein, weil wir mit Fußball noch nie irgendetwas gewonnen haben. Aber ich fühle meine Verbindung zu Deutschland. Ich habe ja immer noch Verwandte dort. Ich besuche sie nicht so oft, wie ich eigentlich sollte. Aber ich habe eine emotionale Beziehung zum deutschen Teil meiner Familie.

          Angeblich sprechen Sie fließend Deutsch. Ich habe in Interviews immer wieder versucht, Deutsch mit Ihnen zu sprechen. Aber Sie werden dann sehr schüchtern. Wie gut ist es denn tatsächlich?

          Mein Deutsch ist jetzt wahrscheinlich noch schlechter als das letzte Mal, als wir miteinander gesprochen haben. Mir fehlt einfach die Übung. Ich weiß auch nicht, wie weit wir thematisch in einem deutschen Interview kommen würden. Aber Sie sprechen da einen wunden Punkt an: Ehrlich gesagt, schäme ich mich etwas wegen meiner mangelnden Deutschkenntnisse. Als ich ein paar Wochen in Deutschland lebte, während wir „Inglourious Basterds“ gedreht haben, da ging es aber viel besser.

          Was sind Ihre Erinnerungen an die Sommerurlaube mit Ihrer Schwester in Deutschland?

          Ich erinnere mich an den Luisenpark in Mannheim. Und ich denke immer gerne an die Zeit, die ich mit meinen Großeltern verbracht habe. Meine Großmutter konnte gut kochen. Es gab Schnitzel, Sauerkraut, und ich bin ein großer Fan von Kartoffelsalat. Sehr lecker finde ich auch Linzer Torte. Ich erinnere mich sehr gut an meine Großtante Doris. Sie hat sich toll um uns gekümmert. Ich mochte sie sehr.

          Ihr neuester Film, „Slow West“, ist ein Western. Waren Sie als Kind lieber Cowboy oder Indianer?

          Ich war Cowboy und hatte auch ein Kostüm. Ich habe es auch wirklich oft getragen.

          Michael Fassbender in seinem neuen Film „Slow West“ Bilderstrecke
          Michael Fassbender in seinem neuen Film „Slow West“ :

          Eigentlich war es doch immer cooler, Indianer zu sein.

          Das kann sein. Aber ehrlich gesagt, war das auch keine besonders intellektuelle Entscheidung. Ich mochte den Cowboyhut und die Revolver. Und ich habe als Kind gerne Western gesehen. Da waren die Protagonisten meistens Cowboys. Ich mochte die Spaghetti-Western. Und ich mochte vor allen Dingen Clint Eastwood. Meine Rolle in „Slow West“ ist auch eine Hommage an Clint. Ich habe ja immer diesen Zigarillo im Mundwinkel. Und der andere Teil meiner Leidenschaft für diese Filme kam aus Deutschland. Ich mochte die Karl-May-Filme sehr. Sie wissen schon, Winnetou und Old Shatterhand.

          Wo haben Sie die denn gesehen?

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