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Matthias Schweighöfer : „Ich gehe nie auf Partys“

Am liebsten lebt er auf dem Land: Matthias Schweighöfer Bild: Julia Zimmermann

Matthias Schweighöfer lebt auf einem Vierseitengehöft mit 6000 Quadratmetern Land nebst Brunnen und Streuobstwiese. Stefan Locke über einen Schauspieler, der trotz seiner vielen Erfolge er selbst geblieben ist und das sehr genießt.

          Matthias Schweighöfer sitzt bestens gelaunt in einem Restaurant in Berlin-Mitte und zitiert mit überbordender Begeisterung ein paar der letzten Kritiken über ihn. „Die ist Wahnsinn!“, sagt er, und: „Hört euch das mal an!“ Egal, was in letzter Zeit über ihn geschrieben wurde, es war gut. Gleich drei Kinofilme mit ihm sind vor kurzem angelaufen, und dann war da auch noch der „Tatort“ mit dem Titel „Weil sie böse sind“, dessen Rezensionen ihn überschwänglich lobten. „Schweighöfer macht diesen Film sehenswert“, „Schweighöfer ist brillant“ und „Schweighöfer spielt alle an die Wand“ hieß es da, und im Feuilleton war sogar davon die Rede, dass, wenn das so weitergehe, er einmal unsere Filmwelt aus den Angeln heben werde. Der so hoch Gelobte freut sich darüber wie ein Schneekönig. Es ist eine ehrliche, beinahe kindliche Freude. „So was hab ick noch nie über mich jelesen“, berlinert er stolz, aber ohne jede Eitelkeit, wie man sie bei Filmstars seines Kalibers erwarten könnte.

          Stefan Locke

          Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.

          Ein Star ist Matthias Schweighöfer zweifellos; er weiß das und weist es doch weit von sich. Seit zwölf Jahren ist der Achtundzwanzigjährige im Filmgeschäft; er hat für Fernsehen, Kino und auch schon für Hollywood gearbeitet, hat Friedrich Schiller, den Baron von Richthofen, Rainer Langhans und Marcel Reich-Ranicki verkörpert, in „Operation Walküre“ an der Seite von Tom Cruise gespielt und immer wieder das ganz normale, verrückte Leben dargestellt, als Jugendlicher in „Soloalbum“, Rettungsassistent in „Kammerflimmern“, reicher Schnösel im „Tatort“ und erlebnishungriger Ossi in dem vor einigen Wochen angelaufenen Film „Friendship!“. Er hat in seinem jungen Schauspielerleben schon so viel erreicht und so viel zu tun, dass er ohne weiteres in einem Loft in Berlin-Mitte, Hamburg oder München wohnen, nein, residieren könnte. Doch Schweighöfer ist nach Brandenburg gezogen, auf einen Bauernhof.

          Ein Vierseitengehöft mit 6000 Quadratmetern Land

          Seit einem Jahr wohnt er auf dem Vierseitengehöft mit 6000 Quadratmetern Land nebst Brunnen und Streuobstwiese, umgeben von Wald und nicht weit von einem See. „Es war einfach eine unfassbar günstige Gelegenheit“, sagt er, als könne er es noch immer nicht fassen. „Alles war schon fertig, ich habe nur noch die Wände weiß gemalt.“ Dann zog er mit Freundin Anni ein; vor einem halben Jahr kam Tochter Greta auf die Welt, und seitdem ist das Leben noch schöner. Die kleine Greta ist auch der Hauptgrund, warum Schweighöfer sich immer wieder fürs Landleben entscheiden würde. „Das ist etwas für die Zukunft. Ich glaube, wenn meine Tochter etwas älter ist, wird sie sich riesig freuen, da draußen aufzuwachsen, mitten im Grünen, in der Natur.“

          Im ARD-Tatort spielt er den Balthasar Staupen

          Matthias Schweighöfer selbst war das nicht vergönnt. Er wurde im vorpommerschen Anklam geboren; als er drei Jahre alt war, trennten sich seine Eltern, und er zog mit der Mutter erst nach Frankfurt an der Oder und später nach Chemnitz. Die Wochenenden verbrachte er meist bei seinem Vater in Berlin. Mit ihm teilt er sich bis heute eine kleine Wohnung in Mitte, aber wann immer es geht, fährt er raus auf den Hof und zu seiner Familie. „Es ist mir einfach wichtig, mal drei Tage dort zu sein und die Tür zuzumachen hinter diesem ganzen Berlin.“ Schweighöfer führt kein Party- und kein Jetset-Dasein, er zieht die Ruhe, ja die Besinnlichkeit des Landlebens allemal der großstädtischen Hektik vor.

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