10.01.2008 · Wer ist der Vater von Carla Bruni, der künftigen Première Dame Frankreichs? In Brasilien hat sich der italienische Unternehmer Maurizio Remmert zu Wort gemeldet. Er behauptet, Bruni sei die Frucht seiner sechs Jahre währenden Romanze mit Brunis Mutter Marisa Borini.
Von Josef Oehrlein, Buenos AiresEigentlich müsste die neue Gefährtin und künftige Gattin des französischen Präsidenten Sarkozy Carla Remmert heißen. Das klingt nicht so gut wie Carla Bruni, vor allem nicht als Künstlername, aber es entspricht den biologischen Gegebenheiten.
Der 61 Jahre alte italienische Unternehmer Maurizio Remmert, der seit 1975 in Brasilien lebt, hat der Zeitung „O Estado de São Paulo“ gegenüber bestätigt, der leibliche Vater der künftigen Première Dame Frankreichs zu sein. Sie ist nach den Schilderungen Remmerts die Frucht einer Beziehung, die er als damals Neunzehnjähriger mit der Pianistin Marisa Borini unterhielt.
Die Romanze währte sechs Jahre
Borini war dreizehn Jahre älter als er und mit dem Industriellen Alberto Bruni-Tedeschi verheiratet, der sich auch als Komponist betätigte. Man hatte sich im musikalischen Milieu von Turin kennengelernt. Die Romanze währte sechs Jahre, es sei also keineswegs eine flüchtige Beziehung gewesen, sagt der biologische Vater des männerfressenden Models, das zur Sängerin wurde.
Bruni-Tedeschi ist 1996 gestorben. Wann er erfahren hat, dass Carla die Tochter eines anderen Mannes ist, weiß Remmert nicht zu sagen, er sei jedenfalls ein großartiger Mensch gewesen und habe Carla immer wie seine legitime Tochter behandelt.
„Ich mische mich in das Leben meiner Töchter nicht ein“
Über seine Vaterschaft will Remmert schon bei der Geburt Carlas 1968 informiert gewesen sein. Die Mutter hat es ihrer Tochter gesagt, als Bruni-Tedeschi schwer erkrankt war. „Das war kein großes Drama, nichts da mit Bekenntnissen am Rande des Todes. Es war ein Gespräch unter Erwachsenen, zwischen Mutter und Tochter.“
Sein Verhältnis zu Carla sei ausgezeichnet, bekräftigt Maurizio Remmert, der sich auch als Gourmetkoch einen Namen gemacht hat. Sie habe sich der übrigen italienischen Familie gegenüber immer etwas fremd gefühlt. Mit seiner anderen Tochter Consuelo pflege sie freundschaftlichen Umgang, und sein Enkel aus der Beziehung Carlas mit dem Philosophen Raphaël Enthoven sei ein schlauer Bursche, wie sein Vater.
Ob er denn schon mit seinem künftigen Schwiegersohn Nicolás Sarkozy gesprochen habe? Auf diese Frage verweigert Maurizio Remmert die Auskunft. „Ich mische mich nicht in das Leben meiner Töchter ein, ich möchte, dass sie glücklich sind, mit wem auch immer.“ Über die Heirat mit Sarkozy hat er deshalb auch noch nicht mit Carla gesprochen. „Da frage ich nicht, das kann sie mir erzählen, wann sie will.“
Josef Oehrlein Jahrgang 1949, politischer Korrespondent für Lateinamerika mit Sitz in Buenos Aires.
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