05.06.2007 · Obwohl ihre Söhne und selbst die Fotografen der Bilder dagegen protestieren, will der britische Fernsehsender Channel 4 die Bilder von der sterbenden Prinzessin Diana im Rahmen einer Dokumentation ausstrahlen.
Trotz des Protestes der Prinzen William und Harry hält ein britischer Fernsehsender an der Ausstrahlung von Fotos der sterbenden Prinzessin Diana fest. Die Veröffentlichung der Paparazzi- Bilder als Bestandteil einer TV-Dokumentation über den Unfalltod Dianas stünde im öffentlichen Interesse, erklärte der Privatsender Channel 4 am Dienstag. Zuvor hatten die Prinzen William (24) und Harry (22) an den Sender appelliert, die Todesbilder nicht zu zeigen.
Dies wäre „eine schwere Respektlosigkeit“, betonten die beiden Prinzen in einer Erklärung, die sie über ihren Privatsekretär verbreiten ließen. Auf den Fotos, die Paparazzi am Unfallort in einem Pariser Autotunnel machten, ist zu sehen, wie Ärzte die schwer verletzte Prinzessin mit Sauerstoff versorgen. Sie sollen auch das Innere des Unfallautos zeigen.
„Bilder nicht zu aufdringlich“
Die beiden Fotografen Fabrice Chassery und David Ker wehren sich gegen die Veröffentlichung ihrer Diana-Bilder durch Channel 4. Der TV-Sender habe mehrfach um eine Genehmigung gebeten. Sie hätten dies aber „kategorisch abgelehnt“, erklärten die Fotografen in Paris. Eines der Fotos zeigt, wie der Notarzt die bewusstlose Diana im Auto wiederzubeleben versucht. Das Foto gehöre ihnen und sei „illegal dem Dossier der laufenden Untersuchung nach der Klage von Mohamed Al Fayed“ entnommen worden. Sie hätten wegen des laufenden Verfahrens „größte Schwierigkeiten, die völlig illegale Verbreitung (der Bilder) zu stoppen“, erklärten Chassery und Ker.
Channel 4 will die Dokumentation „Diana: The Witnesses In The Tunnel“ (Diana: Die Zeugen im Tunnel) am 6. Juni ausstrahlen. Der Sender hatte dazu bereits im Mai erklärt, die betreffenden Bilder seien nicht zu „aufdringlich“. Diana starb kurz nach dem schweren Autounfall am 31. August 1997, bei dem auch ihr Freund Dodi al-Fayed und der Fahrer der Wagens umkamen. Die Unfallbilder sind in den letzten Jahren in mehreren Ländern veröffentlicht, jedoch noch nie im britischen Fernsehen gezeigt worden.
„Was, wenn es Ihre Mutter wäre?“
Dianas Söhne William und Harry sprachen von einer Geringschätzung des Andenkens an ihre Mutter. „Wenn es Ihre oder meine Mutter wäre, die in dem Tunnel stirbt, würden wir wollen, dass die Szene landesweit ausgestrahlt wird?“ fragte der Privatsekretär der Prinzen, Jamie Lowther-Pinkerton, in einem Brief an Channel 4. Dessen Intendant Julian Bellamy sagte, der Sender habe die Sorgen der Prinzen gegen das legitime öffentliche Interesse an der Dokumentation und den Bildern abgewogen.
Channel 4 verwies darauf, dass sich die Sendung „Diana - The Witnesses In The Tunnel“ auf die Rolle der Fotografen vor und nach dem Unfall konzentriere. „Haben die Fotografen Diana im Tunnel Pont d'Alma zu Tode gejagt?“ hieß es auf der Website des Senders. „Waren sie zu beschäftigt damit, Fotos zu machen, um die Rettungskräfte zu alarmieren, und hat ihre Anwesenheit diese behindert?“
Prinzen haben den Film nicht gesehen
Lowther-Pinkerton räumte ein, dass die Prinzen die Dokumentation nicht gesehen hätten. Er habe sie jedoch gesehen und William und Harry über den Inhalt informiert. Das Büro von Prinz Charles, Clarence House, erklärte in einer Stellungnahme, die Prinzen wollten öffentlich deutlich machen, dass sie die Veröffentlichung der Bilder aus dem Tunnel für unangemessen hielten. Sie seien schrecklich für sie und die Angehörigen der anderen Opfer. Auch die oppositionellen Konservativen forderten nach einem Bericht der Nachrichtenagentur PA, dass der Sender die Dokumentation aus dem Programm nimmt.